Uns allen ist bewusst, dass es schon viel schlechtere Zeiten als die unsere gab. Wir wissen, dass da Zeiten waren, die in einem ganz anderen Maße von Krieg, von Hunger, von Krankheit und Not geprägt waren.
Hineingeboren
Und doch habe ich den Eindruck, dass die meisten unsere Zeit nicht einfach als eine gute Zeit bezeichnen würden. Denn unsere Zeit ist eine Zeit mit dunklen Wolken am Horizont. Es ist eine Zeit mit vielen Fragen, auf die gewohnte Antworten nicht mehr zu gelten scheinen. Es ist eine Zeit in der viel sicher Geglaubtes unsicher wird. Die Fragen dieser Zeit scheinen manchmal keinen Weg offen zu lassen für eine Wendung zum Guten. So fällt es vielen schwer mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen.
Aber auch in dieser Zeit feiern wir Weihnachten. Wir feiern, dass unser Gott Mensch geworden ist und damit hineingeboren wird in unsere Geschichte. Das ist im umfänglichen Sinne zu verstehen. Gott wird hineingeboren gerade auch in die schwierigen Momente unserer Geschichte.
Er sagt uns zu, dass er mit uns ist, auch dann, wenn wir das vielleicht manches Mal nicht spüren können. Darauf dürfen wir vertrauen.
Er sagt uns zu, dass er unsere Geschichte letztlich zur Heilsgeschichte wenden wird. Das soll unsere Hoffnung sein. Eine Hoffnung, die wir finden können indem wir ihn finden.
Wäre das nicht unser ganz persönliches Weihnachten, auch in unserem hier und heute, diesen Gott zu finden als einen der hier und heute mit uns ist? Könnte das nicht etwas sein, was es uns ermöglicht auszuhalten, dass wir mehr Fragen als Antworten sehen?
Könnte das es uns ermöglichen, die Fragen unserer Zeit mit Hoffnung anzugehen?
Martin Heine, Kooperator

