Die 7 Eckpunkte der neuen Gottesdienstplanung

Wie können Gottesdienste verlässlich, verständlich und gleichzeitig lebendig gestaltet werden? Auf Grundlage der Umfrage mit rund 1.000 Teilnehmenden, der Ergebnisse der Pfarreiversammlung und vieler Gespräche hat der Pfarreirat eine neue Gottesdienstplanung beschlossen.

Als neu gegründete Pfarrei haben wir im März einen ersten breiten Beteiligungsprozess zur künftigen Gottesdienstplanung gestartet. Viele Menschen haben sich ein- gebracht: Das vom Pfarreirat eingesetzte Kompetenzteam, die hauptberuflich Mitarbeitenden sowie der Pfarreirat selbst haben intensiv miteinander beraten und unter- schiedliche Perspektiven zusammengeführt. Besonders wertvoll waren dabei die Rückmeldungen aus der Umfrage und der Pfarreiversammlung in Neufrach. Rund 1000 ausgefüllte Fragebögen sowie etwa
250 engagierte Christinnen und Christen haben ihre Erfahrungen, Wünsche und Ideen eingebracht. Diese große Resonanz zeigt, wie wichtig vielen Menschen das gottesdienstliche Leben vor Ort ist – und wie sehr sie bereit sind, es mitzugestalten.
 
 
Auf dieser Grundlage wurden die Ergebnis- se sorgfältig ausgewertet und weiterentwickelt. Nach einer vertieften Beratung in der Klausur des Pfarreirates hat dieser in seiner öffentlichen Sitzung am 23. Juli 2026 die folgenden verbindlichen Eckpunkte für die Katholische Kirche Linzgau-Bodensee beschlossen.
Damit  diese  verbindlichen  Eckpunkte im Alltag tragfähig werden, gehen wir den nächsten Schritt bewusst gemeinsam:
Im Herbst kommen in den einzelnen Pfarreibezirken die Sprecherinnen und Sprecher der Gemeindeteams oder deren Vertretung mit der Leitung und den örtlichen 
Seelsorgerinnen und Seelsorgern zusammen, um die Gottesdienstplanung für die einzelnen Pfarreibezirke auf dieser Grundlage konkret zu beraten und festzulegen. So verbinden sich klare gemeinsame Vereinbarungen mit der Erfahrung und dem Blick vor Ort. Dieses Treffen soll zur Regelkommunikation in Form eines örtlichen Liturgieausschusses werden.
Die anschließende Phase verstehen wir ausdrücklich als Erprobungszeit, die bis nach Ostern 2027 gehen soll. Wir wollen aufmerksam und reflektiert hinschauen: Was bewährt sich? Wo braucht es Anpassungen? Ziel ist es, einerseits möglichst vielen Menschen verlässliche und ansprechende Gottesdienstangebote zu ermöglichen und zugleich ausreichend Freiräume zu schaffen, damit Neues entstehen kann.
Ebenso wichtig ist ein guter Umgang mit den vorhandenen Kräften. Die Planung soll so gestaltet sein, dass Entlastung möglich wird: durch gegenseitige Vertretung bei Urlaub oder Krankheit und durch eine realistische Einteilung der Dienste. Verlässlich- keit entsteht nicht nur durch feste Zeiten, sondern auch durch tragfähige Strukturen im Hintergrund.
So wächst Schritt für Schritt ein gemeinsames Modell, das sowohl Orientierung gibt als auch Entwicklung ermöglicht – getragen von Zusammenarbeit, Offenheit und der Bereitschaft, aus den Erfahrungen vor Ort zu lernen.
 
 
 
Eckpunkt 1
Einheitliche und klare Bezeichnungen
Ab Herbst verwenden wir in der gesamten Pfarrei einheitliche Bezeichnungen für unsere Gottesdienste. Dies schafft Orientierung und Wiedererkennbarkeit. Unterschieden werden die Messfeier mit Priester, die Wort- Gottes-Feier – gerne mit Kommunionausteilung – sowie verschiedene, entsprechend benannte, Zielgruppengottesdienste.
 
 
 
Eckpunkt 2
Verlässliche Gottesdienstorte und -zeiten
In jedem Pfarreibezirk wird es sowohl am Samstagabend als auch am Sonntag verlässlich mindestens eine Messfeier geben. In den jeweils festgelegten Kirchen findet diese stets zur gleichen Zeit statt und bietet so eine verlässliche geistliche Heimat für die Gläubigen.
 
 
 
Eckpunkt 3
Einheitliche Gottesdienstzeiten in der ganzen Pfarrei
Zur besseren Orientierung gelten künftig feste Zeiten: Samstag um 18.30 Uhr, Sonntag um 9.00 Uhr, 10.30 Uhr und um 18.00 Uhr. Einheitliche Gottesdienstzeiten machen die Zusammengehörigkeit der Pfarrei sichtbar.
Die Planung der Werktagsgottesdienste erfolgt weiterhin vor Ort durch die jeweiligen Liturgieausschüsse.
 
 
 
Eckpunkt 4
Dezentrale und bedarfsgerechte Planung
Die konkreten Gottesdienstpläne werden weiterhin vor Ort von den Seelsorge- und Gemeindeteams verantwortet. So bleibt Raum für lokale Traditionen, Patrozinien und besondere Anlässe. Eine gute Abstimmung innerhalb der Teams sowie zwischen den Gemeinden wird ausdrücklich empfohlen.
 
 
 
Eckpunkt 5
Gemeinsam Kirche feiern – in Einheit und Vielfalt:
Die Eucharistie ist und bleibt die Mitte unseres kirchlichen Lebens. Zugleich fördern wir eine lebendige Vielfalt an Gottesdienstformen, die unterschiedliche Menschen ansprechen und neue Zugänge zum Glauben eröffnen. Dazu gehören auch punktuelle zentrale Pfarreigottesdienste, etwa im Rahmen eines Pfarreifestes, eines Linzgau-Bodensee- Katholikentags oder eines anderen Glaubensfestes.
 
 
 
Eckpunkt 6
Verlässliche und transparente Veröffentlichung
Alle Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen sowie zu besonderen Anlässen werden weiterhin verlässlich und zeitnah veröffentlicht. Dies geschieht in den lokalen Pfarr- und Amtsblättern sowie gebündelt auf der Homepage; perspektivisch ist zudem eine Veröffentlichung über soziale Medien und in einem gemeinsamen Pfarreimagazin vorgesehen.
Dabei wird jeweils auch die Leitung des Gottesdienstes benannt, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten.
 
 
 
Eckpunkt 7
Verkündigung in lebendiger Vielfalt
Wir fördern bewusst vielfältige Formen der Verkündigung, etwa durch Dialogpredigten, geistliche Impulse oder kreative Formate in Wort-Gottes-Feiern. Diese werden von haupt- und ehrenamtlich Engagierten getragen.
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