Südkurier, 19. Januar 2012 (büj)

Vorfreude auf barrierefreies Haus

Markdorf hat einen neuen Verein. Am Dienstagabend trafen sich dessen Gründungsmitglieder im großen Saal im Obergeschoss der Mittleren Kaplanei.

Eben dort liegt auch der eigentliche Zweck der umstandslos beschlossenen Vereinssatzung: ein „barrierefreies Gemeindehaus“ für die katholischePfarrgemeinde St. Nikolaus. „Unser Ziel ist es“, so erläuterte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans-Christian Körber, „die vorhandenen Räumlichkeiten so auszubauen, dass sie künftig auch von größeren Gruppen sinnvoll genutzt werden können“.

Derzeit sei dies kaum möglich. Zum einen, weil der Versammlungsraum unter dem Dach der Mittleren Kaplanei recht klein ist. Zum anderen, weil er nur über eine relativ steile Treppe erschlossen ist. Diese Treppe bedeute für Menschen mit beeinträchtigtem Gehvermögen eine große Hürde. „Als im September 2006 aus dem Pfarrgemeinderat ein Anfrage gekommen ist, ob hier keine Abhilfe möglich ist“, so erinnerte Körber, „war die Barrierefreiheit das Hauptanliegen“. Das liege nun mehr als fünf Jahre zurück, so Körber.

Inzwischen gab es eine Machbarkeitsstudie des erzbischöflichen Bauamts Konstanz. „Leider kam aber der Schwelbrand in der Pfarrkirche dazwischen“, bedauerte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Die beträchtlichen Schäden in der Kirche führten dazu, dass das Thema Kaplanei-Umbau einstweilen ruhen musste. Ein Zeitverzug, der um so bedauerlicher sei, als gleichzeitig mit den Umbauplänen auch ein Sanierungskonzept im Raume stand. Und das sei von einiger Dringlichkeit. So führte Zimmermannsmeister Andreas Beck aus, der dem Gründungsgremium die Aus- und Umbaupläne erläuterte.

Danach bleibt die äußere Gesamtsituation des Gebäuderiegels an der Kirchgasse weitgehend unverändert. Im Erdgeschoss werde sich nach der bisherigen Planung wenig tun. Lediglich der Haupteingang soll ins nördliche Gebäudedrittel verlagert werden. Denn dort gebe es kein Kellergewölbe. Sodass Platz ist, einen die Barrierefreiheit gewährleistenden Aufzug zu erstellen. Größere Veränderungen gebe es dafür im Obergeschoss, wo die Stirnwände des bisherigen Saals fallen und das Dach nach oben hin geöffnet würde.

Insgesamt rechnet die Pfarrgemeinde mit Kosten von 1,6 bis 2 Millionen Euro, wobei mit Zuschüssen vom Bistum zu rechnen sei. Freilich nur unter der Maßgabe, dass der von der Gemeinde eingebrachte Eigenbeitrag hoch genug ist. Allein mit den derzeit vorhandenen Mitteln sei da wenig zu machen, erklärte Pfarrer Ulrich Hund. Dementsprechend lange müssten die Markdorfer Katholiken deshalb auf ihren vergrößerten Pfarrsaal warten.

Wesentlich optimistischer zeigte sich Gebhard Geiger. Er, der am Dienstag abend zum Vorsitzenden des Baufördervereins Mittlere Kaplanei gewählt worden ist, erinnerte an die unerwarteten Erfolge des Orgelbauvereins. Auch bei dessen Gründung schien der Bau einer neuen Orgel ähnlich fern. Aber dann hätten sich die Markdorfer von ihrer findigen Seite gezeigt und inzwischen gehöre die Orgel längst zum festen Inventar der St.-Nikolaus-Kirche.

Der Vorstand:
Vorsitzender Gebhard Geiger, stellvertretender Vorsitzender Manfred Lorenz, Schriftführerin Brigitte Körber, Kassiererin Maria Stump,  Rolf Schneckenbühl (zusätzliches Vorstandsmitglied). Kassenprüfer Franz Kopp und Petra Holstein.

 

Schwäbische Zeitung, 19. Januar 2012 / Brigitte Walters

Bauförderverein Mittlere Kaplanei nimmt großes Vorhaben in Angriff

Ein erster Schritt zum Umbau der Mittleren Kaplanei St. Nikolaus ist gemacht. Am Dienstag wurde der „Bauförderverein Mittlere Kaplanei St. Nikolaus“ gegründet. Bei der Gründungsversammlung unterschrieben bereits 28 Pfarrmitglieder die Beitrittserklärung, sie beschlossen die Satzung und wählten Gebhard Geiger einstimmig zum Vorsitzenden.

Es sei die richtige Entscheidung, die Mittlere Kaplanei zu sanieren und zum Gemeindehaus umzubauen, sagte Gebhard Geiger. Der barrierefreie Zugang zum Pfarrsaal sei eine dringende Notwendigkeit. Ein weiterer positiver Punkt sei, dass durch den Umbau das äußere Bild des Gebäudes nur wenig verändert werde. Nun gelte es möglichst rasch viele weitere Mitglieder zu werben und Spenden zu sammeln. „Mein Wunsch ist es, das der Umbau in einem überschaubaren Zeitrahmen verwirklicht werden kann“, nannte Geiger das Hauptziel.

„Der erste wichtige Schritt auf einem langen Weg bis zum Umbau der Mittleren Kaplanei ist getan“, freute sich Hans-Christian Körber, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates am Ende der Gründungsversammlung. Nun gelte es, eifrig weitere neue Mitglieder für den Bauförderverein zu werben. Der neue Verein solle die Planungen zum Umbau der Kaplanei begleiten, Spenden sammeln, zudem kreative Ideen entwickeln, um die Spendenbereitschaft der Bürger noch zu verstärken, nannte Pfarrer Ulrich Hund die wichtigsten Aufgaben des Baufördervereins.

Seit Jahren gibt es in der katholischen Pfarrei St. Nikolaus Überlegungen zum Umbau der Mittleren Kaplanei neben der Kirche, berichtete Hans Christian Körber. Der bisherige Pfarrsaal im Dachgeschoss ist für gehbehinderte und ältere Menschen nur nach mühseligem Treppensteigen erreichbar, auch ist der Raum inzwischen für die Aktivitäten der rund 5000 Pfarrmitglieder zu klein. Das Erzbischöfliche Bauamt in Konstanz erstellte eine Machbarkeitsstudie, wie das Gebäude umgebaut werden kann, um den geänderten Anforderungen der Pfarrgemeinde zu entsprechen, so ist der Anbau eines Aufzuges geplant. Das Dach muss in den nächsten Jahren saniert und insgesamt muss das Gebäude energetisch überarbeitet werden, erläuterte Andreas Beck weitere notwendige Baumaßnahmen. Es wird mit rund zwei Millionen Baukosten gerechnet, von denen die Pfarrgemeinde mindestens die Hälfte finanzieren muss. Deshalb wurde die Idee des Fördervereins geboren.

Die Vergrößerung des Pfarrsaals und der barrierefrei Zugang seien dringend notwendig, sagte Pfarrer Ulrich Hund. Auch wenn es noch Bedenken vom Denkmalamt wegen einiger Umbauten und vom bischöflichen Ordinariat wegen der Finanzierung gebe, habe er die Hoffnung, dass der Umbau in absehbarer Zukunft verwirklicht werden kann.

In den Vorstand des Baufördervereins wurden gewählt: Gebhard Geiger (1. Vorsitzender), sein Stellvertreter ist Manfred Lorenz, Schriftführerin Brigitte Körber, Beisitzer Rolf Schnekenbühl, Kassiererin Maria Stump. Die Kasse prüfen Petra Holstein und Franz Kopp.

Beitrittserklärungen für den Bauförderverein gibt es im Pfarramt St. Nikolaus unter Telefon 07544 / 95 18 15.

 

Südkurier, 6. Oktober 2011

Kinder gestalten Erntedank

Stabfigurentheater erzählt die Geschichte vom „Boot und den vielen Fischen“

Markdorf-Ittendorf (büj) Ihre eigene Erntedankfeier haben die Kinder des Ittendorfer St.-Martin-Kindergartens in der Pfarrkirche St. Martin gefeiert. Und Pfarrer Ulrich Hund, Leiter der Seelsorgeeinheit, war überrascht von dem, was ihm die Mädchen und Jungen boten. Zum Beispiel ein Stabfigurentheater, das die Geschichte vom „Boot und den vielen Fischen“ erzählte. Jenen Bericht aus dem Neuen Testament also, in dem geschildert wird, wie Jesus den Petrus und dessen Fischerkollegen dazu aufforderte, neuerlich auf den See hinauszurudern, nachdem der erste Fischzug so überaus kläglich ausgefallen war. Auf dass die zweite Partie dann sehr viel glücklicher verlaufen ist, ja sogar noch ein weiteres Boot mit hinzugezogen werden musste, weil die übervollen Netze schier zu reißen drohten.

Auf den ersten Blick scheinen See und Fische so recht zur liebevollen Dekoration in St. Martin zu passen – zu den Brotlaiben, den Ähren, den Nüssen und Kürbissen, die den Altarraum, aber auch den Bereich davor schmücken. Doch spätestens beim gemeinsamen Lied wird klar: Es geht um unser Essen in buchstäblicher und übertragender Bedeutung. Denn die Kinder singen: „4999 und einer, die haben sich satt gegessen.“ Hier geht es um Nahrung für Körper, für Geist, für Seele und den, dem wir sie verdanken.

Dass das Sattwerden durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, nahmen die 30 Mädchen und Buben mit nach Hause. Ein Teil ihrer Eltern übrigens auch, denn etliche Mütter und Väter waren ebenfalls gekommen. Sie hörten das Fürbittegebet der Kindergartenkinder, in dem Gott um Beistand angerufen wurde. Er möge helfen, die Umwelt nicht zu verschmutzen oder alle Menschen mit Nahrung zu versorgen.

„Wir möchten“, so erklärte Kindergartenleiterin Tanja Mack nach dem Gottesdienst, „dass unsere Kinder den Jahreskreis intensiv erfahren“. Und das Erntedankfest sei da fester Bestandteil, weil es sehr viel anschaulicher sei als zum Beispiel Pfingsten.

Insbesondere dann, wenn am Gottesdienstende getanzt wird zu „Los, komm, steh auf, hier geht die Post ab!“ – und sogar Pfarrer Ulrich Hund mitmacht.

 

Schwäbische Zeitung, 6. Oktober 2011

Das Christliche Bildungswerk präsentiert eine Dialogreihe
zum ersten Gebot

MARKDORF / clp Nachdem das Bildungswerk im vergangenen Jahr die zehn Gebote thematisiert hat konzentrieren sich die Teilnehmer dieses Mal auf das erste Gebot. „Wir wollen näher auf das Gebot eingehen und sehen, was es für uns heute bedeutet und wie wir danach leben“ bekräftigt Hanna Kröger-Möller.

Die Gebote regeln das gesellschaftliche Leben, wenn auch nicht immer ganz offensichtlich, sowie das Verhältnis zu Gott. Bei der Dialogreihe sollen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen befragt werden, inwieweit das erste Gebot den Alltag prägt. „Ich finde es gut, dass wir an’s Eingemachte gehen und den Bogen weit spannen“ so Pfarrer Ulrich Hund. Es sei eine große Stärke, nicht nur um den eigenen Kirchturm zu kreisen. Man wolle an die Basistexte gehen und der Frage nachgehen, was die beiden großen Kirchen verbindet. „Es ist eine spannende Form, mit Menschen in das Gespräch zu kommen, wir wissen nicht, was uns erwartet“ freut sich Pfarrerin Christiane Quincke. Gespannt auf die Resonanz sind alle Beteiligten. „Wir erhoffen uns durch das andere Format eine viel stärkere Beteiligung“ sagt Hanna Kröger-Möller, die gemeinsam mit Steffen Rooschüz die Gesprächsreihe moderiert.

„Es werden Gespräche auf Augenhöhe und wir empfangen von anderen, wie sie glauben“ so Pfarrer Hund. Überhaupt gehe es um die eigene Meinung und nicht um fundiertes Wissen. „Wir als Pfarrer haben den Glauben schließlich nicht gepachtet“ schmunzelt Pfarrer Hund. Der Glaube brauche Gespräche und Gesichter und diese zwei Aspekte werden in der Dialogreihe zusammen gebracht. Der Schwerpunkt liege darauf, wie das erste Gebot heute zu verstehen ist. „Die Gäste haben eine ganz andere Perspektive als wir und es wird spannend“ versichert Pfarrerin Quincke und so wird es mit Sicherheit für alle Teilnehmer ein interessanter Abend.

Das Christliche Bildungswerk lädt zu der Diskussion am Sonntag, 9. Oktober, ab 18 Uhr ins Haus im Weinberg, Weinsteige in Markdorf, ein, Die Veranstaltung dauert ungefähr 1,5 Stunden, der Eintrittspreis beträgt fünf Euro.

 

Südkurier, 21. September 2011

Erinnern an die christliche Nächstenliebe

Hilfseinrichtungen machen bei Caritas-Gottesdienst in St. Nikolaus auf sich aufmerksam

Markdorf (büj) Üblicherweise findet er am 25. oder 26. Sonntag im Jahreskreis statt. Doch in diesem Jahr wurde er vorverlegt: der Caritas-Sonntag, an dem die bundesdeutschen Katholiken an die christliche Nächstenliebe, insbesondere an die Rolle der Wohltätigkeit in ihrer Kirche erinnern. Der Grund für diese Terminverschiebung liegt im Papstbesuch. Wenn der Heilige Vater nächste Woche nach Deutschland kommt, würde das Anliegen des Caritas-Verbandes, am Caritas-Sonntag auf die verschiedenen Aktivitäten in den Gemeinden hinzuweisen, verdeckt werden.

Auch in Markdorf stand die sonntägliche Eucharistiefeier ganz im Zeichen der Caritas. Nicht zuletzt verkündeten das jene Plakate der einschlägigen Organisationen im Altarraum der St.-Nikolaus-Kirche. Sie zeigten, wie behinderte mit nicht behinderten Menschen zusammenleben. Wie Beeinträchtigte mit Nicht- oder weniger Beeinträchtigen gemeinsam ihren Alltag, aber auch ihre Feiertage gestalten können.

Dass solches Miteinander sich sehr gut gestalten lässt, demonstrierten einige Mitarbeiter der örtlichen Hilfs- und Caritas-Einrichtungen beziehungsweise deren Schützlinge im Gottesdienst. Da lasen Einwohner der Markdorfer St.-Gallus-Hilfen-Wohnanlage die Fürbitte, da ministrierte ein Mädchen mit verzögerter Entwicklung. Und Gerda Dilger, Dekanatsvorsitzende der Caritas-Konferenz Linzgau, bekannte von der Kanzel herab, dass auch sie so gar nicht perfekt sei, nachdem sie sich vor einigen Jahren durch einen Zeckenstich mit Neuro-Borreliose infiziert habe und unter Taubheitsgefühlen leide. „Jeder ist wichtig, jeder wird gebraucht“, lautete Gerda Dilgers Botschaft. In Markdorf sei das Angebot der Caritas-Einrichtungen zwar relativ groß. es reicht von der Sozialstation über die Außenstellen der Stiftung Liebenau beziehungsweise St.-Gallus-Hilfe bis hin zum Mehrgenerationenhaus. Unterstützer und Helfer könne es aber nie genug geben. Das gelte auch für Spender.

 

Südkurier, 21. September 2011

Paten dringend gesucht

Die Markdorfer starten neues Hilfsprojekt in Huancaray, Peru. Die medizinische Versorgung, besonders von schwangeren Frauen, bleibt weiter ein großes Thema.

Dorothea Rogalla und Regina Lorenz sind mit gemischten Gefühlen aus Huancaray, der peruanischen Partnergemeinde der katholischen Seelsorgeeinheit, zurückgekehrt. Zum einen konnten sie sich davon überzeugen, dass die Hilfe aus Markdorf deutlich spürbar ist und sich die Andenregion in die richtige Richtung entwickelt. „So haben wir kaum noch schmutzige Menschen gesehen“, erzählt Rogalla. Das sei bei ihrem letzten Besuch noch anders gewesen und macht deutlich: Das aus Markdorf finanzierte Wasserprojekt zeigt Wirkung.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Sachen, die die beiden Frauen nachdenklich gestimmt haben. Ein wichtiger Punkt ist die Ernährung. Die Menschen ernähren sich falsch, essen wenig bis überhaupt kein frisches Obst und Gemüse. Die Folge: Vitaminmangel und schlechte Zähne. Weitere Projekte, die nun umgesetzt werden sollen, ist das veränderte Angebot der Apotheke. Statt Medikamente werden dort nun verstärkt Vitaminpräparate verteilt. Außerdem soll mit Kindergärten und Schulen zusammengearbeitet werden, damit es dort bald Zahnbürsten für die Kinder gibt.

Die medizinische Versorgung ist ein großes Thema. In Huancaray gibt es seit einigen Jahren ein Gesundheitszentrum, das von der Bevölkerung allerdings nicht so gut angenommen werde, wie erhofft. So haben schwangere Frauen die Möglichkeit die Tage vor der Geburt in dem Zentrum zu verbringen, damit sie medizinisch versorgt sind. Denn in Huancaray sind Todgeburten leider keine Seltenheit, wie Regina Lorenz berichtet und in der Zeit auch miterleben musste. Zwar wird beim Einsetzen der Wehen die Hebamme gerufen, doch bis sie eintrifft, ist es oft zu spät. Die Entfernungen, die zurückgelegt werden müssen, sind zu weit und können mehrere Stunden dauern. „Daher ist es für die Frauen sehr wichtig, dass sie rechtzeitig vor der Geburt betreut werden“, so Regina Lorenz.

Allerdings müssen die Frauen in dieser Zeit die Verpflegung selbst übernehmen, was sich die meisten nicht leisten können – und somit dem Zentrum fern bleiben. „Das wollen wir ändern“, so die beiden Markdorferinnen. Deshalb suchen Rogalla und Lorenz Paten, die für einen Zeitraum von einem Jahr die Frauen mit monatlich mindestens zehn Euro unterstützen und so die Verpflegung sicherstellen.

Lorenz und Rogalla hoffen, dass sich die gute und sichere Unterkunft unter den Frauen herumspricht, und sie das Gesundheitszentrum mit all seinen Vorteilen annehmen. Werden die Kinder nämlich dort geboren, sind sie im staatlichen Programm erfasst und erhalten Nachsorgeuntersuchungen. Bringen die Frauen, die Babys zu Hause auf die Welt, bleiben ihnen diese Leistungen verwehrt. „Wenn das Kind unter optimalen Voraussetzungen geboren wird, dann hat es alle Chancen auf dieser Welt“, so Rogalla.

 

Südkurier, 1. August 2011

Ausbildung zum Priester ist vollendet

Abschiedsgottesdienst für Vikar Steffen Jelic, der eine eigene Seelsorgeeinheit im Ortenau-Kreis übernimmt

Markdorf (büj) Mit einem Gottesdienst und einem Stehempfang vor der St.-Nikolaus-Kirche hat die katholische Seelsorgeeinheit Markdorf am Samstagabend Abschied von Steffen Jelic genommen. Der Vikar wird nach zwei abschließenden Priesteramts-Ausbildungsjahren in den Gehrenberg-Pfarreien eine eigene Seelsorgeeinheit übernehmen. Der Weg führt Jelic nach in Friesenheim im Ortenau-Kreis.

„Gehet hin in Frieden“, verabschiedete Jelic die im Schiff der Markdorfer Hauptkirche versammelte Gemeinde. Die Menschen waren aus sämtlichen Pfarreien der Seelsorgeeinheit gekommen. Die rege Beteiligung war sicher auch Ausdruck des Danks und Zeichen der innigen Verbundenheit mit dem junge Geistlichen. Bei den Markdorfer Katholiken war Jelic immer äußerst beliebt. Pfarrer Ulrich Hund sagte in seiner Abschiedsrede, Jelic habe vielen Christen weitergeholfen durch seine offene Art. Ähnlich hatte es zuvor auch Christian Körber, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, ausgedrückt. Körber erinnerte an Jelics Bereitschaft, sich auf die Vorbehalte der vermeintlich Kirchenfernen einzulassen.

Steffen Jelics Wesen sei einladend, sei wahrhaftig und geprägt von tiefer Gläubigkeit, so der Tenor sämtlicher Dankes- und Abschiedsreden nach dem Gottesdienst. Dank abgestattet hatte unterdessen auch der scheidende Vikar und künftige Pfarrer von Friesenheim selbst bei seiner Gottesdienst-Predigt. Er ermunterte die Markdorfer, sich auf Neues einzulassen und sich getrost ihrem Glauben hinzugeben, selbst wenn das nicht immer leicht falle – etwa in Zeiten, in denen die zukünftigen Pfade der Kirche so ungewiss scheinen wie gerade heute. Freimütig bekannte sich Jelic zu eigenem Zaudern, aber auch zum tiefen Glaubenstrost desjenigen, der sein Zögern überwunden hat.

 

Schwäbische Zeitung, 13. Juli 2011

Ende: Für Vikar Jelic kommt wohl kein Nachfolger

MARKDORF/BERMATINGEN / sz (sto/dre) - Der Bermatinger Pfarrgemeinderat hat am Dienstag getagt. Ein Thema, das die Seelsorgeeinheit seit längerem beschäftigt, war dabei die Besetzung der Vikarstelle. Die Vorsitzende Ruth Karrer gab bekannt, dass die Stelle definitiv nicht mehr besetzt werde. „Seit gut einer Woche ist geklärt, dass Vikar Steffen Jelic Markdorf verlässt. Er wird im September in Friesenheim bei Lahr eine Pfarrei übernehmen. Bis zum 22. August wird er die Seelsorgeeinheit endgültig verlassen“, ergänzte Pfarrer Ulrich Hund. Eine Lösung ist jedoch zusammen mit dem Bistum gefunden worden. Mit einem Jahresvertrag bekommt die Pfarrei Unterstützung von Hersberg. Pater Hans Müller wird mit einer halben Stelle die Seelsorger unterstützen. Hund garantiert die sonntäglichen und die werktäglichen Gottesdienste. Einschränkungen wird es bei den Beichtgelegenheiten geben. „Ich kann nicht den Pater aus Hersberg zu einem festen Beichttermin kommen lassen und dann kommt keiner zum Beichten“, so der Pfarrer. Pastoralreferent Klaus Hermle ging detailliert auf die Auswirkungen speziell für Bermatingen ein. Einige Dinge werden beibehalten. Die weißen Sonntage bleiben wie bisher. Lediglich bei der Vorbereitung zur Erstkommunion wird sich etwas ändern. Es wird eine zentrale Vorbereitung der Kommunionsmütter und -väter geben. Die Osteragape soll nicht mehr von den Katechetinnen übernommen werden. Jelic hat sich im Schulbetrieb intensiv eingebracht. Palmbasteln, Kinderkreuzweg oder an Ostern eine Aufführung der Passion mit Kindern. Hier müssen neue Wege und Personen gesucht werden, die sich einbringen.

Die Planungen, die vorgestellt wurden, gelten bei drei Seelsorgern und den bislang fünf Pfarreien die zu Seelsorgeeinheit gehören. Sollte Kluftern noch dazu kommen gibt es auch schon Planungen. Pfarrer Hund sieht eine kleine Chance, dass die Vikarstelle in einem Jahr eventuell doch wieder besetzt wird.

Vikar Steffen Jelic selbst hat sieht den Wechsel von Markdorf in den Schwarzwald mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Auf der einen Seite reizt ihn die Herausforderung, als Pfarrer mehr Verantwortung zu haben und direkter Ansprechpartner für Gläubige zu sein. Auf der anderen Seite ist im Markdorf ans Herz gewachsen: Neben der geistlichen Arbeit, den Glaubenskursen, der Erstkommunion in Bermatingen und der Arbeit mit den Ministranten haben sich vor allem die Feste und das Feiern in Markdorf eingeprägt: „Dass man da gleich eingebunden wurde, habe ich sehr geschätzt“, so Jelic, der sich auch als Fan der Fasnet in Markdorf outet. Bevor er allerdings seine neue Stelle in Friesenheim antritt, gibt es noch einiges zu tun: „Ich möchte Dinge, die ich angestoßen habe, noch gut übergeben“, sagt der Vikar, der seit September 2009 in Markdorf war. So gibt es noch eine Sitzung mit dem Liturgieausschuss und auch die Treffen mit den Mesnern als Plattform des Austauschs stehen noch auf der Agenda. Offizielle Verabschiedung ist bereits am Samstag, 20. Juli, in der Kirche.

Für die Kirche bedeutet das mehr Arbeit mit weniger Personal: Auch einen Zivi gibt es nicht mehr, Bundesfreiwilligendienst ist bisher kein Thema für die Markdorfer Geistlichen. Jelic: „Manches muss vielleicht wegfallen oder auf andere Schultern verteilt werden.“

 

Südkurier, 12. Mai 2011

Über den Kirchturm hinaus

Weit „über den Kirchturm hinaus“ hat der „Runde Tisch“ am Dienstag, 10.05.2011, geschaut. Er hat sich mit neun ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kirchengemeinden und des Caritasverbandes Vorarlberg im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde St. Georg, Bermatingen beraten.

Der „Runde Tisch“ ist ein Treffen von ehrenamtlichen Caritas-Verantwortlichen, Besuchsdienstmitarbeiter(innen) und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden aus Kirchengemeinden des Dekanates Linzgau. An diesen Treffen nimmt auch Herr Hatt, Geschäftsführer des Caritasverbandes Linzgau e.V., teil. Der „Runde Tisch“ kommt zweimal im Jahr zusammen.

 

Beim Treffen am Dienstagnachmittag stand folgende Frage im Mittelpunkt: Wie kann das Netz beschaffen sein, dass caritativ ehrenamtlich Tätige in ihrer Kirche vor Ort knüpfen, so dass Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, bei der Vergrößerung der Seelsorgeeinheiten nicht „durch die Maschen des Netzes fallen“?

Gerda Dilger, Mitglied des Leitungsteams des „Runden Tisches“ und Vorstandsmitglied des CKD-Diözesanverbandes Freiburg e.V., begrüßte 37 Teilnehmende. In ihren Begrüßungsworten wirbt sie für ein Miteinander im Knüpfen eines tragfähigen Netzes und wünscht dem heutigen Treffen, dass bedeutende Knoten für diese Knüpfarbeit gefunden werden.

Mathilde Roentgen, Geschäftsführerin des CKD-Diözesanverbandes Freiburg e.V., gibt einen Impuls zu Kirche im Verständnis eines Netzes, für das alle wichtig sind. Daran anschließend sind die Teilnehmenden in Untergruppen ihrem Verständnis von Kirche „auf die Spur“ gekommen und haben die Vorstellung von „Wir sind das Netz – wir sind Kirche“ ausgetauscht.

In einem weiteren Schritt knüpft Mathilde Roentgen an den Seminartag „Teilhabe im Alter“ des CKD-Diözesanverbandes Freiburg e.V. am 02.02.2010 in Bermatingen an. An diesem Tag sind erste Merkmale für eine „Kirche vor Ort“ genannt worden: generationenübergreifend, vernetzend und geistlich ermutigend.

Darauf aufbauend stellen Mathilde Roentgen und Ingrid Böhler, Stellenleiterin der Pfarrcaritas des Caritasverbandes Vorarlberg, die Praxis sowie die Überlegungen ihrer Verbände zur Beschaffenheit des Caritas-Netzes der „Kirche vor Ort“ vor. Das Wichtigste ist es, in der „Kirche vor Ort“ die Nähe zu den Menschen zu wahren. Dies gilt für alle Generationen und unabhängig ihrer Nationalität und Religionszugehörigkeit.  Ebenfalls wichtig ist es, sich im Gemeinwesen, auch „über den Kirchturm hinaus“, zu vernetzen, um das Netzwerk der Menschen zu stärken. So ist das Zusammenwirken mit der kommunalen Verwaltung und kommunalen Einrichtungen, sowie mit Vereinen, Gewerbebetreibenden, politischen Parteien, Wohlfahrtsverbänden etc. zu suchen. Sich geistlich begleiten zu lassen, geistliche Ermutigung suchen, um andere Menschen geistlich zu begleiten strichen die Verbandsvertreterinnen ebenfalls als wichtig heraus. Ehrenamtliche, die sich geistlich begleiten lassen, haben den Mut z.B. Sinn suchende Menschen Antworten zu geben, Trauernde zu begleiten, Exerzitien im Alltag anzubieten oder eine Wortgottesdienstfeier zu leiten.

Das Hauptaugenmerk wurde an diesem Nachmittag darauf gelegt, wie die Nähe zu Menschen, die Unterstützung brauchen, gewahrt werden kann. Dies wird bereits in vielen Kirchengemeinden durch die Besuche bei kranken -, einsamen Menschen, etc. wahrgenommen. Da in vielen Kirchengemeinden die Öffnungszeiten der Sekretariate gekürzt werden, schlägt der CKD-Diözesanverband Freiburg e.V. vor, dass ehrenamtlich caritativ Tätige Anlaufstellen einrichten, in denen Menschen materielle Hilfe und Beratung erhalten. Aber auch Menschen in Krisensituationen (z.B. Tod eines Angehörigen, etc.) und religiös nicht gebundene, Sinn suchende Menschen in Anlaufstellen ein „offenes Ohr“ finden. Welche Ausrichtung die Anlaufstelle einnimmt, hängt vom Bedarf der „Kirche vor Ort“ ab. Sie können eingerichtet werden an Treffpunkten im Gemeinwesen, z.B. in Foyers von kirchengemeindlichen oder kommunalen Einrichtungen. Die Pfarrcaritas Vorarlberg berichtet über ihr kostenloses Sozialpatenprojekt. Es besteht seit 2008, und  zwischenzeitlich arbeiten 70 Sozialpaten ehrenamtlich in allen Bezirken Vorarlbergs. Sie unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sie beraten , sie begleiten sie zu Behörden, etc. Ebenfalls gute Erfahrungen machen Ehrenamtliche aus Vorarlberg damit, dass sie Menschen, die in Krisen sind, zu sich nach Hause, z.B. zum Essen, einladen. Ingrid Böhler berichtet auch beispielhaft von gezielten Aktionen. Um diese Vorschläge weiter zu vertiefen, treffen sich die Teilnehmenden in Untergruppen zu den Anliegen: „Anlaufstellen“, „Sozialpatenschaft“, „Einladung nach Hause“, „Aktionen“. In diesen Untergruppen haben sie auch die Möglichkeit diese Vorschläge auf ihre Umsetzbarkeit in ihrer „Kirche vor Ort“ abzuklären.

Die Teilnehmenden auf beiden Seiten der Grenze empfanden dieses Austauschtreffen als sehr anregend und hilfreich für ihre Aufgabe, Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, auch bei der Vergrößerung der Seelsorgeeinheiten ein tragfähiges Netz zu knüpfen. Es ist beabsichtigt, ein solches Treffen zu wiederholen.

 

Südkurier, 15. Februar 2011 / Jörg Büsche

Amtszeit von Steffen Jelic geht zu Ende

Vikar Steffen Jelic bekommt bald sein Pfarrexamens-Zeugnis und dann will er sich auf freie Stellen in der Diözese berwerben. Er wird aber mindestens noch bis zum Sommer in Markdorf bleiben. Ein Nachfolger steht bisher noch nicht fest.

Für Steffen Jelic war das zurückliegende Jahr überaus arbeitsreich. Denn zu jenen Aufgaben, die der junge Vikar in der Seelsorgeeinheit zu erfüllen hat, die rein seelsorgerischen, die liturgischen, aber auch die Betreuung der Ministranten sowie der Erstkommunikanten in Bermatingen und Hepbach, kamen noch die Belastungen der Prüfungsvorbereitung hinzu: eine weitere wissenschaftliche Arbeit, Prüfungs-Predigten und schließlich die mündlichen Prüfungen. Auf die kann Steffen Jelic unterdessen entspannt zurückblicken, da er sie bestanden hat. Sein Zeugnis wird ihm Ende Februar überreicht. „Von da an kann ich mich dann auf freie Pfarrstellen in der Diözese bewerben“, erklärt Jelic.

Wahrscheinlicher jedoch ist, dass der erzbischöfliche Personalreferent seinen Neu-Pfarrern eine Stelle anbietet. Zumal er die Verhältnisse ganz genau kennt und von daher besser einschätzen kann, wo die Belastungen nicht gleich ins Uferlose wachsen. Niemandem ist gedient, wenn sich die jungen Pfarrer gleich überfordern. Anders als seine beiden Vorgänger Jens Fehrenbacher und Aroul Lourdu trat Steffen Jelic seine Markdorfer Vikarsstelle an, nachdem er seinen ersten, den dreijährigen Ausbildungsabschnitt, in Karlsruhe bereits abgeschlossen hatte. In der Gehrenberg- Seelsorgeeinheit ist er also nur noch in der zweiten und kürzeren zweijährigen Phase. Was bei vielen in der Pfarrgemeinde zu überraschten Nachfragen führte, weil Jelics Zeit in Markdorf sich nun bereits dem Ende zuneigt. Dass er der Seelsorgeeinheit erhalten bleibt, damit rechnet der 35-Jährige nicht. „Mit priesterlichem Personal sind wir hier ja noch relativ gut ausgestattet“, erklärt Jelic und hat dabei den vielerorts herrschenden akuten Priestermangel im Auge.

Doch vorgreifen möchte er den Entscheidungen des Freiburger Personalreferenten auf keinen Fall, erklärt Jelic. Und davon abgesehen hat der Vikar in Markdorf noch viele Pläne. Da sei etwa der nächste Glaubenskurs zum Thema Spiritualität; eine Wallfahrt möchte Jelic auch noch anbieten. Hinzu kommt eine intensivere Mesmer- und Kommunionshelfer-Arbeit, kündigt Jelic an.

„In Markdorf gefällt es mir sehr, sehr gut“, erklärt Steffen Jelic. Im Gegensatz zum Karlsruher Ausbildungsabschnitt gebe es rund um die Gehrenbergstadt wesentlich mehr Kontakte. Das reiche vom Persönlichen bis zum öffentlichen Leben in der Stadt. „Die Menschen sind herzlich, offen und direkt“, sagt der Vikar. Ob es einen Nachfolger für Jelic geben wird, steht noch nicht fest.

 

Südkurier, 8. Februar 2011

Keine Kommunion 2011 in Hepbach

Da es in Hepbach in diesem Jahr kein einziges Kommunionkind gibt, fällt die Kommunion aus. „Das ist manchmal leider so“, sagt Pfarrer Ulrich Hund.

Auch in Ittendorf sind es 2011 wenige Kommunionkinder. Sie bekommen Unterstützung von Kindern der Sonnenbergschule Buggensegel aus Salem. Für die Gemeinde sei die Kommunion immer ein schönes Fest, so Hund. „Schade, wenn es nicht stattfindet.“ Einige Gottesdienste für die Kommunionkinder werden dann gemeinsam in der St.-Nikolaus Kirche veranstaltet.

 

Südkurier, 8. Februar 2011

Sechste Pfarrei kommt dazu

St. Sigismund Hepbach, St. Jodokus Bergheim, St. Martin Ittendorf, St. Georg Bermatingen und St. Nikolaus Markdorf gehören zur Seelsorgeeinheit Markdorf. Bis 2015 wird eine sechste Pfarrei dazu kommen: St.Gangolf Kluftern. Pfarrer Ulrich Hund sei von dieser Entscheidung des Erzbistums Freiburg überrascht gewesen. Erst vor wenigen Jahren hatte man St. Jodokus Immen-staad, Maria Himmelfahrt Kippenhausen, St. Johann Baptist Hagnau und Kluftern im derzeitigen Zuschnitt zusammgelegt – nun werden die Pfarreien auf Meersburg (Immenstaad, Kippenhausen und Hagnau) und Markdorf (Kluftern) verteilt.

Der Hintergrund ist der, dass vor allen angesichts des immer mehr ins Gewicht fallenden Priestermangels die Zahl der Seelsorgeeinheiten im Erzbistum von bisher 317 um ein Drittel reduziert wird. In Zukunft wird es nur noch rund 225 Seelsorgeeinheiten geben. Mit der Reduzierung sollen laut einer Pressemitteilung der Erzdiözese die Kräfte gebündelt und das kirchliche Leben in den Gemeinden vor Ort gestärkt werden. Die Pläne der Erzdiözese waren in den Gemeinden Immenstaad und Kluftern zunächst auf wenig Gegenliebe gestoßen – die Pfarreien wären gerne zusammengeblieben. Daher habe es Überlegungen gegeben, so Pfarrer Hund, dass alle vier Pfarreien nach Markdorf integriert werden. „Mit dem Ergebnis, dass Markdorf dann neun und Meersburg zwei Pfarreien gehabt hätte. Das erschien uns dann noch etwas zu viel.“ Nach langen Diskussionen habe man sich dann doch mit dem Freiburger Gedanken anfreunden können.

Die Umstellung bedeutet zwar mehr Arbeit, mehr Planung und mehr Organisation, da die Strukturen komplizierter werden, doch: „Kluftern ist eine lebendige Gemeinde und es wird für uns alle eine Bereicherung sein“, so Pfarrer Hund. Wie und wann genau die Eingliederung vollzogen wird, ist noch unklar. Fest steht, dass die Umstrukturierung bis 2015 abgeschlossen sein soll.

Inwieweit sich die Umstellung auf das Peronsal auswirken wird, ist noch unsicher. Da es immer weniger Bewerber gibt, wird die Zahl der aktiven Priester in der Erzdiözese kontinuierlich zurückgehen. So muss Pfarrer Hund auch abwarten, wie es mit der Besetzung von Stellen aussieht. Vikar Steffen Jelic ist im Sommer zwei Jahre in Markdorf. Dann endet seine Amtszeit. Dass Jelic die Stadt verlässt, ist nach Hund „sehr wahrscheinlich.“ Mehr könne er im Moment nicht sagen, auch nicht, ob es einen Nachfolger geben wird. „Diese Entwicklung verfolge ich mit Besorgnis“, so Hund. Bis jetzt habe er immer einen Vikar zu Seite gehabt und er hofft, dass das auch so bleibt.

Die derzeitigen Kirchengemeinden einer Seelsorgeeinheit bilden künftig – spätestens ab 1. Januar 2015 – eine gemeinsame Kirchengemeinde und haben dann einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat sowie einen gemeinsamen Stiftungsrat. Ein Ziel dabei ist, Aufgaben – insbesondere in der Verwaltung – zu bündeln. „Das wird spannend werden“, blickt Hund nach vorn. Für das kirchliche Leben vor Ort mit seiner Differenziertheit und Vielfalt soll in den einzelnen Pfarrgemeinden ein Gremium gebildet werden, das „Gemeindeteam“ genannt wird. Es hat die Aufgabe, das kirchliche und pastorale Leben zu fördern und zu entfalten.

 

Schwäbische Zeitung, 2. Februar 2011

Bis 2015 gehört Kluftern zur Seelsorgeeinheit Markdorf

MARKDORF / iw: In vier Jahren soll die Eingliederung der Pfarrei Kluftern vollzogen sein,
sagt Pfarrer Ulrich Hund. Klar sei: „Umstellen müssen sich alle.“ Auch die fünf
Gemeinden, die jetzt schon in der Seelsorgeeinheit Markdorf zusammengefasst sind.
Planung, Organisation und Überblick werde durch die neue, größere Struktur
komplizierter. Dafür gewinne man mit Kluftern eine lebendige Gemeinde hinzu. Hund: „Das
wird sicher eine Bereicherung geben.“

Die Erzdiözese Freiburg hatte auf eine Entscheidung gedrängt. Gespräche gab es schon lange. Widerstände gegen die Pläne kamen aus Immenstaad und Kluftern, sagt der Pfarrer: Die beiden Gemeinden wollten nicht auseinandergerissen werden. So entstand die Idee, dass alle vier – auch Hagnau und Kippenhausen – zu Markdorf wechseln könnten. „Das erschien uns ein bisschen viel“, sagt Hund. Dafür habe man sich nicht erwärmen können. Es blieb bei Kluftern. Immenstaad, Hagnau und Kippenhausen verschmelzen in der Seelsorgeeinheit Meersburg.

Schon jetzt steht fest: Wegfallen werden die örtlichen Pfarrgemeinderäte. Ihre Amtszeit endet 2015. Dann wird es nur noch ein Gremium für die gesamte Seelsorgeeinheit geben. Richtzahl zur Verteilung der Sitze könnte die Gläubigenzahl sein, schätzt Hund. So genannte Gemeindeteams befassen sich dann damit, wie die Arbeit vor Ort ausgestaltet wird, lautet eine Idee des Bistums. Ulrich Hund: „Wo es Menschen gibt, die Sachen in die Hand nehmen, wird vieles möglich sein.“

2015 sollen die rechtlichen Voraussetzungen der Umstrukturierung abgeschlossen werden. Dann wird es nur noch eine Körperschaft öffentlichen Rechts geben, die auch Finanzhoheit erhält. Etliches wird in der Seelsorgeeinheit Markdorf zentralisiert werden, zum Beispiel die Vorbereitungen der Erstkommunion. Die Kommunion-Gruppen in den einzelnen Gemeinden sollen bleiben. Überlegt wird, ob es künftig einen gemeinsamen Elternabend gibt. Das hängt auch von der Besetzung der hauptamtlichen Stellen ab, sagt Pfarrer Ulrich Hund. Noch ungewiss ist, ob es einen Nachfolger für Vikar Steffen Jelic geben wird. Er verlässt Markdorf im Sommer. Dann war er zwei Jahre hier. Mit Nachricht aus Freiburg rechnet Ulrich Hund eher kurzfristig.

„Auf uns kommt mehr Arbeit zu. Wenn ein Mitarbeiter wegfallen sollte, dann sowieso mehr“, sagt er mit Blick auf die kommenden Veränderungen. Die wird vor allem er spüren. „Vom unmittelbaren Kontakt zur Gemeinde geht etwas verloren“, befürchtet der Pfarrer. Je größer die Systeme, desto mehr veränderten sich die Aufgaben in Richtung Organisation und Verwaltung. Noch nicht ganz geklärt sei die Frage, was die Ausweitung für Markdorf bedeutet: Konzentrieren sich die Aufgaben hier? Oder gibt man vielleicht auch etwas ab?

Die Stimmung in den fünf Gemeinen der jetzigen Seelsorgeeinheit sei aber durchaus positiv und motiviert. „Sie sehen auch die Chancen darin.“ Mit den „Neuen“ aus Kluftern hat es auf der Klausurtagung im November bereits Gespräche gegeben. Man hat sich beschnuppert. Nun bleibt genug Zeit, zusammenzuwachsen. Ein Prozess, der 2015 sicher noch nicht ganz abgeschlossen sein wird.

 

Südkurier, 9. November 2010

Bänke für die Jakobspilger

Firmlinge bauen Sitzmöbel für Gehau-Wäldchen, Möggenweiler Kapelle und an der Ecke Bernhard- und Stettiner Straße.

Markdorf (büj) Fabian, Dominik, Marius und Mattias haben sich fürs Handfeste entschieden. Sie wählten die Gruppe mit den Bänken aus. Die vier 15-Jährigen gehören zu den Firmlingen dieses Jahrgangs. Und sie hatten, um sich für ihre anstehende Bestätigung ihres Glaubens vorzubereiten, die Wahl zwischen rund 20 Firmungsgruppen mit ganz unterschiedlichen Themen. Das Spektrum reichte vom sozialen Dienst im Pflegeheim bis hin zu ausgesprochen religiösen Themen.

„Vieles davon war eher nicht so meins“, erklärt Fabian, der hoch aufgeschossene junge Mann. Und die anderen pflichten ihm bei. Dass sie in ihrer Firmungsvorbereitung ihr handwerkliches Geschick auf die Probe stellen konnten, kam ihnen gerade recht. Sie bauten drei Bänke für drei Stationen am Jakobsweg in Markdorf. Ein Standort liegt im Gehau-Wäldchen an der Bundesstraße nach Ittendorf, einer an der Möggenweiler Kapelle und einer an der Ecke Bernhard- und Stettiner Straße. Eben dort sitzen die vier Firmlinge auf ihrem selbstgezimmerten Möbel. Und sie wirken überaus zufrieden mit ihrem Werk.

Robust sieht sie aus, die Bank, aber auch irgendwie einladend – zum Ausruhen, zum Neue-Kräfte-Sammeln. Kurzum: wie geschaffen, wirkt sie für ihren Zweck, das Stärken. Darüberhinaus bietet sie einen Platz fürs Innehalten, einen Ort der Besinnung.

Besinnen, innehalten und stärken sind indes auch die Anliegen des Firmungsunterrichts für die jungen Katholiken. Einige Jahre nach ihrer Erstkommunion sollen sie – im Fortgang ihrer Entwicklung hin zum Erwachsenwerden – eine Gelegenheit finden, ihren eingeschlagenen Weg zu überdenken, beziehungsweise weitere Anhaltspunkte zu suchen.

Für Fabian, Dominik, Marius und Mattias stand schon bald fest: Sie wollten für sich weniger das religiöse Gespräch. Sie mochten sich lieber praktisch einbringen für ihre Gemeinde. „Das hat viel Spaß gemacht“, erklärt Fabian. Und gelernt habe er obendrein. Denn in der von der Firma Beck unterstützten Gruppe gab es so manchen handwerklichen Tipp.

 

Südkurier, 3. November 2010

Martinisänger sind wieder unterwegs

Heische-Brauch besteht seitdem 17. Jahrhundert

Markdorf (büj) Lau ist's an diesem Abend. Die herbstliche Kälte der vergangenen Woche hat der Föhn verdrängt. Und die jungen Leute auf dem Platz vor der Markdorfer St.-Nikolaus-Kirche wirken fast, als wollten sie bloß die Strahlen der zwischen den Dächern versinkenden Sonne genießen als farbenprächtigen Abglanz des Sommers. Allerdings nehmen sie diese Eindrücke einfach nur mit, ganz am Rande. Denn die 15 Ministrantinnen, Schüler und Chor-Mitglieder sind mit einer festen Absicht gekommen: Punkt 17 Uhr sollten sie zum Beginn der heutigen Martini-Runde da sein.

Die Absicht der jungen Leute war schnell zu erkennen, schließlich hatten einige seltsam anmutende Gewänder unterm Arm: Derbe Wollstoffe, dicke Mäntel wie sie Ende Oktober, Anfang November noch öfter in Markdorfs Straßen begegnen. Dann sind die „Martini-Sänger“ unterwegs.

Das Martini-Singen ist einer der so genannten Heische-Bräuche, wie sie vielerorts gepflogen werden. Die einen binden sich an einen festen Anlass – wie beim Martinssingen am Martins-Tag, dem 11. November oder beim „Hansafüratle“ am 24. Juni. Die anderen Heische-Bräuche ziehen sich über einen gewissen Zeitraum, etwa in der Vorweihnachtszeit. Gemein ist ihnen nur, dass es in aller Regel Kinder sind, die dann für sich oder für andere um milde Gaben bitten.

Beim Markdorfer Martinisingen handelt es sich um die letztere Variante. Die Martinisänger sammeln für einen festgelegten Zweck. Was
ihnen die Menschen zustecken, fließt an das „Caritas Baby Hospital“ in Bethlehem – und das schon seit einem Jahrzehnt.

 

Schwäbische Zeitung, 17. Juni 2010

Kinder proben „Ritter Trenk“

In der Stadthalle laufen die Proben auf Hochtouren, denn am Pfarrfest ist Premiere des Theaterstücks „Der kleine Ritter Trenk“. Zum 19. Mal stehen Pfadfinder, Ministranten und andere Kinder gemeinsam auf der Bühne.

(MARKDORF/clp) Marianne Walter, in deren Händen die Regie von Anfang an liegt, ist durch Zufall dazu gekommen: „Mein Mann hatte die Idee dazu und so sind wir auf die Pfadfinder gekommen, die von den Ministranten verstärkt wurden.“ Inzwischen gibt es aber auch Kinder, die weder der einen noch der anderen Gruppe angehören, die einfach mitmachen, weil sie Spaß am Theater haben. Insgesamt elf Kinder proben seit Aschermittwoch einmal pro Woche ihr Stück. Zusätzliche Proben sind nötig, weil nicht immer alle Kinder da sein können, deswegen werden zwei „Sonntagsdienste“ eingeschoben.

Die Geschichte dreht sich um den kleinen Ritter Trenk, der als Leibeigener geboren wird. Er hat es nicht leicht, denn er will als freier Mensch sein Leben verbringen und deswegen macht er sich mit seinem Ferkel auf in die Stadt. Wenn er es schafft, sich ein Jahr versteckt zu halten, wird er frei sein.

Marianne Walter, die früher selbst bei der Laienspielgruppe der VHS in Ulm mitgewirkt hat, geht ihrer Tätigkeit von Kindesbeinen an mit Leidenschaft nach: „Ich hatte jahrelang ein Theater-Abonnement in Konstanz, und da nimmt man immer was mit“ verriet sie im Gespräch. Die Aufführungen erfolgen im Wechsel mit der Theatergruppe der Musikschule am Stadtfest. Dieses Jahr wird die Premiere am Pfarrfest-Wochenende gefeiert und man hofft auf viele Zuschauer. Für die Kostüme zeichnet Sabine Lück verantwortlich, die mit zahlreichen und spritzigen Ideen für Nachschub sorgt. Da wird aus alten Filzresten ein Wams, aus einer alten Wachstuchtischdecke ein Stulpen für ein Ritterbein. Die Bühnendekoration wird einfach gehalten: Eine Ritterburg und ein Holzpferd werden im Mittelpunkt stehen. Der zehnjährige Tim ist im zweiten Jahr dabei und lobt die nette Gruppe. Sein Bruder Jannick, zwei Jahre älter, ist der gleichen Meinung: „Wir spielen gerne vor Publikum.“ Er finde es voll cool und spielte schon als Achtjähriger in der Theatergruppe mit. Ministrant Thomas ist ebenfalls schon ein alter Hase bei der Truppe. Schätzungsweise sieben Mal habe er mitgemacht und freut sich über die Gruppe: „Das Pizza-Essen hinterher macht am meisten Spaß“ sagte er schmunzelnd.

Premiere des Theaterstücks „Der kleine Ritter Trent“ ist am 26. Juni um 17 Uhr in der Stadthalle. Am 27. Juni findet um 11.30 Uhr eine Matinee statt und am 28. Juni, 17 Uhr, ist die letzte Gelegenheit, das Stück zu sehen, jeweils in der Stadthalle Markdorf.

 

Schwäbische Zeitung, 15. Juni 2010

Pilger überreichen Stab in Markdorf

Das Heilige Jakobusjahr ist der Anlass zu einer Pilgerstab-Sternwanderung nach Santiago de Compostela. Am Samstag wechselte einer dieser Pilgerstäbe den Träger und begleitete eine kleine Wandergruppe von Markdorf nach Konstanz.

(MARKDORF/bw) Gestartet war dieser Stab Anfang Mai in Slubize in Polen, über viele Stationen und wechselnde Pilgergruppen war er am vergangenen Sonntag in Ulm einer Wandergruppe übergeben worden. Von dort ging es in sechs Etappen mit insgesamt etwa 160 Kilometer bis Markdorf. Hier übernahm am Samstag Roland Scheuch den Stab und trug ihn bis Konstanz. Vor dem Start hielten die Wanderer eine kleine Andacht in der Pfarrkirche St. Nikolaus ab.

Von Konstanz geht es durch die Schweiz zum Genfer See, quer durch Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien. Hier werden dann am 18. September zahlreiche Pilgerstäbe eintreffen, die quer durch Europa gewandert sind. Einer davon war dann auch in Markdorf. Ziel der Sternwanderung der Pilgerstäbe ist es, zu zeigen, dass Pilgern die Menschen und die Völker verbindet.

 

 

Südkurier, 8. Juni 2010

Für jede Herausforderung gerüstet

Ministranten und Pfadfinder proben das Kinderstück „Der kleine Ritter Trenk“ für das Pfarrfest

Markdorf (büj) „Aber die Mutter“, ruft Marianne Walter, „die Mutter muss mehr zwischen die Kinder.“ Bisher stand sie fast abseits daneben. Sie war eine unter vielen auf der Bühne. Dort steht Trenk Tausendschlag, die Hauptfigur des Stücks. Dort stehen seine Geschwister und dort stehen auch seine Eltern. Außerdem ist gerade der Büttel gekommen, der ebenso getreue Diener seines Herrn, des Ritters Wertolt des Wüterichs, wie mitleidsvolle Gemütsmensch.

Rasch haben die jungen Schauspieler ihre Positionen verändert. Nun ist Trenks Mutter dort, wo sie hin gehört: an zentraler Stelle inmitten der Familie. Und sie verhält sich genau so wie alle Mütter im wahren Leben. Sie streicht ihren Kindern über die Köpfe, fasst sie an die Schultern, wenn sie mit ihnen spricht. Eben das hatte Marianne Walter gerade auch noch geraten.

Im Bar-Raum der Markdorfer Stadthalle wird „Der kleine Ritter Trenk“ geprobt. Jenes Stück, das die Ministranten und Pfadfinder der Gehrenbergstadt beim Pfarrfest am letzten Juni-Wochenende spielen. Die Regie liegt wie bei den vergangenen 18 Produktionen ihres kleinen Laien-Ensembles auch in den Händen von Marianne Walter. Voraussichtlich wird es ihr vorletztes Stück sein. „Mit der 20. Theaterproduktion will ich mich dann zurückziehen“, erklärt die Regisseurin. Das gilt aber nur für die Kinder- und Jugendsparte. Mit erwachsenen Schauspielern arbeitet Marianne Walter auch weiterhin zusammen.

Ihr Temperament hat nicht nachgelassen. Selbst kleinste sprachliche Unachtsamkeiten ahndet die Regisseurin. Alle Silben müssen ausgesprochen werden. Auf Nuscheln reagiert Marianne Walter energisch. Die Kinder kennen das und reagieren gelassen. Sie strengen sich aber hörbar an.

Dabei sind die jungen Schauspieler ohnehin ganz schön gefordert. Die üppige Liste an Charakteren macht es notwendig, dass viele eine Doppelrolle spielen müssen. Und obendrein erweist sich das auf Kirsten Boies Kinderbuch basierende Stück als genauso spannend und vielschichtig wie seine Vorlage. Eine echte Herausforderung eben.

 

Südkurier, 1. Juni 2010

Freiburger Diözese ehrt Markdorfer Pfarrgemeinde

Engagement fürs Baby-Hospital in Bethlehem honoriert

Markdorf (büj) Zwei gewickelte Kinder sind auf den drei Anstecknadeln zu sehen. Sie sind ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Des Dankes für die beträchtlichen Spendensummen, die dem „Caritas Baby Hospital“ in Bethlehem seit zehn Jahren aus Markdorf zugeflossen sind. Der Anerkennung für den Einsatz, den verschiedene Gruppen aus der katholischen Pfarrgemeinde gezeigt haben, um möglichst hohe Geldbeträge zu sammeln – so etwa bei den beiden Martini-Singer-Aktionen 2006 und 2007.

Im Namen der Gemeinde konnte nun eine dreiköpfige Delegation aus der St.-Nikolaus-Pfarrei die Ehrennadeln in Empfang nehmen. Dies im Collegium Borromäum, dem Freiburger Priesterseminar, wo sie durch Weihbischof Rainer Klug überreicht wurde.

„Zurück geht alles auf Pfarrer Reihing“, erklärt Pfarrer Ulrich Hund, dessen Amtsnachfolger in der Seelsorgeeinheit Markdorf. Reihing hatte, als er vor zehn Jahren seinen 70. Geburtstag feierte, gebeten, für die Kinderhilfe der Caritas in Bethlehem zu spenden. Einen weiteren stattlichen Betrag überwies Pfarrer Reihing nach seinem goldenen Priesterjubiläum vor fünf Jahren. Weitere Spender aus der Gemeinde schlossen sich seinem Beispiel an.

1952 gegründet, war das Bethlehemer „Caritas Baby Hospital“ lange Zeit die einzige Anlaufstelle für Mütter und Kinder. Neun Ärzte und Pflegerinnen versorgen inzwischen rund 30 000 Kinder pro Jahr. Herkunft und Nationalität spielen dabei ebensowenig eine Rolle wie die Glaubenszugehörigkeit. Und längst setzt sich das Baby-Hospital für die Kinder jenseits des Gaza-Streifens ein, so teilt die Kinderhilfe Bethlehem mit. In Israel, in Palästina und in den angrenzenden Nachbarländern fördert die Kinderhilfe örtliche Projekte.

Was angesichts der sich wiederholt einstellenden Krisenlagen immer wichtiger wird. Zumal die Bedürftigkeit insbesondere in Palästina ständig wächst. Die Kinderhilfe reagierte darauf unter anderem mit gezielter Mütterberatung. Die gehört in Bethlehem unterdessen ebenso zum festen Programm wie die Pflegerinnen-Ausbildung.

Bild: Pfarrer Werner Reihing (li.) gab den Anstoß für die Spenden an die Kinderhilfe Bethlehem der Caritas, sein Nachfolger Ulrich Hund (re.) griff das Anliegen seines Vorgängers auf. Das Foto entstand bei einem kürzlich von den beiden Geistlichen gemeinsam abgehaltenden Gottesdienst.

 

Südkurier, 25. Mai 2010

Offene Worte eines Priesters

Pfarrer Ulrich Hund feiert sein 20-jähriges Amtsjubiläum und hält eine besondere Ansprache

Markdorf – „Danke für dich“, sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans-Christian Körber am Ende des feierlichen Pfingstamtes zu Ulrich Hund, Leiter der Seelsorgeeinheit Markdorf. „Danke für dich – und deine sehr persönliche Ansprache.“

Pfarrer Hund, der sein 20-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hatte sowie am Pfingstsonntag den 20. Jahrestag seiner ersten Eucharistie, war am Sonntagmorgen mit überaus offenen Worten vor die Gemeinde getreten. Mit eigenen Erfahrungen, die das Ringen eines Geistlichen mit inneren Zweifeln beziehungsweise mit äußeren Anfechtungen beleuchteten. Er hatte von Enttäuschungen gesprochen, von Wünschen und von Hoffnungen. Aber Pfarrer Hund hatte auch seine Schwächen gezeigt. Jene Punkte, an denen er sich zu übereilten Urteilen hinreißen oder die notwendige Offenheit gegenüber anderen vermissen ließ.

All das bezog der Geistliche unmittelbar auf die Worte der Bibel. Er knüpfte an die Apostelgeschichte an, wo erzählt wird, wie sich die Jünger in der ersten Phase ängstlich abgeschlossen haben. „Dicht gemacht“, sagte Pfarrer Hund, „verriegelt, verbarrikadiert“. Jesus sei gleichwohl in die Mitte seiner Anhänger getreten. Ebenso sei der Heilige Geist über sie gekommen – und habe den in sich gekehrten Blick
der ersten Christen geweitet, nach außen gerichtet.

Solche Öffnung nach außen sei heute wieder wichtig, äußerte Hund. Denn die geläufigen Einseitigkeiten versperren vielen Christen den Weg zu anderen und auch zu sich selber. „Es braucht uns alle“, betonte der Pfarrer das Gewicht der Sich-Öffnenden. „Fast hätte ich gesagt“, so Hund, „noch nie war dieser Satz so wichtig wie heute.“ Ein Gedanke, den Hans-Christian Körber aufgriff. Schließlich sei der Druck auf Geistliche wie Laien ganz enorm – gerade in der gegenwärtigen Krise. Ihre Bereitschaft, enger zusammenzurücken, bekundete da die evangelische Schwestergemeinde. Deren Vorsitzende gratulierte nach dem Gottesdienst zum Priester-Jubiläum und unterstrich den positiven Verlauf der von Pfarrer Hund unterstützten Ökumene in Markdorf.

 

Südkurier, 22. Mai 2010

20 Jahre Arbeit im Weinberg des Herrn

Pfarrer Ulrich Hund feiert 20. Priesterjubiläum und lädt nach dem Sonntags-Gottesdienst zum Sektempfang ein

Markdorf – Am 20. Mai 1990 wurde Pfarrer Ulrich Hund zum Priester geweiht. Und am darauffolgenden Pfingstfest konnte er in seiner Oberkircher Heimatprimiz seine ersteEucharistie feiern, seinen ersten Gottesdienst mit einer heiligen Kommunion. Aus Anlass dieses 20-jährigen Priesterjubiläums lädt der Leiter der Seelsorgeeinheit Markdorf im Anschluss an den kommenden Pfingst-Gottesdienst am Sonntag in St. Nikolaus zu einem zwanglosen Sektempfang ein.

„An die ganz große Glocke will ich's ja gar nicht hängen“, erklärt Ulrich Hund. Es sei ja schließlich noch nicht sein silbernes Priester-Jubiläum zum vollendeten Vierteljahrhundert. Gleichwohl habe ihn das Datum ziemlich beschäftigt, erläutert der Geistliche. Zwei Jahrzehnte seien ein gehöriges Wegstück. Eine Strecke, die mitunter recht steinig war und die es heute in einem zeitlichen Umfeld fortzusetzen gelte, die alles andere als leicht sei. Zumal immer mehr Menschen ihre Unzufriedenheit mit der Amtskirche immer offener bekunden. „Aber vielleicht ist auch gerade das einer der Beweggründe“, so überlegt der Geistliche laut, „ zu dieser kleinen Jubiläumsfeier einzuladen.“

IDie Periode der Zweifel habe er längst hinter sich. Sie kam bereits im zweiten und dritten Vikariats-Jahr. Damals musste Ulrich Hund noch ringen. Sich fragen, ob er sich für die ihm angemessene Lebensform entschieden habe. Hinzu kamen „gewisse Zumutungen“ seitens der Kirchen-Hierarchie. Unwuchten des Apparates, die die inneren Prüfungen durch zusätzliche Bürden beschwerten. „Von Gott habe ich mich nie verlassen gefühlt“, blickt Hund zurück. Und es gab auch stets den pastoralen Zuspruch, das Sich-Kümmern in der Kirche – gerade auch von oben.

Im Rückblick auf diese erste längere Etappe als Priester verspüre er Dankbarkeit, erklärt Pfarrer Hund. Da sei immer diese Solidarität der
Kollegen gewesen, die zusätzlichen Halt gibt. Vor allem aber sei da die Verankerung in seinen Gemeinden. Die ihm, der er – wie er es ausdrückt – „das pralle Leben“ in der Gemeinde sucht und schätzt, nur noch zusätzliche Sicherheit gibt – und Stärke.

 

Südkurier, 26. April 2010

Pfarrgemeinde feiert Patrozinium

Festgottesdienst mit Vikar Steffen Jelic und Platzkonzert mit dem Musikverein.

Bermatingen (keu) Alarm in der Pfarrkirche: Vikar Steffen Jelic hatte zum Patrozinium der Pfarrgemeinde Bermatingen die Statue des heiligen Georg angehoben, damit – absichtlich – die Alarmanlage ausgelöst und dies zum Auftakt seiner Predigt genommen, in der er den Schutzpatron von den verschiedensten Seiten schilderte. Tenor war, dass man mit Gottes Hilfe alle Gefahren gut durchstehen könne.

Im Festgottesdienst, den der Kirchenchor unter Leitung von Anton Schäfer mit mehrstimmigen Chorsätzen und der Missa Brevis von Charles Francois Gounod bereicherte, wurde langjährigen Helfern gedankt, sie bekamen Rosmarinbäumchen mit einer „Schaffer-Figur“ als Sinnbild für die Arbeit. Zu den „Schaffern“ gehörten Margret und Rudolf Merk, die sich jahrzehntelang ums Pfarrheim gekümmert hatten, Hildegard Kläsle vom Schützenverein, die seit Jahren für den Kartoffelsalat beim Patrozinium sorgt, und Bernhard Hatt für seine mittlerweile sechste Periode als Pfarrgemeinderat.

Zuvor hatte der Musikverein unter Leitung von Matthias Preiser Bürgermeister, Ortsvorsteher, Kommunionskinder, (Pfarr)Gemeinderäte und die Vertreter der Vereine mit Fahnenabordnungen zur Kirche geleitet und danach noch ein Platzkonzert gegeben. Anschließend genossen viele Speisen und Getränke – Open Air im Innenhof oder im Pfarrheim – und aßen Kuchen für einen guten Zweck: Die Ministranten aus Bermatingen und Ahausen hatten gebacken, um sich die Rom-Wallfahrt zu finanzieren.

 

Südkurier, 23. April 2010

Letzte Amtszeit beginnt

Markdorf – Der neu gewählte Pfarrgemeinderat der St.-Nikolaus-Pfarrei ist am Mittwochabend zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Für das auf fünf Jahre gewählte Gremium wird es wohl die letzte Amtsperiode in dieser Form sein, so kündigte Pfarrer Ulrich Hund an, der Leiter der Seelsorgeeinheit. Ab 2015 sollen in der Diözese die Pfarrgemeinderäte in den Seelsorgeeinheiten zusammengelegt werden.

Als Vorbereitung darauf stärken auch die Markdorfer Pfargemeinderäte ihren „gemeinsamen Ausschuss“. Der ist zuständig für die Koordination zwischen den fünf Pfarreien in der Seelsorgeeinheit Markdorf. Er befasst sich mit pastoralen Themen, so erläuterte Pastoralreferent Klaus Hermle. Als Beispiel gab er die Taufkatechese oder die Frage an, ob ein Krankenhausbesuchsdienst eingerichtet werden solle oder nicht.

Eins der wichtigsten Entscheidungsgremien in der Pfarrei sei der sogenannte Stiftungsrat, erklärte Pfarrer Hund den Neulingen unter den Räten. Ihm obliegen die Finanzdinge. Über Beträge unter 5000 Euro könne der Pfarrer verfügen. Ausgaben, die darüber liegen, beschließt der Stiftungsrat. Erst bei höheren Summen ist die Diözese einzuschalten. Hund deutete an, dass auf das Gremium in Zukunft wichtige Entscheidungen zukommen werden. Die Pfarrgemeinde plant bauliche Veränderungen.

Neben dem Ausschuss für die Sozialstation, bei der es immerhin um ein Finanzvolumen von zwei Millionen Euro zu beraten gilt, wurde ein weiterer Ausschuss für soziale Aufgaben installiert: der Ausschuss Caritas und Soziales. Intensivieren möchte die Pfarrei ihr Engagement im Bereich der Ökumene mit der evangelischen Schwesterkirche. Hier besteht ein ökumenischer Gesprächskreis. Darüber hinaus gibt es Berührungspunkte bei der Zusammenarbeit im Christlichen Bildungswerk.

Um Mitarbeit bat Pastoralreferent Klaus Hermle die Räte im Hinblick auf die demnächst anstehenden Firmungen: „Hier sollten möglichst viele Jugendliche in Kontakt mit Christen kommen, die ihren Glauben aktiv leben.“

 

Südkurier, 16. April 2010

Ruth Karrer bleibt Vorsitzende

Vielfältige kirchliche Belange erfordern Benennung von Verantwortlichen im Pfarrgemeinderat

Bermatingen (atr) Das 10-köpfige Pfarrgemeinderatsgremium trat am Mittwoch zur konstituierenden Sitzung zusammen. In fünf Jahren soll es für die gesamte Seelsorgeeinheit nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat geben. „Der gemeinsame Ausschuss wird in der jetzigen Legislaturperiode mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden“, sagte Pfarrer Ulrich Hund. Einstimmig wählte das Gremium Ruth Karrer als Vorsitzende. Bernhard Hatt wurde als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Fürs Schriftliche ist Karin Landolt zuständig, Roswitha Sailer fungiert als Beisitzerin.

Diakon Werner Ströbele, selbst zehn Jahre lang Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, erläuterte die vielfältigen Aufgaben, die es zu verteilen galt. Im gemeinsamen Ausschuss der Seelsorgeeinheit sind die Vorsitzende Karrer, ihr Stellvertreter Hatt und Johannes Boneberg vertreten. Weil die Vorsitzende nicht in den Stiftungsrat wollte, ist ihr Stellvertreter Hatt Kraft seines Amtes im Stiftungsrat. Hinzugewählt wurden Guido Schmid und Hubert Meschenmoser.

Im Bauausschuss sind Rudolf Merk, Hubert Meschenmoser, Guido Schmid und Diakon Werner Ströbele. Rita Frei, die dies bislang federführend gemacht hat, wird die laufenden Geschäfte übergeben und beratend zur Seite stehen. Pfarrer Hund regte an, innerhalb dieses Gremiums, das mit den Bauten rund um die Kinderbetreuung im Jahr 2010 gut beschäftigt sein wird, einen Sprecher zu berufen.

Ein Seelsorgeausschuss für Caritas und Soziales wird neu ins Leben gerufen; ihm gehören Diakon Ströbele, Alois Gohm und weitere Verantwortliche aus Leitungs- und Besuchsteams an. Entsandte für die Sozial station ist Karin Orosz, dem ökumenischen Gesprächskreis gehört Karin Landolt an, Sicherheitsbeauftragter ist Johannes Boneberg, Mitglied im Bauförderverein ist Rudolf Merk und Entsandte für Caritas soll Patricia Kubon-Kuntz werden. Das Zusammenspiel von Liturgie-Ausschuss und Feiertags- und Festausschuss will Rudolf Merk im Auge behalten. Das erste Fest, das der neue Pfarrgemeinderat ausrichtet, ist das Patrozinium am 25. April.

 

Südkurier, 15. April 2010

Für eine „Kultur der Aufmerksamkeit“

Gebete und Opfer-Kreuz in St. Nikolaus als Reaktion auf Missbrauch in der katholischen Kirche

Markdorf (büj) Der Unmut vieler Katholiken wächst. Auch in der Erzdiözese Freiburg häufen sich die Kirchenaustritte. Hauptgrund dafür sind die Fälle sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen. „Ich kann das verstehen“, sagt Vikar Steffen Jelic gestern nach der Frauenmesse. Ebenso gut verstehen könne er die Gläubigen, die derzeit andere Zeichen setzen möchten – Zeichen der Besinnung, des Zusammenhalts und der Dialogbereitschaft.

„Wir haben das Thema ja bereits mehrfach während der Gottesdienste angesprochen“, sagt Jelic. Darüber hinaus kam nun aber aus der Gemeinde der Vorschlag zu einem sichtbaren Signal: Das wurde nun am Montagabend aufgestellt für die „Gebetsstunde für Opfer von sexuellem Missbrauch“, die bereits im neuen Kirchenblatt und bei den Wochendend-Gottesdiensten angekündigt wurde. Es ist ein Kreuz aus groben Ästen, versehen mit einem symbolischen Dornenkranz, daran hängen die Aussagen von Opfern.

„Abend für Abend kommen die Erinnerungen wieder wie kläffende Hunde“, steht da auf einem der DIN-A-4-Blätter, „rette mich vor diesen schrecklichen Albträumen.“ Andere sprechen von Wut, von Zorn und Hass auf ihre Peiniger, wünschen ihnen „Gift und Galle“, um sich im nächsten Satz an Gott zu wenden: „Siehst du nicht meine Hilflosigkeit?“ Ein Dritter betet nur und hofft auf die heilende Wirkung der Zeit, lässt aber seine Zweifel durchblicken.

Die Opferzitate in der St.-Nikolaus-Kirche stammen allesamt aus der Presse. „Bei uns hier ist kein Fall bekannt geworden“, meint Vikar Jelic. Er betont, wie energisch sich Christus gegen jene gewandt hatte, die sich an Schutzbefohlenen vergehen. Das Klage-Kreuz wird weiterhin in der Kirche stehen, allerdings nicht mehr vor dem Altar. Hinzu kommt ein Fürbitten-Buch, in dem Kirchenbesucher ihre Gedanken niederschreiben können. Dies sei ein erster Schritt zu einer „Kultur der Aufmerksamkeit“, sagt Jelic.

 

Südkurier, 15. April 2010

Caritas: Kleiderstelle ab heute wieder geöffnet

Die Caritas-Kleiderstelle in der Mittleren Kaplanei ist ab dem heutigen Donnerstag, 15. April, wieder jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Markdorf – Die Caritas-Kleiderstelle in der Mittleren Kaplanei ist ab dem heutigen Donnerstag, 15. April, wieder jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Jahreszeit entsprechend werden momentan nur Sommersachen, die gut erhalten, sauber und noch tragbar sind, angenommen. Winterkleidung erst wieder im Herbst abgeben. Bitte keine Kleidungsstücke in Säcken oder anderen Behältnissen vor die verschlossene Tür legen.

 

Südkurier, 14. April 2010

St. Sigismund: Pfarrgemeinderat nimmt Arbeit auf

Der neue Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Sigismund Hepbach hat seine konstituierende Sitzung abgehalten

Markdorf – Der neue Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Sigismund Hepbach hat seine konstituierende Sitzung abgehalten. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats ist Gerlinde Heiß, ihre Stellvertreterin ist Anne-Marie Moll. Beide Frauen vertreten Hepbach auch im Gemeinsamen Ausschuss. In Bergheim fand die konstituierende Sitzung gestern Abend statt, in Bermatingen steht sie am heutigen Mittwoch, 14. April, 20 Uhr, im kleinen Saal des Pfarrheims St. Georg auf dem Programm.

 

Schwäbische Zeitung

Kommunion in der Raumschaft Markdorf

In Markdorf, Ittendorf, Neufrach und Weildorf haben viele Kinder ihre Erstkommunion gefeiert

 

Südkurier

Bilder von der Erstkommunion in St. Nikolaus, Markdorf

 

Schwäbische Zeitung, 18. März 2010 / Claudia Paul

„Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe“

Die Vereinten Nationen haben den 22. März zum Internationalen Tag des Wassers bestimmt. Dieser Tag soll daran erinnern, dass weltweit fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Anlass genug für die Initiatoren des Markdorfer Huancaray-Kreises auf ihre aktuellen Projekte in den Anden hinzuweisen.

Die Partnerschaft mit Huancaray im Andenhochland besteht seit 22 Jahren. Sie war einst durch die Vermittlung der Erzdiözese Freiburg entstanden. In dieser Zeit hat der Freundeskreis um Helga Konzet-Horn, Ernst Arnegger, Manfred Lorenz und Pfarrer Hund schon vieles auf den Weg gebracht. Seit 2003 kümmern sie sich intensiv um den Bau von Wasserleitungen. Der Materialbedarf wird vor Ort ermittelt und dieser dann nach Markdorf weitergeleitet. Zwei einheimische Betreuer werden durch die Spenden mitfinanziert, die ein Auge auf die Arbeiten haben und selbst mitarbeiten. Die Vorarbeiten müssen die Indios selbst leisten und nur jene Häuser, deren Bewohner 50 Meter mitgegraben haben, werden an die Wasserversorgung angeschlossen.

Ein dreiköpfiges Kontrollgremium überprüft sowohl die Wasserleitungen als auch das Wasserreservoir, damit die Versorgung nicht nur von kurzer Dauer ist. Von Seiten des Staates wird jede Quelle vor Beginn der Bauarbeiten untersucht, um jegliche Verunreinigungen auszuschließen. Die Spenden kommen ohne Abzüge den Projekten zugute. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe -- nachhaltig“ ,betont Manfred Lorenz diesen wichtigen Aspekt der Arbeit. Beim letzten Besuch in Huancaray erschien eine achtköpfige Indio-Delegation aus dem rund 60 Kilometer entfernten Hinterland und bat, auch in ihrem Dorf eine Wasserversorgung aufzubauen.

Das Gebiet, das zur Partnerschaft gehört, umfasst 40 Dörfer mit insgesamt 16 000 Menschen in einer der ärmsten Regionen Perus. Neben den Wasserprojekten, die die Lebensqualität der Menschen erheblich verbessern, wurden Kindergärten unterstützt, die Schulspeisung und eine Apotheke „St. Nikolaus“, die über die Dörfer zieht, eingerichtet.

Lebhafte Verbindungen
„Oftmals muss man Überzeugungsarbeit leisten, weil die Menschen schon oft enttäuscht wurden“, erzählt Helga Konzet-Horn von ihrer Arbeit. Die Entscheidung, welches Projekt gesponsort wird, trifft das Gremium gemeinsam. Gespendete Musikinstrumente, die ihren Weg in das 13 480 Kilometer entfernte Huancaray fanden, erlebten die Markdorfer selbst schon im Einsatz. „Wir haben eine lebhafte Verbindung nach Peru“, berichtet Manfred Lorenz über die guten Beziehungen der Partnerschaft. „Solidarität eingebettet in den christlichen Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe im humanitären Bereich“ – so umschreibt Ernst Arnegger das Ziel ihrer Projekte. Mit 17 Projekten, die 8000 Menschen sauberes Wasser gebracht haben, hat der Verein hier eine Basis geschaffen.

 

Schwäbische Zeitung, 16. März 2010 / Matthias Schopf und Ingeborg Lehmann

„Das ist ein Zeichen für funktionierende Kirche“

Im gesamten Erzbistum Freiburg wurden am Wochenende neue Pfarrgemeinderäte gewählt. Die Gremien werden fünf Jahre im Amt sein. Es ist das letzte Mal, dass in den Seelsorgeeinheiten jede Pfarrei einen eigenen Rat bilden konnte – beim nächsten Mal werden Gesamträte gewählt.

„Das war ein großes Geschäft, das alles abzuwickeln“, blickt Pfarrer Ulrich Hund von der Seelsorgeeinheit Markdorf auf die Wahlen zurück. Nur mit dem großen Einsatz der Helfer sei die Aktion zu stemmen gewesen. „Wir haben gewählt wie die Wilden“; schmunzelt der Pfarrer. Bei der nächsten Wahl 2015 wird der Aufwand für die Akteure ungleich größer werden. Wurden in diesem Jahr noch für jede Pfarrei eigene Gemeinderäte gewählt so wird es ab 2015 – auf Wunsch des Erzbistums – nur noch Pfarrgemeinderäte für die gesamte Seelsorgeeinheit geben. „Die Zusammenarbeit wird stärker werden“, sieht Hund eine Auswirkung der Konzentration. In der Seelsorgeeinheit Markdorf wird man bereits jetzt die Weichen in Richtung Zukunft stellen, so werden pastorale Themen künftig eher im gemeinsamen Ausschuss als im jeweiligen Pfarrgemeinderat besprochen. „Bauthemen bleiben aber natürlich in den jeweiligen Gremien, die sind einfach näher dran“, so Hund.

Die Wahl bewertet Hund äußerst positiv, viele Kandidaten haben sich zur Wahl gestellt. Allein in Markdorf haben sich 25 Kandidaten für 14 Sitze zur Verfügung gestellt. „Starke Kandidatenlisten, das ist ein Zeichen für funktionierende Kirchen und Gemeinden“, freut sich Hund. Die Menschen hätten so eine echte Wahl gehabt – auch durch die gute Mischung auf den Kandidatenlisten. Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Berufs- und Altersgruppen hätten sich engagiert. Die jüngste Gewählte in Markdorf ist Daniela Weiß mit 31 Jahren (Pfarrei St. Nikolaus), die älteste ist Lucia Sieberg (St. Jodokus Bergheim) mit 75 Jahren. Ebenfalls zufrieden zeigen sich die Verantwortlichen mit den Wahlbeteiligungen. Sind im Erzbistum Freiburg im Schnitt 19,3 Prozent (nach rund 90 Prozent ausgezählter Stimmzettel) zur Wahl gegangen so liegt der Schnitt in der Seelsorgeeinheit Markdorf mit 33,8 Prozent in Hepbach und 34,9 Prozent in Ittendorf deutlich darüber. Lediglich die Pfarrei St. Nikolaus liegt mit 18,7 Prozent unter dem Schnitt. „Das ist aber normal, dass Städte nicht so hohe Wahlbeteiligungen erlangen wie die Gemeinden mit dörflichem Charakter und ihren festen Strukturen“, meint Hund. In Meersburg sind am Wochenende 16,75 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gekommen, 473 gültige Stimmen wurden abgegeben um die zehn Ratssitze zu besetzen. In der Seelsorgeeinheit Salem wurden ebenfalls letztmals Pfarrgemeinderäte für die einzelnen Pfarreien gewählt, Maria-Luise Möhrle (Salem-Mimmenhausen) ging als Stimmenkönigin aus der Wahl hervor.

Engagierte werden gewählt
Ein Trend ist in allen Pfarreien der selbe: Personen, die sich engagieren, werden vor allem gewählt. Die Menschen, die schon Erfahrung im Gremium gesammelt hätten, haben meist auch deutlich mehr Stimmen eingefahren. Aber es gibt auch Beispiele von neuen Kandidaten, die mit respektablen Ergebnissen abgeschlossen haben. Eine Ausnahme bildet Bermatingen: Als einzige Pfarrei der Seelsorgeeinheit wurden zwei amtierende Räte nicht wieder gewählt. „Oftmals ist es ganz klar, warum jemand viele Stimmen erhält – gerade wenn er sehr engagiert ist. Manchmal wundert man sich aber auch bei Kandidaten, die nicht gewählt wurden“, so Hund.

 

Südkurier, 16. März 2010

Die Neuen sind im Schnitt deutlich jünger

Beteiligung an Pfarrgemeinderatswahl in Seelsorgeeinheit liegt über dem Durchschnitt

Markdorf – Die Seelsorgeeinheit hat gewählt. Und die Wahlausschüsse haben die Stimmen ausgezählt, die die katholischen Christen in den fünf Pfarrgemeinden rund um St. Nikolaus am Samstag beziehungsweise am Sonntag abgeben konnten. Zum Teil zog sich das Auszählen sonntags dann noch bis tief in die Nacht hinein. „Weil ja ähnlich wie bei den Gemeinderatswahlen kumuliert werden durfte“, wie Gebhard Geiger, der Wahlvorstand der St.-Nikolaus-Gemeinde gestern erklärte.

Anders als in den Teilorten Ittendorf, Bergheim und Leimbach gingen in Markdorf etwas weniger Wähler zur Urne als bei der Pfarrgemeinderatswahl vor fünf Jahren. „Gerechnet habe ich damit nicht“, sagte Gebhard Geiger, schließlich galt die übervolle Kandidaten-Liste als gutes Zeichen. Insgesamt aber liegt die Wahlbeteiligung mit 21,10 Prozent immer noch höher als im Freiburger Diözesen-Durchschnitt, wo knapp 20 Prozent erreicht wurden. Weit über diesen Resultaten liegen jedoch die Zahlen aus Bergheim (23,9 Prozent), aus Hepbach (33,9 Prozent) und aus Ittendorf (34,9 Prozent).

Pfarrer Ulrich Hund führt diesen Unterschied auf den städtischeren Charakter Markdorfs zurück. Übereinstimmungen gab es in sämtlichen Pfarreien der Seelsorgeeinheit im Hinblick auf die Wahlköniginnen beziehungsweise Wahlkönige, wie Wahlleiter Geiger sie augenzwinkernd bezeichnete. Denn überall gab es Einzelpersonen mit deutlichem Stimmen-Vorsprung. Das sind in der Regel jene Frauen und Männer, die sich in der Gemeindearbeit besonders engagieren. Überhaupt zeigt der Wahlausgang, dass die Wähler den Einsatz der Pfarrgemeinderäte honorieren.

Schließlich wurden 59,09 Prozent wiedergewählt, während nur 40,91 Prozent Neue in die Lenkungsgremien kommen. Wobei angemerkt werden muss: Etliche alte Pfarrgemeinde-Räte sind aus Altersgründen oder wegen ihres Umzugs aus der Gemeinde ausgeschieden. Die Folge ist eine deutliche Verjüngung der neuen Pfarrgemeinderäte. Das Durchschnittsalter liegt bei etwas über 49 Jahren. Die älteste Rätin ist 76, die jüngste 31. Insgesamt überwiegt der Frauenanteil mit 64 Prozent. Was die soziale Herkunft anbelangt, sagte Gebhard Geiger, sei es in Markdorf „sehr ausgewogen“. Die Pfarrgemeinderäte kommen aus sämtlichen Berufsgruppen und Bildungsschichten. Welche Schwerpunkte die Pfarrgemeinderäte für die kommende Legislaturperiode setzen, entscheidet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der Pfarreien, erklärte Pfarrer Hund. Insofern gebe es noch eine größere Offenheit, weil durch die anstehende Veränderung der Seelsorgeeinheiten sich noch ganz neue Arbeitsfelder ergeben können.

 

Schwäbische Zeitung, 27. Februar 2010 / Matthias Schopf

Glaubenskurs dreht sich um die Eucharistie

Nach dem erfolgreichen ersten Glaubenskurs vor zwei Jahren veranstaltet die katholische Seelsorgeeinheit Markdorf ab März einen neuen Kurs: Diesmal ist das Thema die Eucharistie.

„Es kamen immer wieder Menschen auf mich zu, die mich gefragt haben ‚Was ist das?‘ – ‚Was feiern wir da?‘ und ‚Was hat das mit meinem Leben zu tun?“, erzählt Vikar Steffen Jelic über die Eucharistie. Aufgrund dieser Gespräche ist er auf die Idee gekommen die Eucharistie als Thema für einen neuen Glaubenskurs vorzuschlagen.

Bereits 2008 hatte die Seelsorgeeinheit einen Glaubenskurs veranstaltet, damals zum Thema „Neu anfangen, neu beginnen“. Zwischen 80 und 100 Teilnehmern hatten an den sieben Treffen teilgenommen, auf ähnlich großen Zuspruch hoffen die Organisatoren nun auch in diesem Jahr. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern der Seelsorgeeinheit – Pfarrer Ulrich Hund, Vikar Jelic, Pater Paul de Brant, Pastoralreferent Klaus Hermle und Diakon Werner Ströbele – gibt es ein zwölfköpfiges Team, das die Treffen vorbereitet. „Wir haben das Thema Eucharistie ganz bewusst gewählt, da vielen Menschen die Bedeutung nicht mehr geläufig ist“, ist auch Pater de Brant überzeugt. Für ihn ist die Eucharistie das Kernstück des katholischen Glaubens. Während in der evangelischen Kirche die Bedeutung eher auf dem Wort Gottes und in der orthodoxen Kirche auf der Treue liege sei die Eucharistie, das Brot das gereicht wird, elementarer Bestandteil des katholischen Glaubens.

In sieben Treffen ab dem 15. März wird die Eucharistie auf verschiedene Weise beleuchtet. Immer montags treffen sich die Teilnehmer von 20 bis 22 Uhr in der Mittleren Kaplanei in Markdorf. Der Glaubenskurs ist als „ein Glaubensseminar der besonderen Art – locker, entspannt und doch ernsthaft. Für alle Interessierten“ angekündigt.

Die Besucher des ersten Glaubenskurses seien alle begeistert gewesen, es hätten sich laut de Brant auch zwei Gruppen gebildet die sich weiterhin treffen und über den Glauben diskutieren. „Das war immer ein Bestandteil der Kirche“, meint auch Vikar Jelic. In Italien beispielsweise habe er feste Katechesen-Runden kennengelernt, die sich alle drei Wochen mit ihrem Pfarrer über den Glauben unterhalten. „In Deutschland ist man davon wieder etwas abgekommen“, meint Jelic. Mit dem Glaubenskurs möchte man nun in Markdorf gegensteuern.

 

Schwäbische Zeitung, 24. Februar 2010 / Matthias Schopf

Die gute Seele im Pfarrhaus

Lydia Kistner, ehemals Haushälterin im katholischen Pfarrhaus in Markdorf, ist am Wochenende gestorben. Sie hatte zuletzt im Kloster Hegne gewohnt.

Die Nachricht kam für viele in Markdorf überraschend und nicht weniger schockierend: Lydia Kistner, als Haushälterin des ehemaligen Stadtpfarrers Werner Reihing sehr vielen sehr gut bekannt, ist am Wochenende verstorben. Über viele Jahre hinweg war sie die gute Seele des Pfarrhauses gewesen und hatte sich auf vielerlei Art in Markdorf engagiert.

1978 begann die Ära Kistner im Pfarrhaus. Gemeinsam mit Pfarrer Werner Reihing zog sie im Pfarrhaus ein – sie hatte ihm schon bei seiner vorherigen Pfarrstelle in Plankstadt zur Seite gestanden. Zu keinem Zeitpunkt wurde sie in Markdorf lediglich als Haushälterin wahrgenommen, vielmehr brachte sie sich auf vielfältige Weise in das Gemeindeleben ein. Sie unterstützte nicht nur den Pfarrer sondern stand auch allen anderen aktiven in der Pfarrgemeinde hilfreich zur Seite. Unter anderem der Bastelund Handarbeitskreis geht auf ihre Initiative zurück und verkauft noch heute beim Weihnachtsbasar selbst hergestellte Gegenstände für einen guten Zweck. Die 1926 im badischen Malsch geborene Kistner wird vielen vor allem wegen ihrer Hilfsbereitschaft im Gedächtnis bleiben. Wer Probleme jedweder Art hatte fand bei ihr immer ein offenes Ohr.

Als Pfarrer Werner Reihing in Rente ging folgte sie ihm ins Kloster Hegne, der Kontakt nach Markdorf war aber nie abgebrochen. So wurde Kistner noch einige Male beim „Dreckkübelg’schwätz“ der Historischen Narrenzunft gesehen und alljährlich besuchten Abordnungen aus Markdorf Reihing und Kistner in Hegne. Auch gestern zum Trauergottesdienst im Kloster wurde von der Seelsorgeeinheit eine Mitfahrgelegenheit angeboten – ein Zeichen, dass Kistner in Markdorf unvergessen ist.

 

Südkurier, 23. Februar 2010 / Jörg Büsche

Sie hatte stets ein offenes Ohr

Am Samstag ist Lydia Kistner nach mehrmonatiger Krankheit gestorben. Viele vermissen sie jetzt schon.

Die langjährige Haushälterin im Pfarrhaus der katholischen St.-Nikolaus-Gemeinde von Markdorf hatte Pfarrer Werner Reihing an dessen Alterswohnsitz nach Hegne begleitet. Die „gute Seele“ der Kirchgasse 1 war damit etwas in die Ferne gerückt, aber immer erreichbar für ihre Vertrauten. Erreichbarkeit, eine offene Tür, vor allem aber ein offenes Ohr prägte die Arbeit Lydia Kistners im Pfarrhaus. Den Vikaren war sie quasi eine Mutter, den Aktiven in der Kirchengemeinde sprang sie hilfreich bei, wenn für den Gottesdienst etwas vorbereitet werden musste. Wer immer bei ihr um Unterstützung bat, konnte sich der Hilfe gewiss sein. Insbesondere Lydia Kistners Gastlichkeit war legendär. Ebenso legendär wie ihre gute Küche, in der es für jeden Bedürftigen stets ein Brot oder einen Teller Suppe gab.

1978 kam die 1926 im badischen Malsch Geborene mit Werner Reihing nach Markdorf. Sie war bereits an seiner vorherigen Pfarrstelle in Plankstadt dessen Haushälterin gewesen. Sie gründete den Bastel- und Handarbeitskreis, dessen gestrickte, gehäkelte, gefaltete Produkte beim Weihnachtsbasar stets einnahmeträchtig für karitative Zwecke verkauft werden.

Überhaupt nahm die Haushälterin regen Anteil am Leben in der Gemeinde. Ihr Umzug nach Hegne kam vielen wie ein Schnitt vor. Gemildert nur dadurch, dass Lydia Kistner sich schon bald sehr wohl fühlte im Hegner Pfarrhaus, dessen Behaglichkeit sie indes viel zu kurz genießen konnte.

 

Südkurier, 20. Februar 2010

Katholiken wählen Pfarrgemeinderäte

Die Katholiken der Seelsorgeeinheit Markdorf wählen am 13. und 14. März ihren neuen Pfarrgemeinderat. Der Wahlvorstand ist zufrieden: Es wurden genügend Kandidaten gefunden und so hofft man auf eine rege Wahlbeteilung.

Markdorf – Die Katholiken der Seelsorgeeinheit Markdorf, bestehend aus den Pfarreien St. Nikolaus Markdorf, St. Georg Bermatingen, St. Sigismund Hepbach, St. Jodokus Bergheim und St. Martin Ittendorf, wählen am Wochenende, 13. und 14. März, einen neuen Pfarrgemeinderat. Bei der Vorstellung der Listen zeigten sich Vertreter aus den Wahlvorständen sehr zufrieden mit der Kandidatengewinnung. Es konnten für alle fünf Listen genügend Kandidaten gefunden werden. „Das bedeutet, dass die Kirchenmitglieder auch eine richtige Wahl haben“, freut sich Gebhard Geiger.

In Markdorf kandidieren 25 Männer und Frauen für 14 Plätze im Gremium – sieben von ihnen gehören bereits dem jetzigen Rat an. Die jüngste Kandidatin ist 30 Jahre, der älteste 66 Jahre – so dass laut Geiger eine gute Mischung, auch durch alle sozialen Schichten, gegeben sei. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Hund habe man zwischen 70 und 80 interessierte Kirchenmitglieder angesprochen und freut sich über die vielen Kandidaten und Kandidatinnen. Bei der nächsten Wahl in fünf Jahren wird es diese Art von Pfarrgemeinderatswahlen nicht mehr geben. Dann wird die Seelsorgeeinheit Markdorf aus einem gemeinsamen Pfarrgemeinderat bestehen und nicht mehr aus fünf. Vielleicht mit ein Grund für die starke Beteiligung, schätzt Werner Ströbele aus Bermatingen. Hier kandidieren auf zehn Sitze 13 Frauen und Männer, acht von ihnen stellen sich erneut zur Wahl. Allerdings gibt es in Bermatingen eine kleine Änderungen: Die sogenannte unechte Teilortswahl wurde abschafft, so dass Bermatinger und Ahausener gemeinsam auf einer Liste stehen und die Einwohner jedem Kandidaten ihre Stimme geben können.

In Hepbach bewerben sich sechs Kandidaten auf sechs Plätze – darunter fünf Frauen und ein Mann. Die Frauenbeteiligung sei generell höher als bei den Männern. „Viele Männer wären gerne aktiver, sind aber beruflich zu sehr ausgelastet“, begründet Pfarrer Hund die hohe Frauenquote. Auch in Ittendorf bestätigt sich dieses Bild: sechs Kandidaten auf sechs Plätze, vier von ihnen sind Frauen. „Dann kommt der Pfarrer viel lieber zu uns nach Ittendorf“, scherzt Dietmar Künzig. In Bergheim kandidieren 13 Bürger und Bürgerinnen für acht Sitze. Davon kommen drei aus Riedheim, zwei aus Raderach, sechs aus Leimbach und einer aus Bergheim.

Das Motto zur Pfarrgemeinderatswahl „Mach mit!“ wurde in Markdorf gut angenommen. Die Vertreter der Wahlvorstände und Pfarrer Ulrich Hund freuen sich, wenn viele Katholiken am Samstag und Sonntag, 13. und 14. März, zur Wahl gehen würden. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteilung laut Hund bei etwa 20 Prozent. Alle Wahlberechtigten erhalten ihre Wahlberechtigungskarte per Post nach Hause geschickt. Es kann auch Briefwahl beantragt werden.

Kandidaten

Markdorf:
Ernst Arnegger, Andreas Beck, Nicola Benz, Margrit Braun, Bernd Dambacher, Ulrike Dreer, Roman Galysa, Petra Gockel, Evi Gräble, Petra Holstein, Franz Kopp, Brigitte Körber, Hans-Christian Körber, Angela Kreutter, Tania Mutschler, Anita Oberschelp, Regina Schneider-Wild, Jutta Schönfelder, Andrea Stehle, Maria Stump, Margit Stützle, Hilde Vanden Wyngaert, Daniela Weiss, Sonja Widmann, Michaela Zurell.
Zeiten Wahllokal (Pfarrsaal): Samstag, 18 bis 20 Uhr; Sonntag, 9 bis 18 Uhr.

Bermatingen:
Johannes Boneberg, Stefan Drecker, Bernhard Hatt, Ruth Karrer, Patricia Kubon-Kuntz, Karin Landolt, Rudolf Merk, Hubert Meschenmooser, Hildegard Moser, Karin Orosz, Roswitha Sailer, Guido Schmid, Monika Volz.
Zeiten Wahllokale (Rathaus Ahausen und Pfarrheim Bermatingen): Sonntag, 8.30 bis 14 Uhr.

Hepbach:
Klaus Alber, Gerlinde Heiß, Cordula Henkelmann, Anne-Maria Moll, Simone Müller, Maria Roth.
Zeiten Wahllokal (Alte Sakristei): Sonntag, 9.30 Uhr bis 12 Uhr, 14 bis 16 Uhr.

Bergheim:
Willi Bochtler, Bernd Brielmayer, Martin Brielmayer-Gaßner, Willi Büchele, Matthias Grupp, Erika Kaul, Matthias Keppeler, Markus Lang, Stephanie Sandkühler, Lucia Sieberg, Heidi Trenkle, Erna Wiggenhauser.
Zeiten Wahllokal (Jugendraum Pfarrhaus Bergheim): Sonntag, 9.30 bis 16 Uhr.

Ittendorf:
Karl-Heinz Alber, Birgit Bamberger, Ursula Hutter-Koenen, Hildegard Mayer, Karin Pfluger, Franz-Josef Sprißler.
Zeiten Wahllokal (Pfarrhaus): Sonntag, 9.30 bis 16.30 Uhr.

 

Schwäbische Zeitung, 19. Februar 2010 / Matthias Schopf

Viele Kandidaten stellen sich zur Wahl

In der Erzdiözese Freiburg der katholischen Kirche werden am 13. und 14. März neue Pfarrgemeinderäte gewählt. In der Seelsorgeeinheit Markdorf sind die Wahlvorstände zufrieden, denn alle Listen konnten gefüllt werden.

In sechs Wahllokalen können die Katholiken am 14. März – in Markdorf auch am 13. März – ihre Kreuzchen machen und einen neuen Pfarrgemeinderat wählen. „Es ist erfreulich, dass wir überall Kandidaten finden konnten“, erklärt ein sichtlich zufriedener Pfarrer Ulrich Hund. Gemeinsam mit Vertretern der Wahlausschüsse der fünf Pfarreien hat er gestern Abend die Kandidatenlisten präsentiert. Überall konnten mindestens so viele Kandidaten gefunden werden wie es Sitze im Gremium gibt – in Markdorf stellen sich sogar 25 Kandidaten für 14 Sitze zur Wahl.

Die Wahl-Organisatoren sehen verschiedene Gründe für die starke Beteiligung. „Vielleicht liegt es daran, dass es zum letzten Mal einen Pfarrgemeinderat in dieser Art geben wird“, vermutet Werner Ströbele aus Bermatingen. Denn ab 2015 wird es nur noch einen Pfarrgemeinderat für die gesamte Seelsorgeeinheit geben.

In Markdorf treten von 14 Ratsmitgliedern sieben erneut zur Wahl an, laut Gebhard Geiger vom Wahlausschuss eine „erfreuliche Geschichte“. Kandidaten zwischen 30 und 66 Jahren aus allen sozialen Schichten stehen zur Wahl. „Es war mir ein Anliegen, denn eine Wahl soll nicht nur bestätigen, sondern es soll eine echte Auswahl sein“, erläutert Geiger. Mit Hilfe des Pfarrers habe er 70 bis 80 Menschen angesprochen, das Echo sei überall sehr positiv gewesen. In Ittendorf stellen sich vier Frauen und zwei Männer zur Wahl, vier davon gehören bereits dem Gremium an. „Das heißt, dass wir den Frauenanteil erhöhen werden, dann kommt sicher der Pfarrer viel lieber zu uns nach Ittendorf“, sagt Dietmar Künzig und lacht.

Auch in Hepbach stehen sechs Kandidaten zur Verfügung, zwei aus Stadel und vier aus Hepbach. Der Rat der Pfarrei Bergheim besteht aus acht Mitgliedern, zwölf Kandidaten stellen sich zur Wahl. Davon stammen nach Angaben von Amadeus Kaul drei aus Riedheim, zwei aus Raderach, einer aus Bergheim und sechs aus Leimbach.

Neuerung in Bermatingen
Eine Neuerung gibt es für die Wähler in Bermatingen und Ahausen: Die unechte Teilortswahl entfällt und somit können die Einwohner ihre Stimmen jedem Kandidaten geben, nicht nur denen aus ihrem Ortsteil. In diesem Zusammenhang wurde der Rat aber von zwölf auf zehn Sitze verkleinert. Vier Kandidaten aus Ahausen treten an. „Da sind Personen dabei, wegen denen sicher auch Stimmen von Bermatingen nach Ahausen fließen werden“, zeigt sich Werner Ströbele überzeugt.

Alle wahlberechtigten Katholiken erhalten die Wahlunterlagen nach Hause zugestellt. Diese sind zugleich auch das Antragsformular falls ein Wähler die Briefwahl in Anspruch nehmen möchte.

„Das Motto der Pfarrgemeinderatswahl heißt ‚Mach mit!‘, das hat geklappt“, freut sich Amadeus Kaul. Nun hoffen die Organisatoren der Seelsorgeeinheit Markdorf nur noch auf eine hohe Wahlbeteiligung. Pfarrer Hund bedankte sich bereits bei allen, die für die vollen Listen gesorgt haben. „Das ist ein richtiges Geschäft, wenn man so viele Leute ansprechen muss“, honoriert der Pfarrer.

Markdorf
Ernst Arnegger, Andreas Beck, Nicola Benz, Margit Braun, Bernd Dambacher, Ulrike Dreer, Roman Galysa, Petra Gockel, Evi Gräble, Petra Holstein, Franz Kopp. Brigitte Körber, Hans-Christian Körber, Angela Kreutter, Tania Mutschler, Anita Oberschelp, Regina Schneider-Wild, Jutta Schönfelder, Andrea Stehle, Maria Stump, Margit Stützle, Hilde Vanden Wyngaert, Daniela Weiss, Sonja Widmann, Michaela Zurell.
Gewählt wird am Samstag, 13. März, von 18 bis 20 Uhr sowie am Sonntag, 14. März, von 9 bis 18 Uhr in der Mittleren Kaplanei.

Ittendorf
Karl-Heinz Alber, Birgit Bamberger, Ursula Hutter-Koenen, Hildegard Mayer, Karin Pfluger, Franz-Josef Sprißler.
Gewählt wird am Sonntag von 9.30 bis 16.30 Uhr im Pfarrhaus.

Bergheim
Willi Bochtler, Bernd Brielmayer, Martin Brielmayer-Gaßner, Willi Büchele, Matthias Grupp, Erika Kaul, Matthias Keppeler, Markus Lang, Stephanie Sandkühler, Lucia Sieberg, Heidi Trenkle, Erna Wiggenhauser.
Gewählt wird am Sonntag von 9.30 bis 16 Uhr im Pfarrhaus Bergheim.

Hepbach
Klaus Alber, Gerlinde Heiß, Cordula Henkelmann, Anne-Maria Moll, Simone Müller, Maria Roth.
Gewählt wird in der Alten Sakristei am Sonntag von 9.30 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr.

Bermatingen
Johannes Boneberg, Stefan Drecker, Bernhard Hatt, Ruth Karrer, Patricia Kubon-Kuntz, Karin Landolt, Rudolf Merk, Hubert Meschenmoser, Hildegard Moser, Karin Orosz, Roswitha Sailer, Guido Schmid, Monika Volz.
Gewählt wird am Sonntag im Rathaus Ahausen und im Pfarrheim Bermatingen jeweils von 8.30 bis 14 Uhr.

 

Südkurier, 16. Februar 2010

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Immenstaad/Markdorf (ght) Die Seelsorgeeinheiten Immenstaad und Markdorf sollen in ihrem bisherigen Zuschnitt erhalten bleiben – zumindest für die nächsten 15 Jahre. Dies ist der ausdrückliche Wunsch der betreffenden katholischen Kirchengemeinden, dem allerdings ein anders lautender Vorschlag des Freiburger Erzbistums entgegensteht.

„Die Zielsetzung, die Seelsorgeeinheiten Immenstaad und Markdorf bis etwa 2025 zusammenzuschließen, bleibt erhalten“, sagt der stellvertretende Dekan, Pfarrer Peter Nicola aus Salem, auf Nachfrage des SÜDKURIER. „Ein Zusammenschluss bereits zum Jahr 2015 ist aus Markdorfer Sicht nicht vorstellbar.“

Demnach sei es der Wunsch der vier Gemeinden der Seelsorgeeinheit Immenstaad, zusammenzubleiben. „Gegen den erklärten Widerstand der Seelsorgeeinheit Immenstaad ist eine Hinzunahme der Pfarrei Kluftern zur Seelsorgeeinheit Markdorf denkbar anstelle einer Zuordnung Klufterns zur Seelsorgeeinheit Meersburg“, betont Pfarrer Peter Nicola. Bezüglich des künftigen Personalschlüssels seien bislang noch keine weiteren Entscheidungen gefallen – das heißt, dass für jeweils 3000 Gemeindemitglieder eine hauptamtliche Kraft vorgesehen ist.

Bereits im vergangenen Herbst hatte ein Vorstoß aus Freiburg auch für Unruhe in den Gemeinden des Dekanats Linzgau gesorgt. Demnach soll – vor allem angesichts des immer mehr ins Gewicht fallenden Priestermangels – bis zum Jahr 2015 die Zahl der Seelsorgeeinheiten im Erzbistum von derzeit 328 auf 220 reduziert werden. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der aktiven Priester in der Erzdiözese bis zum Jahr 2030 auf etwa 225 zurückgehen wird. Laut Freiburger Vorlage sollen die zehn Seelsorgeeinheiten im Linzgau auf sieben zusammengefasst werden. Ein mögliches Szenario war die Auflösung der Seelsorgeeinheiten Immenstaad, Frickingen-Heiligenberg und Sipplingen.

Ein durchaus anderes Meinungsbild ergaben jetzt die Diskussionen vor Ort – bis zum 14. Februar hatten die Gemeinden Zeit, zum vorliegenden Anhörungsentwurf aus Freiburg Stellung zu nehmen. Demnach will sich Frickingen nach Salem orientieren und Owingen den Weg nach Überlingen gehen, während die kleine Seelsorgeeinheit Sipplingen ihre Eigenständigkeit behalten will. Für den Freiburger Gedanken, St. Jodokus Immenstaad, Maria Himmelfahrt Kippenhausen und St. Johann Baptist Hagnau nach Meersburg zu integrieren und St. Gangolf Kluftern in die Seelsorgeeinheit Markdorf aufzunehmen, konnten sich die betreffenden Gemeinden allerdings nicht erwärmen.

Wie man in Freiburg auf die Stellungnahme der einzelnen Gemeinden und Dekanate reagieren wird, bleibt abzuwarten. „Auf der Grundlage der Diskussionen muss das Erzbistum um die beste Lösung ringen und zu einer Entscheidung kommen“, sagt Robert Eberle, Pressesprecher des Erzbistums.

 

Schwäbische Zeitung, 14. Dezember 2009

Markdorf hat wieder eine KJG-Gruppe

In Markdorf gibt es wieder eine Gruppe der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Am Samstag ist die neue Gruppe gegründet worden, zum ersten Treffen kamen gleich sieben Kinder im Grundschulalter.

In der Markdorfer Pfarrei St. Nikolaus gab es immer wieder aktive KJG-Gruppen, die letzte löste sich vor etwa zwei Jahren auf, als die Betreuer aufgrund Studiums und Berufs ihr ehrenamtliches Engagement beenden mussten. Nun haben sich um den 17-jährigen Schüler Marco Stett etwa 20 Heranwachsende gesammelt, die eine neue Gruppe ins Leben gerufen haben. Zum ersten Treffen in der Mittleren Kaplanei kamen sieben Kinder. „Die Kinder sollen gemeinsam Spaß haben“, nannte Marco Stett als ein Ziel .

Von nun an trifft sich die Gruppe jeden Samstag von 18 bis 19.30 Uhr in der Mittleren Kaplanei zum gemeinsamen Basteln und Spielen. Geplant sind auch gemeinsame Ausflüge zu Markdorfer Organisationen wie Feuerwehr und Rotes Kreuz, auch der Polizei soll ein Besuch abgestattet werden. Im Sommer soll es dann auch auf die Weiherwiese zu gemeinsamen Ballspielen gehen.

Ein Großteil des Betreuerteams war im Sommer bereits bei den Ferienspielen engagiert und will nun die Betreuungsarbeit für Grundschulkinder auf das ganze Jahr ausweiten. Vor dem Start haben sie den KJG-Raum erst mal auf Vordermann gebracht, es wurde aufgeräumt, geputzt und gestrichen, so dass der Raum wieder hell und freundlich zu gemeinsamer Freizeit einlädt.

Am Samstag kamen die Kinder noch in Begleitung der Mütter. Nach dem die Kinder sehr schnell jede Scheu ablegten und nach einer lustigen Vorstellungsrunde, verzogen sich schnell die Erwachsenen. Die Mutter von Jasmina erzählte, ihrer Tochter hätten die Ferienspiele im Sommer sehr gefallen, deshalb wolle sie auch bei der KJG-Gruppe dabei sein. Der Kontakt zu Gleichaltrigen und das gemeinschaftliche Erlebnis sind für die Mutter wichtige Gründe dafür, dass sie ihre Tochter zum Mitmachen ermuntert. Schon längere Zeit habe sie eine Beschäftigung für ihren Sohn gesucht, berichtet die Mutter von Dennis. Im Turnverein sei alles ausgebucht und ihr Sohn stehe auf der Warteliste.

Für die Altersgruppe der Grundschulkinder gebe es in Markdorf nur spezielle Angebote wie Sport oder Musik, meint eine andere Mutter. Sie ist begeistert von dem abwechslungsreichen Angebot, das die Heranwachsenden ihrem Sohn in der KJG-Gruppe bieten.„

 

Südkurier, 14. Dezember 2009

Das ganze Jahr Ferienspiele

Die Idee wieder eine KJG-Jugendgruppe zu gründen, lag schon länger in der Luft. Ein 20-köpfiges Team um den Schüler Marco Stett hat dies nun umgesetzt und bietet jeden Samstag in der Mittleren Kaplanei ein buntes Programm für Kinder im Grundschulalter an.

Markdorf – Ab heute, 18 Uhr, sind alle Kinder zwischen fünf und zehn Jahren eingeladen, im neu gerichteten KJG-Raum in der Mittleren Kaplanei vorbeizuschauen. Der 17-jährige Marco Stett und sein Team haben in den vergangenen Wochen den Raum, der zwei Jahre lang unbenutzt war, aufgeräumt und renoviert. „Da haben wir viel Arbeit investiert“, erzählt der Schüler, der die 12. Klasse am Markdorfer Bildungszentrum besucht. Als der 17-Jährige zum ersten Mal den Raum betreten wollte, hatte er Schwierigkeiten die Tür aufzubekommen, da das Schloss eingerostet war. Die frühere KGGruppe hatte sich aufgelöst, da die Verantwortlichen zum Studium gingen. Seitdem stand der Raum leer. Dementsprechend sah er aus und das bedeutete zunächst: Aufräumen, putzen, streichen, Tische von Farbresten befreien und Möbel abschleifen und lackieren. Jetzt erstrahlt das Zimmer dank drei großer bunter Lampions wieder im neuen Glanz.

Die Jugendlichen, die sich von den Ferienspielen im Sommer kennen, möchte diese für die Kinder auf das ganze Jahre über ausweiten. „Es macht einfach Spaß mit den Kleinen zu arbeiten“, erzählt Marco Stett, der seit mehreren Jahren bei den Ferienspielen am Weiher zunächst als Helfer, dann als Leiter tätig ist. Um die Jugendgruppe leiten zu dürfen, besucht der Schüler einen Jugendleiterkurs. Dort lernt er unter anderem mit Kindern umzugehen, Probleme zu lösen und eine Gruppenstunde zu einem bestimmen Thema zu gestalten. Anderthalb Stunden soll das Treffen jeden Samstag dauern. Es soll zusammen gebastelt, gespielt, gesungen und miteinander Zeit verbracht werden.

„Wir haben jede Menge Ideen, die wir mit den Kindern verwirklichen wollen“, sagt Stett. Er hofft, dass sich eine Gruppe mit ungefähr zehn bis 15 Kindern bildet, die regelmäßig in der Mittlern Kaplanei vorbeischauen. Kinder, die bei den Ferienspielen dabei waren, wurden mit der Post angeschrieben und eingeladen. „Ich bin sehr gespannt, wie viele Kinder kommen und wen wir vom Sommer schon kennen.“

Stett kann sich gut vorstellen, mit den Kindern auch Ausflüge beispielsweise zur Feuerwehr oder Polizei zu unternehmen, denn die kleinen Teilnehmer sollen auch neue Sachen kennenlernen. Der 17-Jährige will versuchen als fester Ansprechpartner und Bezugsperson bei jedem Termin dabei zu sein, unterstützt wird er dann von vier bis fünf Jugendlichen aus seinem Team. Die Gruppe soll über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Stett wird 2011 sein Abitur machen, ob er dann zum Studium ebenfalls in eine andere Stadt gehen wird, kann er jetzt noch nicht sagen. Beruflich kann er es sich durchaus vorstellen, in der Jugendarbeit tätig zu sein. Potenzielle Nachfolger stehen im Team bereit, aber das liegt in weiter Ferne. Jetzt freuen sich alle auf die erste Gruppenstunde am heutigen Samstag.

 

Südkurier, 30. November 2009

Schwäbisches Evangelium als Geschenk zum Start

Bermatingen (keu) Vor einer Woche wurde Werner Ströbele im Freiburger Münster zum Ständigen Diakon geweiht. Jetzt feierten Mitglieder der zur Seelsorgeeinheit Markdorf gehörenden Pfarreien seine Einführung mit einem Gottesdienst am Vorabend des ersten Advents in der Pfarrkirche St. Georg in Bermatingen und gratulierten ihm beim Empfang im Jugendraum des Pfarrheims. Zum festlichen Rahmen trug der Kirchenchor Bermatingen mit seinem Chorleiter und Organisten Anton Schäfer bei. Die Sänger begleiteten den Gottesdienst.

„Wir freuen uns, dass sich Werner Ströbele gefragt und für sich erspürt hat, diesen Dienst zu übernehmen“, sagte Pfarrer Ulrich Hund. Ströbele werde in der gesamten Seelsorgeeinheit, vielleicht mit dem Schwerpunkt Bermatingen tätig sein. So wie die Christen sich im Advent auf Weihnachten freuen, so habe sich Werner Ströbele in den vergangenen Wochen auf seine Weihe zum Ständigen Diakon gefreut, berichtete Diakon Martin Jablonsky in seiner Festpredigt und hinterfragte das Amt: Ist er durch die Weihe heiliger als andere? Nein. Der Unterschied liege im intensiveren sich einbringen, erklärte er und wies auf das für ihn Entscheidende: Gott habe diese Menschen berufen, erwählt; das Amt sei mehr eine Gabe und auch Anlass für jeden, sich zu fragen, zu welchem Dienst man berufen sei.

Pfarrer Hund skizzierte die künftigen Aufgaben des Diakons. So soll er unter anderem im Sachausschuss Caritas und Soziales und bei Glaubenskursen mitarbeiten sowie bei der Firmkatechese. Ihm obliegt die Mitgestaltung von Gottesdiensten, Taufen, Trauassistenz und nach Absprache Beerdigungen. Sechsmal im Jahr werde Ströbele predigen, zudem Glaubensgespräche führen und Glaubenskurse für Erwachsene halten. Lachen löste Hunds „kleines symbolisches Geschenk“ aus: Das Evangelium in schwäbischer Sprache!

Vikar Steffen Jelic hatte seinen Aussagen nach auf Kreuzfahrtreise und Zahnersatz verzichtet; dafür darf sich Ströbele – im Hauptberuf Zahnarzt – von den Kollegen Diakonstolen in diversen Farben aussuchen. Blumen gab es für Ehefrau Milana. „Ohne dich hätte es Werner sehr schwer gehabt und die ganze Gemeinde profitiert davon“, dankte ihr Pastoralreferent Klaus Hermle.

Bürgermeister Martin Rupp weiß: Ströbele werde segensreich wirken. Für sein Amt habe er seinen geliebten Gemeinderatsposten aufgegeben. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ruth Karrer wäre gern selbst Diakonin geworden, wenn dies Frauen erlaubt wäre, und Jablonsky schwärmte von der sehr engagierten diakonischen Gemeinde Bermatingen, was Ströbele aufgriff: „Auf einem Rübenacker wächst keine Frucht, aber auf dem Boden der diakonischen Gemeinde kann ein Diakon wachsen.“

 

Schwäbische Zeitung, 30. November 2009

„Er ist so bodenständig und realistisch“

(Bermatingen/sto) Der neu geweihte Diakon Werner Ströbele hat am Samstag seinen Dienst angetreten. In der Sankt-Georgs-Kirche in hat ein feierlicher Gottesdienst zu seinem Amtsantritt stattgefunden. Das Team der hauptamtlichen Würdenträger der Seelesorgeeinheit gestaltete ihn mit dem Kirchenchor.

Nach seiner Weihe zum Diakon in der vergangenen Woche (die SZ berichtete) ist Werner Ströbele am Samstagabend in seinen Dienst eingeführt worden. Die Kirchenreihen waren gut besucht. „Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr, auch der Dienst unseres neuen Diakons beginnt heute. Wir freuen uns, dass einer von unserer Seelsorgeeinheit sich gefragt hat, ob das was für ihn sei und sich dafür entschlossen hat“, sagte Pfarrer Ulrich Hund.

Diakon Martin Jablonsky, der von 1994 bis 2001 in der Seelsorgeeinheit als Gemeindereferent tätig war und damals Ströbele als Pfarrgemeinderatsvorsitzenden kennen gelernt hat, war extra zur Feier nach Bermatingen gekommen. Noch im Gottesdienst, vor dem Segen, wurden Grußworte an Ströbele gerichtet. Pastoralereferent Klaus Hermle würdigte darin auch die Ehefrau von Ströbele. „Ohne Dich, Milana, hätte es Werner sicherlich schwerer gehabt. Du hast ihm den Rücken frei gehalten“, sagte er und überreichte ihr einen Blumenstrauß. Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim konnte Ströbele die Glückwünsche der Gemeindemitglieder entgegen nehmen.

Patricia Kunz, Mitglied im Pfarrgemeinderat und Nachbarin der Ströbeles, findet es schön, dass der neu geweihte Diakon diesen Dienst übernommen hat. „Er ist so bodenständig und realistisch, nicht so vergeistigt. Er tut der Seelsorgeeinheit, glaub ich, gut“, sagt sie. Rudi Merk, Mitglied im Kirchenchor, sagt über Ströbele: „Ich finde das überhaupt gut, dass jemand in der heutigen Zeit so etwas macht, wo Kirche irgendwie für viele Nebensache ist und nicht mehr so ernst genommen wird“. Milana Ströbele bringt es auf den Punkt. „Ich finde das gut, dass er das gemacht hat und kann es auch mittragen“, sagt sie.

 

Konradsblatt Nr. 46 vom 15.11.2009

Bausachverständiger und Zeremonienmeister

Pfarrer Ulrich Hund in der Seelsorgeeinheit Markdorf

>> zum Artikel

 

Schwäbische Zeitung, 5. November 2009

Kluftern könnte an Markdorf gehen

Die Erzdiözese Freiburg plant eine Neugestaltung der Seelsorgeeinheiten im Bodenseekreis. Bis 2015 soll die Anzahl der Einheiten reduziert werden, davon ist wahrscheinlich auch die Seelsorgeeinheit Markdorf betroffen.

(Markdorf/sz) Noch steht nichts fest, das ist Pfarrer Ulrich Hund sehr wichtig. Derzeit existiert nur ein Anhörungsentwurf des erzbischöflichen Ordinariats Freiburg um die Anzahl der Seelsorgeeinheiten zu reduzieren. "Wir sind nun daran Vorschläge auszuarbeiten", erläutert der Pfarrer. Einer der Vorschläge sieht vor, dass die Seelsorgeeinheit Immenstaad aufgelöst wird - die Pfarrei Kluftern würde dann an die Seelsorgeeinheit Markdorf angeschlossen, die restlichen Pfarreien kämen an die Seelsorgeeinheit Meersburg. "Ein Vorschlag, deren Umsetzung wahrscheinlich ist", drückt es Hund aus. Man werde nun das Gespräch mit den Klufternern suchen. "Allein geographisch ist schon eine große Nähe zwischen Markdorf und Kluftern. Ich denke, Kluftern würde gut in die Seelsorgeeinheit Markdorf passen", ist sich Hund sicher. Der gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit Markdorf hat sich bereits mit dem Thema befasst, demnächst soll der Pfarrgemeinderat Kluftern angesprochen werden. "Wir werden verschiedene Wege der Kommunikation und des Kennenlernens gehen", zeigt sich der Geistliche überzeugt.

"Ich respektiere die Meinungen aus Kluftern", bekräftigt der Markdorfer Pfarrer. "Vielleicht wollen die Klufterner auch gar nicht mit zu Markdorf gehören, vielleicht fühlen sie sich auch hin- und her geschoben", führt Hund an. Schließlich wäre Kluftern schon einmal mit der Pfarrei Bergheim verbunden und dann getrennt worden, deswegen könne er jetzt nicht sagen wie man in Kluftern über einen erneuten Anschluss denken würde.

Die Neustrukturierung der Seelsorgeeinheiten soll 2015 erfolgen. Dann soll auch ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat die Räte der einzelnen Pfarreien ersetzen. "Da können wir leider nicht daran rütteln", meint Hund. Im nächsten Jahr werden in der Seelsorgeeinheit Markdorf nochmal einzelne Pfarrgemeinderäte gewählt. "Wir müssen uns dann überlegen, wie man einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat gestalten kann", so Hund. Wie viele Personen künftig in diesem Rat sitzen werden ist noch nicht bestimmt. "Es wird aber eine arbeitsfähige Größe sein, kein ausuferndes Gremium", ist Hund überzeugt.

Eines sei aber sicher: Weder in Markdorf noch in Kluftern müsse man sich vor einem Zusammenschluss sorgen. "Auf jeden Fall wird es Umstellungen und Änderungen geben", meint Hund. Wahrscheinlich müsse man auch mehr auf die Arbeit von Ehrenamtlichen zurück greifen. Gerade an Weihnachten, zur Erstkommunion und rund um die Kar- und Ostertage sei man dann wahrscheinlich mehr auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen. Derzeit würde es viele Änderungen in der christlichen Landschaft geben. Gerade in unserer Region sei die Kirche noch eine wichtige Größe. "Oftmals kann man den Erwartungen aber auch gar nicht gerecht werden", beschreibt es der Geistliche. Das klassische Bild in dem der Pfarrer mit seinen Gläubigen wohnt stimme so nicht mehr. "Bei einer Seelsorgeeinheit mit 11000 Menschen kann ich nicht mehr alle kennen", schmunzelt Hund. Irgendwann sei aber auch das Ende erreicht. "Man kann Seelsorgeeinheiten nicht ohne Ende vergrößern", äußert Hund. Mit Kluftern sieht er aber eine gute Basis zur Zusammenarbeit und viele Vorteile: "Beispielsweise gehört Kluftern auch zur evangelischen Gemeinde Markdorf, dann hätte man bei der Ökumene die gleichen Partner".

 

Südkurier, 21. Oktober 2009

Kirche verringert Seelsorgeeinheiten

Die Nachricht kommt letztlich nicht überraschend – und hat in den katholischen Kirchengemeinden dennoch ein wie eine Bombe eingeschlagen: Aufgrund des Priestermangels sollen in der Erzdiözese Freiburg viele Seelsorgeeinheiten vergrößert und ihre Zahl bis zum Jahr 2015 von derzeit 328 auf 220 reduziert werden.

Bodenseekreis – „Eine andere Gestalt der Kirche.“ So titelt das „Konradsblatt“ – Wochenzeitung für das Erzbistum Freiburg – in seiner jüngsten Ausgabe. Die Betroffenheit unter Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Gemeindemitgliedern ist riesengroß. „Weniger Priester – weniger Seelsorgeeinheiten“ – dieses Konzept soll konsequent umgesetzt werden.

„Auch wenn der Ruf nach neuen Zugangswegen zum Priesteramt gerade in diesen Wochen und Monaten überall und immer lauter ertönt, so deutet doch nichts darauf hin, dass er Gehör finden könnte“, schreibt das Konradsblatt. Bereits am vergangenen Wochenende stand das Thema auf der Tagesordnung des Diözesanrats. Für reichlich Diskussionsstoff dürfte gesorgt sein. „Es stehen uns spannende Zeiten und ein heißer Herbst bevor“, wird der Offenburger Dekan Matthias Bürkle zitiert.

Dem SÜDKURIER liegen Informationen vor, nach denen beabsichtigt ist, die zehn Seelsorgeeinheiten im Dekanat Linzgau (Birnau, Deggenhausertal, Frickingen-Heiligenberg, Immenstaad, Markdorf, Meersburg, Owingen, Salem, Sipplingen und Überlingen) – dort leben insgesamt mehr als 46 000 Katholiken – auf sieben zu verringern. Die Seelsorgeeinheit Immenstaad mit den Gemeinden St. Jodokus, Maria Himmelfahrt Kippenhausen, St. Gangolf Kluftern und St. Johann Baptist Hagnau könnte vor der Auflösung stehen. Ein mögliches Szenario wäre demnach, die Gemeinden aus Immenstaad, Kippenhausen und Hagnau in die Seelsorgeeinheit Meersburg einzugliedern. Die Klufterner Gemeinde St. Gangolf würde zur Seelsorgeeinheit Markdorf hinzukommen. Diskutiert wird aber offenbar auch die Alternative, die Seelsorgeeinheiten Meersburg und Immenstaad vorläufig in ihrer jetzigen Form zu belassen – dazu müssten sich aber die Pallotiner-Patres vom Hersberg bereit erklären, seelsorgerische Aufgaben in Immenstaad zu übernehmen.

Die Bestrebungen sehen weiter vor, bis spätestens 2015 im Erzbistum flächendeckend ein ganzes Paket von Maßnahmen in Kraft treten zu lassen. Die Seelsorgeeinheiten werden rechtlich zu Kirchengemeinden. Letztere sollen nur noch als pastorale Größe erhalten bleiben. Auch einen Pfarrgemeinderat wird es dann wohl nur noch auf der Ebene der Seelsorgeeinheit geben. Vor Ort sollen Teams von Ehrenamtlichen für das kirchliche Leben Sorge tragen. Besser sieht die Lage derzeit offenbar noch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aus. „Bei uns wird sich mittelfristig nichts ändern. Wir haben von Anfang an die Seelsorgeeinheiten großzügig eingeteilt“, sagt Reinhard Hangst, Dekan des Dekanats Friedrichshafen, auf Nachfrage des SÜDKURIER.

 

Schwäbische Zeitung, 9. Oktober 2009

"Ich bin derselbe geblieben"

BERMATINGEN - Werner Ströbele wird am 22. November in Freiburg zum Ständigen Diakon geweiht. Seit vier Jahren bereitet er sich auf das Kirchenamt vor. Mit der Weihe wird sich aber für ihn nicht viel ändern - er ist in der Kirche präsent und Ansprechpartner für alle.

Er freue sich auf alle Aufgaben, die das Amt des Ständigen Diakons mit sich bringt, versichert Werner Ströbele. Es würde keinen Aspekt geben, auf den er sich besonders freut, sondern eher die gesamte Aufgabe. Schließlich trägt sich der bekannte Bermatinger auch schon seit langem mit der Idee, sich zum Diakon ausbilden und weihen zu lassen. "Eigentlich hat das schon vor dem Abitur begonnen", erzählt Ströbele. Er habe damals einen Diakon kennengelernt und sich da schon gedacht, dass dies eigentlich auch etwas für ihn sei. "Allerdings gibt es da ein Mindestalter, also habe ich mir erstmal einen anderen erfüllenden Beruf gesucht" - Ströbele wurde Zahnarzt.

Ein bisschen Lampenfieber
So ganz in Vergessenheit ist der Diakon aber nie geraten, Ströbele war stets engagiert in der Pfarrgemeinde, zuletzt auch als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. "Ich bin aber nicht mehr zur Wahl angetreten. In der Vorbereitungszeit wird der Pfarrgemeinderat mehrfach zum Diakon befragt und ich kann ja schlecht mir selbst zustimmen", lacht Ströbele. In seiner Zeit als Pfarrgemeinderat ließ sich ein Diakon ausbilden - und erinnerte Ströbele an seinen eigenen Wunsch. Ein familiäres Ereignis in der Kirche gab dann den Ausschlag und Ströbele meldete sich in Freiburg. Normalerweise dauert die Ausbildung zwischen vier und acht Jahren, er hat nur die Mindestzeit von vier Jahren benötigt. "Ich bin aber kein Überflieger, der Leistungskurs Religion im Abitur hat mir den Grundkurs erleichtert", meint Ströbele.

Er wird sich als Diakon vor allem um die Erwachsenen-Katechese kümmern. "Bereits in meinem Gemeindepraktikum war ich im Glaubenskurs und in der Betreuung der Eltern der Firmlinge tätig und habe festgestellt, dass mir diese Arbeit liegt", so Ströbele. Für ihn selbst wird sich durch die Weihe wenig ändern, da er bereits seit vielen Jahren in der Gemeinde engagiert ist. "Ich glaube, dass sich eher in der Wahrnehmung der Menschen etwas ändert, dass sie mich durch das Amt anders sehen. Aber ich bin der gleiche geblieben", versichert er. Aber natürlich freue er sich auf die Weihe im Freiburger Münster. Schließlich habe die Ausbildung viel Zeit benötigt und man würde sich dann natürlich freuen, wenn man das Ziel erreicht habe. "Das wird sicher sehr eindrucksvoll, wenn man im Münster auf dem Boden liegt", sagt Ströbele.

Nur einen Punkt - der eigentlich zum Diakon gehört - hat Ströbele abgelehnt: Die Krankenbesuche. "Das wäre für mich schwierig mit dem Beruf vereinbar. Da weiß man doch nie, wer einen da gerade besucht, der Diakon oder der Zahnarzt", grinst Ströbele. Auf alle anderen Aufgaben freut er sich schon, auch wenn er bei manchen doch etwas Lampenfieber eingesteht. "Zum Beispiel wenn ich an meine erste Trauung denke".

 

Schwäbische Zeitung, 7. Oktober 2009

Weihe soll zum Mitmachen animieren

(MARKDORF/msp) Werner Ströbele wird am 22. November im Freiburger Münster zum ständigen Diakon der Seelsorgeeinheit Markdorf geweiht. Die katholische Kirche begleitet die Weihe mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Rede, Herr, dein Diener hört".

Die Veranstaltungen sind dazu gedacht, um das Amt des Diakons vorzustellen und über die Arbeit in der Kirche zu informieren, so Pfarrer Ulrich Hund. Ihm wird der ständige Diakon zur Seite stehen, lithurgische Aufgaben wie Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen übernehmen. "Eben Dienst am Nächsten", fasst es Ströbele zusammen. Vor allem die Arbeit mit Erwachsenen, beispielsweise eine Reaktivierung eines Glaubenskurses, ist angedacht.

Auftakt der Veranstaltungsreihe ist ein Gottesdienst zum 30-Tage-Gebet um Berufungen am Samstag, 10. Oktober, 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Markdorf und am Sonntag, 11. Oktober, um 9.30 Uhr in Bermatingen. Am Montag, 12. Oktober, wird ProfessorKlaus Kießling von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Frankfurt-St. Georgen und Präsident des Internationalen Diakoniezentrums im Pfarrheim  Bermatingen ab 19.30 Uhr zum Thema "Verheiratete Geistliche - der Beitrag ständiger Diakone zur Zukunft der Weltkirche" sprechen.

Weitere Termine sind eine Wallfahrt nach Flüeli und Sachseln am Mittwoch, 14. Oktober, ein Gottesdienst mit dem Fago-Team am 18. Oktober (10 Uhr, St. Nikolaus) und das Duo "Wohlfahrt und Hecht" aus Ostrach-Einhart präsentiert seine Lieder am Sonntag, 8. November (19 Uhr, St. Jakobus Ahausen).

"Das Amt des ständingen Diakons ist sehr spannend, da er Familie und Beruf hat und trotzdem Geistlicher wird", erzählt Hund. Die Geschichte der Diakone lasse sich bis ins erste Jahrhundert zurückverfolgen, in jüngerer Geschichte wurden sie vor 40 Jahren wieder eingeführt. Derzeit gebe es wenige Diakone im Linzgau. Hund hofft, dass sich dieser Umstand bald ändert. "Dies ist mit ein wichtiger Grund für die Weihe des Diakons: Der Aufruf und die Erinnerung an alle anderen", formuliert es Hund. Nicht jeder müsse natürlich gleich Diakon werden, aber Hund hofft darauf, dass die Weihe von Ströbele die Menschen anregt darüber nachzudenken, wie sie sich für die Kirche engagieren könnten.

Für Ströbele war es keine kurzfristige Entscheidung, sich in den Dienst der Kirche zu begeben. Schon vor dem Abitur hatte sich der Zahnarzt aus Bermatingen überlegt, eines Tages Diakon werden zu wollen. "Da das Amt des Diakons aber ein Mindestalter verlangt, habe ich erst einen anderen erfüllenden Beruf gesucht", berichtet Ströbele. Der 44-jährige Vater von drei Söhnen (15,13 und elf Jahre alt) freut sich schon auf die neue Aufgabe. Er sieht den "Diakon im Zivilberuf" auch als Bindeglied zwischen Kleriker-Stand und dem alltäglichen Leben. "Was aber nicht heißen soll, dass die Pfarrer keinen Bezug zum Alltag hätten", fügt Ströbele an.

 

Südkurier, 7. Oktober 2009

Antworten rund ums Thema Diakon

In Vorbereitung der Weihe von Werner Ströbele aus Bermatingen zum Diakon bietet die Seelsorgeeinheit Markdorf eine Veranstaltungsreihe, um sich geistlich und inhaltlich auf das neue Amt vorbereiten zu können. Sie beginnt am Wochenende und endet mit der Diakonenweihe (Amtsübertragung) von Ströbele am 22. November im Freiburger Münster.

Markdorf/Bermatingen – Was ist eigentlich ein Diakon, was darf er und vor allem was nicht? Wie kommt man in ein solches Amt und wo liegen die Schwerpunkte? Umfassende und vor allem verständliche Antworten auf diese Fragen wird Theologe und Psychologe Klaus Kießling geben, der seit dem Jahr 2004 selbst Diakon und Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Frankfurt-St. Georgen ist. Zu seinem Vortrag mit Gespräch „Verheiratete Geistliche – der Beitrag ständiger Diakonie zur Zukunft der Weltkirche“ lädt Pfarrer Ulrich Hund alle Interessierten ein. Er findet am Montag, 12. Oktober, um 19.30 Uhr im Pfarrheim Bermatingen statt.

Zu einer Wallfahrt, die bereits ausgebucht ist, und Gottesdiensten, die unter das Thema der Diakonenweihe gestellt und künstlerisch besonders gestaltet sind, ist die Öffentlichkeit ebenfalls eingeladen, Werner Ströbele auf seinem Weg zur Weihe am Sonntag, 22. November, im Freiburger Münster zu begleiten.

Das Amt des Diakons (zu übersetzen mit Diener, Mittelsmann, Bote) wurde bereits im ersten Jahrhundert nach Christus entworfen. Vor 40 Jahren wurde es wiederbelebt. Ständige Diakone sind in der Erzdiözese Freiburg in der Regel verheiratete Männer mit einem Zivilberuf. Ihr Engagement in Gemeinde und Gesellschaft erfolgt ehrenamtlich. Es gibt aber auch hauptberufliche Diakone. „Sie sind ein Bindeglied zwischen dem Klerikerstand und dem alltäglichen Leben“, erklärt der Vater von drei Söhnen. „Ein Diakon wird allgemein leichter wahrgenommen. Rein physikalisch hat man mehr Gelegenheit, in Kontakt zu kommen“, erklärt er auf lockere Weise. Nach seiner Weihe wird er in der Seelsorgeeinheit Markdorf sein Einsatzgebiet haben, er kann aber auch weltkirchenweit agieren.

„Diakone sind keine Antwort auf den Priestermangel – jedenfalls nicht von der Absicht her. Wir sind aber dankbar, wenn unsere Arbeit mit ihnen etwas erleichtert werden kann“, freut sich Pfarrer Hund über das Engagement des 44-jährigen Bermatingers, der die zwischen fünf und acht Jahren dauernde Ausbildung auf vier Jahre komprimieren konnte. „Christ sein und helfen geht Hand in Hand, wenn man seinen Glauben lebt“, begründet dieser seine Motivation, den Weg neben seinem Beruf als Zahnarzt begonnen zu haben; Dentist will er auch bleiben.

Schon vor dem Abitur mit den Leistungskursen Religion und Chemie hatte er sich mit dem Gedanken befasst, Diakon zu werden. Letztendlich hat ihn ein privates Erlebnis bewogen, die immer mal wieder erwogene Überlegung schließlich zu realisieren.

Ein Schwerpunkt seiner Aufgabe wird die Arbeit mit Erwachsenen sein. Der Dienst am Nächsten erschöpft sich nicht mit sorgenden und helfenden Aufgaben; der baldige Diakon darf auch trauen und taufen, predigen und Beerdigungen gestalten.

 

 

Südkurier, 8. August 2009 / Jörg Büsche

Offen für jeden Pfad

Die Aufgaben werden wohl ganz ähnliche sein“, erklärt Steffen Jelic, 34. Der junge Priester übernimmt im September die Vikariatsstelle von Jens Fehrenbacher in der Seelsorgeeinheit Markdorf. Auch hier wird Jelic Gottesdienste zelebrieren. Auch hier wird er Taufen und Hochzeiten durchführen. Ebenso wie er es während der zurückliegenden drei Jahre gemacht hat in Karlsruhe West-Nord, einer aus drei Pfarreien gebildeten Seelsorgeeinheit mit 14 500 Katholiken. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit dort waren das Betreuen der Ministranten, der Religionsunterricht an Schulen, aber auch der regelmäßige Besuch in Altersheimen, von denen es in Karlsruhe West-Nord immerhin gleich zehn gibt.

Markdorf kennt Steffen Jelic bereits. Denn vor einem Dreivierteljahr besuchte er seinen Jahrgangs-Kollegen Jens Fehrenbacher. „Mir hat's hier gleich gefallen“, erklärt er, „das Städtchen wirkt sehr freundlich.“ Besonders angetan habe es ihm die frisch renovierte Spitalkirche mit ihrer prachtvollen Innenausstattung. Dass er sein Pfarr-Praktikum jedoch hier beenden würde, das sei ihm damals nicht in den Sinn gekommen. Um so lieber aber wäre ihm dies, als er spätestens seit einer dreimonatigen Urlaubsvertretung in Stockach den Wunsch hegte, auch einmal im Südbadischen zu arbeiten.

„Danach gefragt, wie er sein Priesteramt begreife, antwortet Vikar Steffen Jelic: „Ich bin sehr offen rede gerne mit den Menschen über ihren Glauben.“ Wobei der junge Geistlich gerade mit jenen das Gespräch sucht, deren Pfad etwas abseits liegt von den viel benutzten Hauptwegen der Kirche. Sinngemäß zitiert den heiligen Ignatius, Begründer des Jesuitenordens: „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.“ Diese Aussage beziehe sich vor allem auf die „Früchte des Geistes mit ihren mal positiven, mal negativen Seiten“. Beides gelte es ins Auge zu fassen. Was zu überaus fruchtbaren Diskussionen führen könne, „solange nur der gegenseitige Respekt gewahrt wird“.

Wie fruchtbar der Kontakt zu Andersdenkenden sein kann, hat der junge Vikar vor allem im Ausland gelernt. „Für mich waren die beiden Aufenthalte in Israel und in Rom ungeheuer wichtig.“ Überdies kamen sie seiner Leidenschaft fürs Reisen entgegen. Vor zwei Jahren zog es ihn nach Ägypten. Dort bestaunte der von alten Hochkulturen faszinierte Priester die steinernen Zeugnisse frühester Zivilisation. Weitere Leidenschaften, seien das Lesen und das Kochen. Zum Ausgleich gehe er gerne Schwimmen. Na denn: Der Bodensee ist nicht weit.

 

Südkurier, 27. Juli 2009

Zwei Stützen verlassen die Seelsorgeeinheit

MARKDORF - Mit einem Gottesdienst haben sich die Pfarreien der Seelsorgeeinheit Markdorf am Samstagabend von Vikar Jens Fehrenbacher und Pastoralassistent Alexander Ufer verabschiedet. Nach den ersten drei Jahren seines Vikariats wird Fehrenbacher seine insgesamt fünfjährige praktische Ausbildung in Buchen im Odenwald fortsetzen, während Alexander Ufer eine Stelle im Markgräfler Land antreten wird.

„Jedem Abschied wohnt ein Zauber inne“, variierte Christian Körber, der Pfarrgemeinderatsvorsitzender der Markdorfer St.-Nikolaus-Gemeinde, das Dichterwort vom zauberhaften Anfang. „Uns soll das den Abschied von euch beiden leichter machen“, erklärte Körber. Er griff damit nur das noch einmal auf, was im Verlauf des Gottesdienstes in der voll besetzten Markdorfer Hauptkirche augenfällig geworden war.

„Es ist ein schwerer Abschied“, hatte Lisa Bitzenhofer vom Pastoralteam gesagt, als sie sich bei Vikar Fehrenbacher für die zurückliegenden „wunderbaren Jahre“ bedankte. „Es war wirklich eine
schöne Zeit mit dir“, wandte sich Gemeindereferent Klaus Hermle an Alexander Ufer, dessen geistvollen Humor er nun missen müsse. „Du hast hier Spuren hinterlassen du sprichst die Sprache der Menschen“, formulierte es Markdorfs Bürgermeister Bernd Gerber, als er sich von der Kanzel aus von Vikar Fehrenbacher verabschiedete. Die Ministranten aus Bermatingen und Markdorf überreichten Geschenke an den Vikar, die Damen des Bermatinger Besucherkreises an den Pastoralassistenten.

Und Pfarrer Ulrich Hund, der Leiter der Seelsorgeeinheit Markdorf, hob noch einmal Punkt für Punkt die zahlreichen Verdienste der beiden Abschied Nehmenden hervor. Er unterstrich ihre besonderen Stärken: die Fähigkeit Ufers, Theologie zu denken und gleichzeitig handelnd umzusetzen, ebenso wie Jens Fehrenbachers große Begabung, seinen „tiefen Gottesbezug“ auch nach außen zu tragen. So überzeugend sogar, dass mancher bereits aus der Kirche Ausgetretene wieder zurückgekehrt sei, so Ulrich Hund.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud die Seelsorgeeinheit zu einem Stehempfang vor der Kirche ein.

 

Schwäbische Zeitung, 27. Juli 2009

Vikar und Pastoralassistent verabschieden sich aus Markdorf

MARKDORF - Am Wochenende hat die Seelsorgeeinheit Markdorf von Vikar Jens Fehrenbacher und Pastoralassistent Alexander Ufer in einem Gottesdienst Abschied genommen. Fehrenbacher tritt seine zweite Vikarstelle in Buchen im Odenwald an und Ufer geht nach Heitersheim.

Es war ein etwas anderer Gottesdienst am Samstagabend, in dem die fünf Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit "Auf Wiedersehen" zu Vikar Jens Fehrenbacher und seinem Kollegen im Pastoralteam, Alexander Ufer, sagten. Gleichzeitig wurde das Fest des Apostels Jakobus gefeiert, Patron der Pilger. Und pilgern ist immer mit einem Aufbruch verbunden, wie Pfarrer Ulrich Hund sagte. So war es auch bei diesem Gottesdienst, mit Wehmut wurde Abschied genommen, aber gleichzeitig gab es viele gute Wünsche für den Neustart in Buchen und in Heitersheim. Etwas Besonderes war auch der kurze Auftritt eines Ensembles aus Musikern aller fünf Musikvereine in der Seelsorgeeinheit. In seiner knappen Freizeit spielte Fehrenbacher das Tenorhorn im Musikverein Riedheim.

„"Der Abschied fällt beiderseits schwer", erklärte Hans Christian Koerber vom gemeinsamen Ausschuss der fünf Pfarrgemeinden. Er dankte Fehrenbacher und Ufer für eine Zeit voller Begegnungen und guter Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünschte er alles Gute und Gottes Segen.

Jens Fehrenbacher habe hier in der Stadt gewirkt und gelebt, verabschiedete sich Bürgermeister Bernd Gerber. Er habe viele Spuren hinterlassen und es habe sich eine große Verbundenheit auf beiden Seiten entwickelt. Zum Abschied überreichte Gerber beiden ein Buch über die Stadt Markdorf. Für Fehrenbacher gab es einen Gutschein für jährlich fünf Flaschen Markdorfer Wein, die aber persönlich abzuholen sind.

In vielen Bereichen der Seelsorgeeinheit ist Alexander Ufer tätig gewesen, erklärte Pfarrer Ulrich Hund. Als Pastoralassistent in Ausbildung sei er als Lernender und Erfahrungen sammelnder, der was mitnehmen will, mit offenen Augen durch die Seelsorgeeinheit gegangen. In den Pfarreien habe er verschiedene Aufgaben übernommen und zupackend erledigt. Der Pfarrer dankte Ufer für die engagierte Arbeit und wünschte Gottes Segen auf dem weiteren Weg. "Du warst und bist als Mensch erlebbar und hast Dich nicht hinter dem Priester verschanzt", lobte er Vikar Fehrenbacher. Er habe viele Kontakte geknüpft, am Leben in den Pfarreien teilgenommen und engagiert in den Schulen unterrichtet. Unkompliziert habe er auch viele technische und organisatorische Aufgaben in der Pfarrei übernommen. Der Pfarrer dankte dem Vikar für sein Engagement und wünschte für die neue Herausforderung in Buchen alles Gute und Gottes Segen.

Gute Erinnerungen

Er werde im Gepäck vieles an guten Erinnerungen an die Seelsorgeeinheit Markdorf mitnehmen, sagte Alexander Ufer. Er verabschiedete sich mit einem "Auf Wiedersehen im Markgräflerland". Die erste Vikarstelle in Markdorf sei ein guter Einstieg in sein Priesterleben gewesen, dankte Jens Fehrenbacher. Die Jahre werde er im Herzen behalten und mit nach Buchen nehmen. Er lasse Markdorf nicht gerne los und werde hier immer mal wieder auftauchen, versprach Fehrenbacher. Im Anschluss an den Gottesdienst verabschiedeten sich noch zahlreiche Markdorfer von den beiden.

 

Schwäbische Zeitung, 20. Juni 2008

Renovierung dauert noch bis September

MARKDORF - Die Renovierungsarbeiten in der Nikolauskirche kommen gut voran. Doch wann sie wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch unklar. Der Orgelbauer mag sich momentan terminlich nicht festlegen. Das teilte Pfarrer Ulrich Hund in der Kirchengemeinderatssitzung der Pfarrgemeinde St. Nikolaus amMittwoch mit.

Gute Nachrichten hatte Pfarrer Hund für die Kirchengemeinderäte: Die Renovierungsarbeiten in der Nikolauskirche schreiten optimal voran; die Bauleitung funktioniert sehr gut. Doch der genaue Zeitpunkt des Wiedereinzugs in die Kirche hänge maßgeblich vom Orgelbauer ab. Er brauche acht Wochen für seine Arbeiten, aber wann die beginnen weiß noch niemand. Der "Grauschleier", der sich wegen des Schwelbrandes über das Innere der Kirche gelegt hatte, sei inzwischen weitestgehend beseitigt, berichtete Pfarrer Hund weiter. Die gesäuberten Figuren und Kreuzwegbilder befinden sich wieder an ihren Plätzen; die Wände sind wieder sauber. Im Mittelschiff, im Langhaus, in den Seitenschiffen und bei der Schutzmantelmadonnakapelle sind die Gerüste abgebaut. Sobald die Kleinarbeiten am Boden fertig sind, wird das Gestühl wieder in die Kirche gestellt. Arbeiten am Hochaltar und an den Fenstern sind noch im Gange. Weil in den 60er Jahren die Chorfenster nicht zufriedenstellend renoviert wurden, muss das nun im Zuge der Renoveriungsarbeiten erledigt werden. Das Denkmalamt hatte diese Fenster bereits vor drei Jahren reklamiert. Diese Mehrkosten habe man von Freiburg genehmigen lassen müssen, sagte Pfarrer Hund. Insgesamt habe man rund 400 000 Euro in die Renovierung gesteckt, davon lasten aufgrund der oben genannten Extraarbeiten rund achtzigtausend Euro auf der Gemeinde. "Es gibt Brautpaare, die haben für ihre Hochzeit im September in unsere Kirche eingeladen", sagte Pfarrer Hund. Er hofft, dass die Arbeiten im Laufe des Sommers abgeschlossen werden. Danach müsse man sich Gedanken machen, wie man mit den für den Brand verantwortlich gemachten Opferlichtern in Zukunft umgehe, so Hund.

 

Schwäbische Zeitung, 20. Juni 2008

Huancaray-Gäste kommen

MARKDORF (ako) Beim Pfarrfest am 6. Juli freut sich die Pfarrgemeinde St. Nikolaus auf Besuch aus der Partnerstadt Huancaray/Peru. Außerdem haben sich dieses Jahr 205 Firmlinge angemeldet. Die Maßnahmen zur Vorbereitung dieser Anlässe haben die Pfarrgemeinderäte am Mittwoch in ihrer Sitzung besprochen.

Am Sonntag, 6. Juli, feiert die Kirchengemeinde St. Nikolaus ihr traditionelles Pfarrfest. Die Ministranten backen Waffeln, bei den Pfadfindern gibt es Crêpes, vom Kinderkino bis zur Tombola ist wieder ein vielfältiges Programm geplant. Helga Konzet-Horn hat von ihrem Pfingstbesuch in Peru einige Gemälde eines Künstlers mitgebracht, der mit hiesiger Unterstützung sein Kunststudium beendet hat. Andreas Beck vom Pfarrgemeinderat kümmert sich um die Rahmen, damit die Werke beim Pfarrfest ausgestellt werden können.

Die Gäste aus Huancaray reisen am 2. Juli an. Helga Konzet-Horn hat ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Vom Empfang bei Bürgermeister Bernd Gerber über Besuche in der Birnau, auf der Mainau, der Adlerwarte auf dem Pfänder bis hin zu verschiedenen Gottesdiensten und einem Abschiedsfest bekommen die vier Gäste viel Kultur, Land und Leute zu sehen. Bei Helga Konzet-Horn laufen die Organisationsfäden zusammen; dennoch ist spontane Gastfreundschaft erwünscht. Vor sieben Jahren waren das letzte Mal Gäste aus der Partnergemeinde zu Besuch. Anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft mit Huancaray kommen die Hauptverantwortlichen der Wasserversorgung und der Schulspeisung, eine Lehrerin und der Gemeindepfarrer zu Besuch. Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus sammelt derzeit noch, um das letzte Drittel der Flugreise finanzieren zu können.

Auch treffen sich die peruanischen Gäste mit den diesjährigen Firmlingen. Die Zahl ist heuer hoch - 250 Jugendliche wurden angeschrieben und 205 Firmlinge haben sich angemeldet, sagte Klaus Hermle, Pastoralreferent. Er betreut die 30 Firmgruppenleiterinnen bei den 17 geplanten Projekten. Ein Mindestmaß an Interesse werde von den Firmlingen verlangt, sagte Hermle.

Das Motto der Firmung heißt dieses Mal: "Damit Dein Leben rund läuft". Darüber wollen sie bei Projekten wie Kinderbibelwoche, Firmzeitschrift oder der Wanderung auf einem Teilstück des Jakobsweges ins Gespräch kommen.

Ziel sei es, positive Verknüpfungen zu Glaube und Religion während der krisenreichen Zeit der Pubertät zu erhalten. Beziehungen und persönliche Begegnungen sollen im Vordergrund der Projektarbeit stehen; später erinnere man sich häufiger an die Firmgruppenleiter als an den Inhalt dieser Zeit, sagte Hermle.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Hans-Christian Körber lobte das breit gefächerte Programm, das zahlreiche neue Ideen beinhaltet.

 

Südkurier, 16. Juni 2008

Gebete und Musik

Markdorf-Ittendorf (ala) 47 Treppen führen zum Azenberg, dort feiern die Dorfbewohner im Zwei-Jahres-Turnus das Kreuzfest. Das große Flurkreuz wurde im Jahr 1990 aufgestellt und noch im selben Jahr am 9. September von Pater Konrad Barth eingeweiht. Das schmucke Holzkreuz wurde damals im Zuge der Dorfverschönerung aufgestellt, zeitgleich wurde auf dem Azenberg ein Aussichtsplatz angelegt und ein uralter Fußweg erneuert.

Das prächtige Holzflurkreuz entstand in Gemeinschaftsarbeit von Stadt und Pfarrgemeinde St. Martin. Das Kreuzfest ist für die Bürger immer etwas ganz Besonderes und wird entsprechend gebührend gefeiert. Eigens zum Kreuzfest wurde vom Pfarrgemeinderat ein Altar vor dem Kreuz errichtet, der liebevoll von Mesnerin Elfriede Maise geschmückt wurde. Den Gottesdienst unter freiem Himmel zelebrierte Pfarrer Ulrich Hund. Der Geistliche genoss dabei den schönen Ausblick und die besondere Atmosphäre bei seiner Predigt zwischen Obstbäumen. Musikalisch begleitet wurde das Kreuzfest vom Musikverein Ittendorf unter der Leitung von Margarethe Saltik. Zur Stärkung nach dem Gottesdienst gab es frische Brezeln, Schinkencroissants und Getränke, die laut Franz-Josef Sprißler von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und den Ministranten ausgegeben wurden. Für die Dorfchronik hielt Dorffotograf Franz Finkenzeller diesen schönen Anlass fest. Unter den Gästen weilte auch Emil Lang, letzter Ittendorfer Bürgermeister und erster Ortsvorsteher, der sich das Fest seit der Gründung nicht entgehen lässt.

Pfarrer Ulrich Hund zelebrierte die Messe unter freiem Himmel und genoss dabei den herrlichen Ausblick vom Azenberg.

(Bilder: Lang)

 

 

 

 

 

 

 

Die Dorfbewohner sind stolz auf ihren herrlichen Aussichtsplatz auf dem Azenberg und genießen die schöne Atmosphäre beim Kreuzfest.

>> zur Bildergalerie

 

Südkurier, 23. Mai 2008 / Jörg Büsche

Miteinander auf Weg des Glaubens

Ost, West, Süd und West - vier Himmelsrichtungen, vier Altäre. So erklärte Jens Fehrenbacher die Zahlensymbolik der Prozessionsstationen beim gestrigen Fronleichnamszug durch die Innenstadt von Markdorf. Gleich ob Angehörige der Gemeinde, ob gläubig oder nicht: Alle lud der Vikar ein "zum Sehen, zum Mitfeiern". Denn dies sei der Sinn des Fronleichnamsfests, "dass der empfangene Geist ausstrahlt wie der Glanz der vorneweg getragnen Monstranz".

Wie in jedem Jahr verlief der Prozessionszug auch an diesem Fronleichnamstag wieder durch zum Teil festlich geschmückte Straßen. Außer dem unmittelbaren Umfeld der vier Stationen an der Stadthalle, gegenüber der Spitalkirche, beim Obertor und auf dem Marktplatz war manches Haus und mancher Garten für das Hochfest des Leibes und des Blutes Christi hergerichtet worden. Hier flatterten gelbweiße Fahnen, dort zierten Blumen und frisches Grün den Wegrand. Prunkvoll waren die Altäre ausgeschmückt, vor denen sich Blüten zu bunten Bildern beziehungsweise Ornamenten arrangierten.

Ausdrücklich bedankte sich Vikar Jens Fehrenbacher bei der Frauengemeinschaft, bei den Erstkommunionkindern, bei den Ministranten und schließlich dem Pfarrgemeinderat, die die vier Stationen so aufwendig geschmückt hatten. Damit aber nicht genug: Sowohl an der Eucharistiefeier in der Stadthalle als auch an der gesamten Prozession hatten die vier Gruppen ihren Anteil. Auch das war eine Demonstration des Festmottos gestern "Miteinander, füreinander auf dem Weg des Glaubens".

Und es soll das Gewicht einer lebendigen, von christlichem Geist durchdrungenen Gemeinschaft nach außen hin sichtbar machen. Während des Gottesdienstes hatte Fehrenbacher darauf hingewiesen, dass das Weges-Motto in diesem Jahr seine besondere Bedeutung gewinne. Schließlich seien gleich zwei Jubiläen zu feiern: die nun schon drei Jahrzehnte währende Verbindung mit der Gemeinde Hepbach und die Partnerschaft mit den Glaubensbrüdern und -Schwestern im peruanischen Huancaray, das zurzeit von
einer Delegation aus der Seelsorgeeinheit Markdorf besucht wird.

"Miteinander - füreinander", das übersetzte die Frauengemeinschaft an ihrer Station mit "Vernetzt Sein". Dort, wo Kinder sich besuchen können, wo Kinder miteinander spielen dürfen, dort übersetzte sich das Geheimnis des Glaubens in Gemeinschaft. Und eben die wollten Markdorfs katholische Christen mit ihrer Fronleichnamsprozession demonstrieren.

 

Schwäbische Zeitung, 23. Mai 2008

Premiere: Frauen tragen den Himmel

MARKDORF (bw) Bei der Markdorfer Fronleichnams-Prozession hat es gestern eine Premiere gegeben: Erstmals trugen Frauen und Männer gemeinsam den Himmel unter dem Vikar Jens Fehrenbacher das Allerheiligste durch die Straßen. Zahlreiche Katholiken begleiteten ihn dabei, vorbei an vier prachtvoll geschmückten Altären.

Fronleichnam stand in diesem Jahr unter dem Thema "Miteinander -Füreinander auf dem Weg des Glaubens". "Da passt es doch gut, wenn Frauen und Männer gemeinsam den
Himmel tragen", freute sich Vikar Jens Fehrenbacher. Dies sei auch ein Zeichen einer offenen, aktiven Gemeinde, in der sich immer mehr Frauen im Gemeindeleben engagieren. Auch seien heutzutage Ministrantinnen selbstverständlich. Somit dürfte auch klar sein, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung des gemischten Doppels gibt.

Bereits 2007 war im Pfarrgemeinderat diskutiert worden, ob nicht auch Frauen den Himmel tragen sollten. Einige weibliche Mitglieder des Gremiums erklärten sich spontan dazu bereit. In diesem Jahr musste der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Johann-Christian Körber, nicht lange suchen. Seine Frau Brigitte wollte genauso mitmachen, wie auch Nicola Benz. Mit Jörg Bailer war der Vierte im Bunde schnell gefunden.

Da die St. Nikolaus-Pfarrkirche wegen der Renovierung noch geschlossen ist, fand der Gottesdienst in der Stadthalle statt. So war der Weg zur ersten Station für die Debütanten nicht weit. Sie mussten den Himmel nur vom Stadthallen-Eingang bis zur gegenüberliegenden Seite des Parkplatzes tragen. Hier wartete ein prachtvoll geschmückter Altar auf die Gläubigen. Davor führten überdimensionale Fußabdrücke aus Sand zu einem bunten Blütenteppich. Dort hatten die Mitglieder der Frauengemeinschaft die Gebete vorbereitet. Danach wurde es anstrengend für das Träger-Quartett: Es ging die Bussenstraße bergauf. "Das war ganz schön schwer, hätte ich gar nicht gedacht", stellte Nicola Benz fest, als der Altar gegenüber der Spitalkirche erreicht worden ist. "Das kostet ganz schön Kraft, das nächste Mal wird vorher trainiert", stimmte ihr Brigitte Körber zu. An dieser Station hatten Kommunionskinder die Gebete vorbereitet. Beim Weitergehen ließen die beiden Damen den Herren den Vortritt. "Hinten ist es leichter", erklärte Nicola Benz knapp.

Den Weg durch die Unteren Auen meisterten die Träger problemlos, sie konnten immer wieder einen Blick auf die geschmückten Hauseingänge werfen. Nach einer kurzen Rast an der Station am Obertor ging es bergab Richtung Kirche und zur letzten Station an den Grünanlagen.

Musikalisch wurde die Prozession von der Stadtkapelle Markdorf und dem Kirchenchor St. Nikolaus gestaltet.

 

Schwäbische Zeitung, 13. Mai 2008

Dieses Jahr dürfen Frauen mittragen

Eine Neuerung wird es in diesem Jahr bei der Fronleichnams-Prozession der Markdorfer St.-Nikolaus-Pfarrei geben. Erstmals werden Frauen den Himmel tragen, unter dem der Vikar Jens Fehrenbacher das Allerheiligste, das Eucharistische Brot durch die Straßen der Stadt trägt.

MARKDORF (sz) "Ein gemischtes Doppel wird in diesem Jahr den Himmel bei der Fronleichnams-Prozession tragen", bestätigte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johann-Christian Körber. Das ist eine Premiere in der Markdorfer Pfarrei: Erstmals werden Frauen dabei sein, wenn es darum geht, den Himmel bei der Prozession durch die Straßen der Stadt zu tragen.

Frauen packen mit an: Bei der diesjährigen Fronleichnams-Prozession dürfen auch sie helfen, den „Himmel zu tragen. (Archivfoto)

 

Bereits im vergangenen Jahr gab es die ersten Bewerbungen von Damen für diese Aufgabe, doch aus verschiedenen Gründen klappte es nicht. Als vor etwa einem Monat im Pfarrgemeinderat Träger gesucht wurden, erklärten sich spontan einige Damen aus dem Gremium bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Bei der anschließenden Diskussion gab es keinen Widerspruch, dass erstmals Frauen den Himmel tragen werden.

"Mann und Frau haben die gleiche Würde", sagte Pfarrer Ulrich Hund kurz vor seinem Abflug zur Partnergemeinde in Peru. Es spreche nichts gegen weibliche Träger. Schon Paulus stelle in einem Brief an die Galater fest, dass alle Menschen in Christus gleich seien. Allerdings zeigte Hund auch Verständnis für Katholiken, die der Tradition verbunden sind und denen es eventuell schwer falle, diese Neuerung mitzutragen. Es solle niemand vor den Kopf gestoßen werden, alle Gläubigen sollten miteingebunden werden.

Aufgabe ist nicht zu schwer
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Körber hat keine Bedenken, dass den Damen die Aufgabe im wahrsten Sinne zu schwer sein werde. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass im ersten Augenblick das Tragen als leicht empfunden werde. "Aber auf Dauer merkt man es in den Armen", so Körber. Es gebe aber zwischendurch immer wieder Pausen zur Erholung an den einzelnen Stationen. Diese Neuerung bringt Körber in die glückliche Lage, er hat genügend Bewerber für diese Aufgabe.

 

Schwäbische Zeitung, 10. Mai 2008

Mit Rosenkränzen und Fußbällen nach Peru

Gestern in aller Frühe hat sich der Markdorfer Peru-Kreis auf den langen Weg ans andere Ende der Welt gemacht. Dort besuchen sieben Männer und Frauen die Partnerpfarrgemeinde von St.Nikolaus in Huancaray. Im Gepäck haben die Passagiere einen Schwung Rosenkränze, Fußbälle und jede Menge Idealismus.

MARKDORF (sz) Vor der Abreise ist Ernst Arnegger sehr entspannt - für ihn ist die 14-tätige Reise nach Peru nichts Neues. Im Jahr 2003 hat er sich schon einmal auf den Weg in die Anden gemacht. "Das ist schon anstrengend", sagt Arnegger und zählt die insgesamt fünf Flughäfen auf, die zwischen Markdorf und dem endgültigen Ziel Huancaray liegen: Friedrichshafen, Frankfurt, Caracas, Lima und schließlich Andahuaylas. Zwei Tage wird es dauern, bevor die herzlichen Gemeindemitglieder aus Südamerika die Markdorfer in die Arme schließen können.

"Das ist ein besonderer Augenblick", schwärmt Arnegger, der sich noch gut erinnert, wie die vielen Menschen mit selbst gebastelten Schildern die "Brüder und Schwestern aus Alemania" willkommen heißen. Offizieller Anlass für die Reise ist der 20. Geburtstag der Partnerschaft zwischen St. Nikolaus und der Pfarrgemeinde Huancaray. In dieser Zeit hat die großzügige Hilfe der Markdorfer Spender viel bewegt. Die Früchte dieser Anstrengungen will die Delegation auf ihrer Reise sehen - zum Beispiel Wasserprojekte, Schulspeisung und Kindergärten.

Auch Pfarrer Ulrich Hund ist mit von der Partie - für ihn ist es die zweite Reise nach Südamerika, "vermutlich aber die abenteuerlichere", glaubt Hund. Denn im Gegensatz zu seinem Aufenthalt in Brasilien, der komplett durchorganisiert gewesen sei, könne es diesmal zu der einen oder anderen Überraschung kommen. Der Geistliche freut sich gerade deshalb auf Peru - "und auf die Menschen". Der Peru-Kreis um Helga Konzet-Horn habe schon so viel über die Bedingungen und die Leute erzählt, da sei es schon sehr spannend, zu den Namen endlich auch ein Gesicht kennen zu lernen.

Gegenbesuch folgt im Juli

Im kommenden Juli wird eine vierköpfige Delegation aus Huancaray einen Gegenbesuch in Markdorf machen. Das Geld für die Flugscheine der Gäste soll aus Spenden kommen. Die Reise nach Peru bezahlen die Markdorfer aus eigener Tasche.
Neben Pfarrer Hund und Ernst Arnegger treten Arneggers Frau Elisabeth, der Sohn Michael und das Ehepaar Regina und Fredi Lorenz die Reise an. Und natürlich Helga Konzet-Horn, die sich nach fast einem halben Dutzend Besuchen in Huancaray dort schon fast wie zu Hause fühlen dürfte.

 

Südkurier, 7. Mai 2008 / Jörg Büsche

Brücke über den Atlantik

Auf dem Bild sind es nur ein paar Schritte. Gleich unterhalb des Bischofschlosses führt die kleine Brücke nach drüben. Der tatsächliche Abstand, der reale Graben, den das Bauwerk überbrückt, ist indes um ein Vielfaches größer. Er beträgt Tausende Kilometer und er klafft zwischen zwei Kulturen. Denn er spannt sich zwischen der vom Klima begünstigten Gehrenberg-Gegend bis in die Anden. Die Brücke verbindet die katholische Kirchengemeinde Markdorfs mit der von Huancaray in den peruanischen Anden.
"Juntos en un camino de la fé", gemeinsam auf dem Weg des Glaubens, steht auf dem Faltblatt mit dem symbolträchtigen Brückenbild. Helga Konzet-Horn vom Markdorfer Peru-Kreis hat einige hundert davon drucken lassen. Und wenn sie am Freitag in die südamerikanische Partnergemeinde abfliegt, wird sie ein ganzes Bündel der leuchtend bunten Exemplare mitnehmen, neben vielen, vielen anderen Dingen. Neben der "Partnerschaftskerze", die ebenso wie die Altar-Tücher für San Apostel, die Kirche Huancarays gedacht ist, neben 70 Rosenkränzen und neben solch profanen Dingen wie Fußbällen, Plastiktellern für die Schulspeisung oder Spielzeug.
Freilich muss Helga Konzet-Horn nicht alles alleine tragen. Die Gaben aus Markdorf verteilen sich aufs Fluggepäck von sieben Personen. Außer der unermüdlichen Vermittlerin zwischen der Gehrenbergstadt und der Andengemeinde reisen Pfarrer Ulrich Hund, Elisabeth und Ernst Arnegger sowie deren Sohn Michael mit und Regina und Fredi Lorenz, eifrige Unterstützer und Helfer beim Partnerschaftsprojekt allesamt.
"Natürlich fiebert man dem entgegen", erklärte Helga Konzet-Horn beim jüngsten Treffen der Gruppe am Sonntag. Aufgeregt sei sie, obwohl es nun schon ihr fünfter Flug nach Huancaray ist. Vielleicht sogar deshalb. Jedesmal fiel der Empfang in Partnergemeinde noch herzlicher aus. Die Menge der Begrüßenden, jener Menschen also, die sich aus ihren Andendörfern aufmachen, um die Gäste aus dem fernen Deutschland zu sehen, sie wuchs. "Da werden dann Fähnchen geschwenkt und wir müssen unter Blumengirlanden durchgehen", berichtet Ernst Arnegger.
Einer der Hauptgründe für solchen Begrüßungsüberschwang ist neben der Wiedersehensfreude die tiefe Dankbarkeit. Schließlich unterstützte Markdorf seine Partner in Huancaray seit 20 Jahren durch Hilfen für die Schule, für die Krankenstation und für die Kirche. Am nachhaltigsten jedoch dürfte sich das Wasserleitungsprojekt in der Andenregion ausgewirkt haben. Das Selbsthilfe-Projekt "Wasser für Huancaray" brachte seit 2001 rund 6000 Menschen in 14 Dörfern sauberes Wasser.

 

Schwäbische Zeitung, 6. Mai 2008

Restauratoren lüften die schwarzen Rußschleier

MARKDORF Raus mit dem Ruß: Die Nikolauskirche soll bald wieder glänzen. Dafür sorgt unter anderem Restaurator Herbert Eninger mit seinem Team. Für diesen Job muss man nicht nur Fingerspitzengefühl haben - schwindelfrei zu sein, wäre ebenfalls vorteilhaft. Denn die Flachdachkirche muss erst noch erfunden werden.

Die Nikolauskirche wirkt wie eine Mischung aus Operationssaal und Großbaustelle. Der Boden ist mit weißem Schutzvlies abgedeckt, ein weicher weißer Teppich, auf dem die Schritte so leise sind, dass sie nicht einmal verhallen müssen. Und irgendwie ist die Kirche im Moment auch ein Patient.

Die Chirurgen arbeiten hier allerdings nicht mit Skalpellen, sondern mit Reinigungsschwämmchen. Die brauchen sie auf dieser Baustelle auch: Der komplette Innenraum ist eingerüstet. Die Pfeiler des Kirchenschiffs sind in transparente Folie gewickelt. Das Summen eines großen Staubsaugers erfüllt die Luft. Zumindest ähnelt dem unverzichtbaren Helfer jeder Hausfrau das Gerät, von dem eine lange Leitung zur Kirchenwand führt. Dort stehen Herbert und Barbara Eninger auf einem Gerüst in rund sieben Meter Höhe. Sie fahren die Wand mit zwei Geräten ab, die wie Staubsaugeraufsätze aussehen. Stellen, wo graue Schleier die Wand verschmutzen, werden wie von Geisterhand wieder weiß.

Herbert Eninger ist Inhaber einer Restaurationsfirma, die ihren Sitz bei Wilhelmsdorf hat und auf Kirchen spezialisiert ist - Wandgemälde, Skulpturen, Ausstattung. In der Schutzmantelkapelle haben er und drei weitere Mitarbeiter ihr Werk bereits vollendet. Dort stehen nun der heilige Jakobus und eine weitere Heiligenfigur beieinander, als ob sie miteinander plauschen würden. Auf dem Boden liegen Kreuze und Figuren aus der Kirche. In der Schutzmantelkapelle war Mitte November die Lichterstation in Flammen aufgegangen. Durch die Rußentwicklung war der gesamte Kirchenraum in Mitleidenschaft gezogen worden. Herbert Eningers Betrieb ist für die sogenannte "Raumschale" verantwortlich, also alle Wände und die Flächendecken. Und für die Statuen. "Wir sind seit vier Wochen hier im Einsatz", sagt Eninger.

Blick reicht bis zum Bodensee

Der Arbeitsprozess ist genauso aufwändig, wie es die mit Gerüsten zugestellte Kirche vermuten lässt. Zuerst müssen die Restauratoren alle Oberflächen mit einem kleinen Spezialschwamm säubern. Dann kommt das Spezialgerät zum Einsatz, das dem Staubsauger ähnelt. Ein feiner Wasserstrahl, der sofort wieder abgesaugt wird, lässt die Schwarzschleier verschwinden. Für Eninger und sein Team ist Routinearbeit, was für einen Laien aussieht wie anspruchsvolle Millimeterarbeit.

Gesteigert wird der Schwierigkeitsgrad allerdings durch die Höhe, in der man sich dabei bewegt. Wir wagen den Aufstieg in die Höhe über dem Altarraum. Flink wie ein Wiesel huscht Herbert Ehninger über die Aufgänge, die immer weiter in die Höhe führen. Scheinbar mühelos und elegant geht er seinen Weg über schmale Leitern und Verbindungsbretter. Ich folge ihm und bin dabei ungefähr so grazil unterwegs wie ein Pinguin - tapsig, vorsichtig, unbeholfen, dabei noch Block, Kugelschreiber und Kamera balancierend. Nach langen Sekunden sind wir ungefähr auf zwölf Metern Höhe. Von hier aus sieht man durch die Kirchenfenster sogar bis zum Bodensee. Oder auf diverse Schreibtische im Rathaus. Der Gedanke, dass mich nur schmale Kunststoff- und Holzbretter vor dem Sturz in die Tiefe bewahren, beunruhigt mich etwas.

Als ich wieder auf dem Kirchenboden stehe, sind mir zwei Dinge klar: Ein Restaurator darf keine Höhenangst haben. Und: Zwölf Meter sind ziemlich hoch. In dieser Höhe sorgfältig operieren, das können nur abgeklärte Chirurgen.

 

Südkurier, 28. April 2008

Kaiserwetter beim Patrozinium

Ein lauschiges Plätzchen: Der Innenhof der Kirche St. Georg war gestern ein beliebter Treffpunkt der Bermatinger.

(Bild: Keutner)

Ihr Patrozinium feierte die Pfarrgemeinde St. Georg am gestrigen Sonntagvormittag in Bermatingen: Nach dem vom Kirchenchor mitgestalteten Gottesdienst gab der Musikverein Bermatingen ein Platzkonzert, anschließend trafen sich die Bürgerinnen und Bürger im Pfarrheim oder im Innenhof der Kirche zum gemütlichen Plausch am Mittagstisch, tranken Kaffee oder ließen sich vom "Kiddy-Chor" bestens unterhalten.

Hermann Zitzlsperger, ausgewiesener Kenner der regionalen Geschichte, erzählte vor der Plastik Erich Kaisers vom "geschichtlichen" und legendären Georg und Werner Ströbele informierte die Besucher mit Bildwänden über die Aufgaben des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche, die nach ihrem Schutzheiligen Georg benannt ist.

>> zur Bildergalerie

 

Südkurier, 24. April 2008 / Christiane Keutner

Gemeinde lässt ihren Patron hochleben

Um die Kirche St. Georg in Bermatingen und ihren Namensgeber dreht sich das Patrozinium am kommenden Sonntag. Der heilige St. Georg ist Kirchen- und Gemeindepatron von Bermatingen. Die Pfarrgemeinde lädt am Sonntag zum Patrozinium ein.

(Bilder: Keutner)

 

 

Begleitet vom Musikverein Bermatingen laufen die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, Gemeinde-, Ortschafts- und Pfarrgemeinderäten sowie den Kommunionkindern um 9 Uhr ab Rathaus in die Kirche zum Festgottesdienst. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr und wird vom Kirchenchor mit der Missa Breve in C-Dur von Charles Gounod und vierstimmigen Chorsätzen unter Leitung von Anton Schäfer bereichert. Zeitgleich wird ein Kleinkindergottesdienst im Meditationsraum des Pfarrhauses angeboten, zu dem die Eltern mit ihren Schützlingen eingeladen sind.

Anschließend gibt der Musikverein vor dem Pfarrheim ein Platzkonzert, dem die Einladung des Pfarrgemeinderats zu Frühschoppen und Mittagessen im Pfarrheim folgt. Mit einer Bildpräsentation informieren Hermann Zitzlsperger und Werner Ströbele vom neu gegründeten Förderverein zur Erhaltung der Kirche über dringende Arbeiten dort. Der Kiddy-Chor unter Leitung von Tonja Drecker sorgt für Unterhaltung und die Ministranten laden zu Kaffee und Kuchen.

Wie sehr sich das Patrozinium von der damaligen Feier unterscheidet, steht im Buch "Die Geschichte der Pfarrei Bermatingen" von Vikar Otto Deisler, 1911 herausgegeben und im Besitz von Pfarrgemeinderat Rudolf Merk: Die zu Ehren des Kirchenpatrons am 28. April 1711 eingeführte St.Georgsbruderschaft hatte in ihrem Buch eine anschauliche Schilderung hinterlassen, wie das Titularfest begangen wurde. Um vier Uhr morgens bereits wurde die erste Heilige Messe für die hiesigen Reiter gelesen. Sie mussten in Uniform "samt den übrigen Verkleideten der unteren Herrschaft Salem" die Standarte in Salem abholen.

Um 6.30 Uhr kam der gesamte Zug mit einem als Ritter Georg verkleideten Studenten. Pauken und Trompeten waren dabei, ferner ein berittener Jägerchor aus Meersburg, eine Kompanie Bauern und Bauernbuben, so dass sich die Kavallerie bis um die 300 Mann belief.

Das Fest selbst wurde so beschrieben: "Mit sechs bepanzerten Kerls, die zwei Ellen lange, breite Schwerter trugen, wurde der Prediger, der allemal ein Herr von Salem ist, samt dem verkleideten Studenten und einem Paar Engel in die Kirche begleitet und durch solche Wache gehalten." 20 Salmannsweiler Musikanten hatten sich zum Hochamt eingefunden. Danach war die Prozession zu Pferd und zu Fuß in den Kehlhofer Briel. Die Reiter machten einen größeren Umweg. Die Schwertträger umgaben ein sogenanntes "Ferkelein", das von vier Männern getragen wurde. Auf diesem stand ein etwa fünf- bis sechsjähriges Mädchen, "das die Welt Eitelkeit in schönen Kleidern vorstellen musste". Ein auf den Boden genagelter Drachenkopf verkörperte den Teufel, dem ein ebenfalls als St. Georg verkleideter Siebenjähriger eine Hellebart in den Rachen stopfte. Der ganze Zug kam auf einem bestimmten Feld zusammen, wo die Pferde gesegnet wurden. 1785 wurde die Reiterprozession abgeschafft, als Folge eines fürstbischöflichen Verbots unter anderem von Palmeseln, Krippen und heiligen Gräbern. Stattdessen führte der damalige Pfarrvikar Faigle eine Prozession mit dem Allerheiligsten ein, wie sie heute noch gehalten wird. Nach dem Gottesdienst wurden die Pferde in der Nähe ohne Feierlichkeit gesegnet.

 

Südkurier, 21. April 2008 / Jörg Büsche

Aspekte der Begegnung und Beziehung

Die Vernissage zur Werkschau von Waltraud Späth und Sigmunda May (von links) lockte am Freitagabend ungewöhnlich viele Besucher an. Schwester Christina Mülling legte dar, wie sehr die Arbeiten ihrer Mitschwester auf das Thema "Begegnung" ausgerichtet sind.
(Bild: Büsche)

 

 

In der Markdorfer Stadtgalerie, Ulrichstraße 5, ist am Freitagabend die zweite Ausstellung dieses Jahres eröffnet worden. Zu sehen sind Werke von Sigmunda May, Ordensschwester in Kloster Sießen bei Bad Saulgau, und von Waldtraud Späth, freischaffende Bildhauerin aus Friedrichshafen. Veranstalter sind neben dem Kunstverein auch die evangelische Kirchengemeinde und die katholische Seelsorgeeinheit Markdorf.

Bürgermeister Bernd Gerber war begeistert. Er freute sich über den großen Andrang. Alle Stühle waren besetzt, die der Galerie ohnehin, jene des an die Ausstellungsräume anschließenden Cafés "Di Coppola" auch. Selbst die eisernen Klappsitze des Lokals waren von den Vernissage-Gästen hereingeholt worden. "Jetzt bleibt nur noch zu wünschen", hoffte Gerber, "dass sich diese großartigen Besucherzahlen auf die gesamte Ausstellung fortschreiben lassen."

Er gab sich zuversichtlich. Denn auf ihn war der Funke direkt übergesprungen. Von den Arbeiten der beiden doch so unterschiedlichen Künstlerinnen fühlte sich der Bürgermeister sofort angesprochen. Nicht nur er - alle Redner des Vernissage-Abends betonten, mit je unterschiedlicher Gewichtung, wie sehr sie die Holzschnitte der Ordensschwester und die Holz- beziehungsweise Holz-Metall-Misch-Skulpturen Waltraud Späths berührten. So äußerte sich Iris Roland, evangelische Pfarrerin und Mit-Vertreterin des ökumenischen Gesprächskreises der Stadt. So ließ sich auch Ulrich Hund ein, ihr katholischer Kollege. Schwester Christina Mülling, die Laudatorin für Sigmunda May, legte durch ihren zunächst am künstlerischen Handwerk orientierten, gleichwohl überaus tiefsinnigen Einführungsvortrag dar, wie sehr die Grafiken ihrer Mitschwester auf das Kernthema "Begegnung" hin orientiert sind.

Ganz ähnlich formulierte es Bernhard Oßwald. Der Vorsitzende des Kunstvereins begründete, weshalb der Verein sich Waltraud Späth gewünscht hat - als Ausstellungs-Partnerin für Sigmunda May. Das, was die Bibel-Motive der Schwester in hohem Maße prägte, die Anschaulichkeit, die thematische Verdichtung, der erzählerische Charakter ihrer Bilder - all das scheine in starkem Kontrast zu stehen zu den abstrakten Arbeiten der Friedrichshafener Bildhauerin.

Und doch vermochte Oßwald manches Verbindende zu entdecken. Gemeinsamkeiten, die die strengen Kontraste lindern, ja, "angenehm machen", wie Oßwald es ausdrückte. Insgesamt gehe es Waltraud Späth vor allem um Beziehungen: Material-Beziehungen, Form-Beziehungen. Der Sprung vom Material-Technischen zum Betrachter - mithin zum Leitmotiv Menschenbeziehungen insgesamt - liegt also nahe. In diesem Zusammenhang vergaß der Kunstvereinsvorsitzende nicht, auf jene große Tür-Skulptur hinzuweisen, die aus dem Garten der Künstlerin in die Galerie geholt worden ist und dort zum Beginn neuer Beziehungsanknüpfungen offen steht.

Die Ausstellung ist bis 30. Mai zu sehen.

Die Künstlerinnen

Die 1960 in Oberammergau geborene Waltraud Späth wuchs in Friedrichshafen auf. In Oberammergau besuchte sie die Holzbildhauerschule. Anschließend studierte sie an der Kunstakademie in Stuttgart. Seit 1989 arbeitet sie als freischaffende Bildhauerin in Friedrichshafen. Seither hat sie sich durch etliche Ausstellungen sowie auch die Teilnahme an Wettbewerben einen Namen gemacht.

Sigmunda May wurde 1937 geboren. Sie trat mit 21 in die Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen ein. Sie studierte Geographie und Kunsterziehung in Stuttgart und arbeitete als Lehrerin. Sie schuf nebenher ihre Holzschnitte mit biblischen Themen und blieb als freischaffende Künstlerin in dem Kloster.

 

Schwäbische Zeitung, 21. April 2008

Das harmonische Zusammenspiel ist verblüffend

Das Zusammentreffen von religiösen Kunstwerken Sigmunda Mays mit abstrakten Kunstobjekten Waltraud Späths hat beim Vernissagepublikum am Freitagabend ins Schwarze getroffen. Das Café di Coppola und die Stadtgalerie zusammen konnten dem Besucheransturm kaum Herr werden.

(sz) Das harmonische Zusammenspiel der unterschiedlichen Werke verblüffen die Galeriebesucher durch ihre Stimmigkeit. Weder die lebendigen Holzschnitte der 71-jährigen Ordensschwester Sigmunda May noch die modernen Skulpturen von Waltraud Späth dominieren. Genau das ist es, was Pfarrerin Iris Roland und ihr katholischer Kollege Ulrich Hund zum Ausdruck bringen. "Glaube und Leben können und wollen wir nicht auseinander dividieren", sagen sie in der Eröffnungsansprache zur Vernissage mit biblischen Holzschnitten einerseits und modernen Skulpturen aus Holz, Stahl und Stein andererseits. Die Beiden sprechen von einer Ausstellung, in der es um Gespräch, Kommunikation und Beziehung geht, egal ob gegenständlich oder abstrakt dargestellt. Hund und Roland wollen die Plattform der Ausstellung für ein Begleitprogramm der Kirchengemeinden nutzen. Für die Pfarrerin und den Pfarrer erzählen Sigmunda Mays schwarz-weiß gehaltene Arbeiten vom Bezug zwischen Gott und den Menschen. "Es sind die äußeren und inneren Erfahrungen , die im Herzen nachschwingen und sich in ihrem Kunstwerk äußern", umschreibt Laudatorin Christina Mülling die charakteristischen Werke ihrer Mitschwester. Sie bittet die Galeriebesucher , die Bilder voller Bewegung nicht vorschnell zu betrachten. "Spüren Sie, was bei Ihnen ins Schwingen kommt", fordert die Gestaltpädagogin auf. Sie ermuntert, Elementen wie Maß und Richtungsbezogenheit oder leergelassenen Flächen Aufmerksamkeit zu schenken. Sie erzählt auch von einer anderen Seite der 71-jährigen ehemaligen Kunsterzieherin Sigmunda May, von ihren sehr schönen Aquarellen und den vielen Plastiken wie ihrem neuesten Werk, dem "Kreuzweg" in Sießen.

Geschweißt und mit der Flex

Dieser vielfältigen Künstlein stellt Kunstvereinsvorsitzender Bernhard Oßwald Vita und Entwicklung der studierten Bildhauerin Waltraud Späth gegenüber. Er zeichnet ihren Weg nach von der traditionellen Holzschnitzerei von Heiligenfiguren in Oberammergau über Erfahrungen mit realistischen Abbildungen bis hin zur abstrakten Arbeit mit Stahl. "Sie hat nicht geschmiedet, sondern geschweißt und mit der Flex gearbeitet", so der Laudator. Das Thema ihrer Arbeiten sind für ihn menschliche Beziehungen. Eine Idee sei zum Beispiel "Vergewaltigung afrikanischer Frauen darzustellen". Die über zwei Meter große "Tür zum Weg" inmitten der Stadtgalerie strahle echte Dynamik aus.

Die Darstellung einer Übergangssituation, wie Oßwald das Kunstobjekt in Stahl und Holz nennt, kommt gut bei den Vernissagebesuchern an. Andächtig stehen sie davor, sind beinah geneigt hindurch zu gehen. Was allemal geht, ist das Hindurchschauen. Dann wird der Blick eingerahmt durch Späths Tor auf die bewegten Bilder Mays.

 

Südkurier, 21. April 2008

"Sie ist ein Juwel der Kirche"

Bei der Verabschiedung von Rosa Kroll erhoben sich die Kirchgänger mehrmals von ihren Plätzen und klatschten der treuen Messnerin Beifall. Am Ende bedankten sich Ministranten und Kirchenbesucher jeweils mit einer Rose bei Rosa Kroll.

(Bild: Lang)

 

>> zur Bildergalerie

 

Wenn ein Ortschaftsrat und ein Feuerwehrabteilungskommandant und ehemalige Ministranten ein Ministrantengewand anlegen und drei Geistliche zu einem Gottesdienst in eine Dorfkirche anreisen, muss etwas Besonderes geschehen sein. Der Familiengottesdienst in der Ittendorfer St.-Martin-Kirche war etwas Besonderes: Nach über 40 Jahren legte Messnerin Rosa Kroll aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt nieder.

Über 130 Kirchgänger, darunter ehemalige Ministranten, Kirchengemeinderäte, die katholische Frauengemeinschaft und viele Wegbegleiter mehr, wollten mit ihrer Anwesenheit ihre Wertschätzung für Rosa Kroll ausdrücken. "Sie haben Ihren Dienst als Messnerin mit Herzblut gelebt und haben dem Amt Charisma gegeben", lobte Pfarrer Ulrich Hund und umarmte die Messnerin herzlich. "Sie sind ein lebender Stein dieser Kirche, ein leuchtendes Vorbild und ein Juwel der Kirche", dankte Pater Konrad Barth, der zudem noch Grüße von Pater Paul de Brant überbrachte.

Pater Stefan Weber überreichte seiner ehemaligen Messnerin Blumen. "Es war kein Job, wo man sich profilieren konnte und reich dabei wurde, Sie haben Ihr Amt aus Überzeugung gemacht und diese Überzeugung auch gelebt", dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hildegard Mayer mit einem Geschenkkorb. Die Nachfolge von Rosa Kroll tritt Elfriede Maise an.

 

Schwäbische Zeitung, 21. April 2008

Jeder Ministrant gibt der Mesnerin eine Rose

(bw) Nach 40 Jahren hat die Pfarrgemeinde Sankt Martin Ittendorf die Mesnerin Rosa Kroll in den Ruhestand verabschiedet. Für 40 Jahre vorbildlichen geleisteten Dienst dankte Pfarrer Ulrich Hund mit einem herzlichen "Vergelt's Gott" und einer Urkunde der Mesnerin. Ihr Amt wird nun Elfriede Maise übernehmen.

Die Frage nach der Zukunft der Kirche war Thema des Jugendgottesdienstes, der ungewöhnlich begann. Die Ministranten, die mit Pfarrer Ulrich Hund und Pater Konrad Barth zum Gottesdienst einzogen, waren teilweise schon etwas älter, aus ihrer Kutte herausgewachsen. Doch schnell war klar: Alle waren gekommen, um Mesnerin Rosa Kroll zu verabschieden und ihr zu danken. "Kirche hat Zukunft, wenn es Menschen gibt, die sich einbringen, einbringen so wie Rosa Kroll", stellte Pfarrer Hund fest. Als Mesnerin habe sie 40 Jahre vorbildlich ihren Dienst für die Pfarrgemeinde geleistet. Sie habe ihr Herzblut im Mesnerdienst verschenkt.

Auch Pater Stefan Weber und Pater Konrad Barth waren gekommen, um Rosa Kroll zu verabschieden. Beide haben viele Jahre in Ittendorf als Pfarrer gewirkt. Dass so viele Jugendliche und ehemalige Ministranten gekommen sind, sei ein Beweis der Wertschätzung, die Rosa Kroll in der Pfarrei genieße. Sie sei ein Stück Kirche, stellte Pater Barth fest. Die Kirche sei für Rosa Kroll das liebste gewesen, diese habe sie geschmückt und geziert, die Ministranten betreut und ausgebildet. Die Ministranten hätten sie gern gehabt und seien gern zum "Rosele" gekommen. "Rosa Kroll ist ein lebendiger Stein der Kirche, ein leuchtendes Vorbild", sagte Barth. Auch ihn und seine Vorgänger und Nachfolger habe die Mesnerin vorbildlich betreut, habe die verschiedenen Temperamente ertragen.

Minutenlanger Beifall ertönt

"Wir konnten uns immer auf Rosa Kroll verlassen", dankte Hildegard Mayer, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Sie habe ihr Amt als Mesnerin immer voller Überzeugung ausgeübt. Die Gemeinde lasse sie nur sehr ungern ziehen. In den 40 Jahren war Rosa Kroll auch für die Ausbildung der Ministranten verantwortlich. Als es zum Abschluss hieß, dass die jetzigen und ehemaligen Ministranten nach vorn kommen sollen, um ihr "Rosele" mit einer Rose zu verabschieden, stand fast die Hälfte der Anwesenden auf und ging zum Altar. Die Gemeinde ihrer Mesnerin dankte mit minuten-langem Beifall.

 

Schwäbische Zeitung, 4. April 2008

Krankenhaus-Besuchsdienst befürwortet

(bw) Der Pfarrgemeinderat Sankt Nikolaus will gemeinsam mit den anderen Gemeinden der Seelsorgeeinheit prüfen, ob es möglich ist, einen Krankenhaus-Besuchsdienst einzurichten. Ein weiterer Beratungspunkt in der Pfarrgemeinderatssitzung am Mittwoch war die Suche nach einem Kindergartenbeauftragten.

In den vergangenen Monaten hat es zahlreiche Anregungen zur Einrichtung eines Besuchsdiensts im Krankenhaus gegeben. Markdorfer Patienten im Krankenhaus in Friedrichshafen würden eine solche Einrichtung vermissen, berichteten Mitglieder des Pfarrgemeinderats. Im Krankenhaus in Überlingen erhielten die Markdorfer Patienten einen Brief der Seelsorgeeinheit, berichtete Pfarrer Ulrich Hund. Dies geschehe in Zusammenarbeit dem dortigen Krankenhausseelsorger. Auf Wunsch der Angehörigen gebe es bereits jetzt Pastoralbesuche im Häfler Klinikum. Es wäre gut, wenn es zusätzlich einen ehrenamtlichen Besuchsdienst gebe. Jedoch sollte überlegt werden, ob es diesen Besuchsdienst auch für Markdorfer Patienten in den Krankenhäusern Tettnang und Ravensburg geben soll. Nach kurzer Diskussion waren sich die Mitglieder des Pfarrgemeinderats einig, die Einrichtung eines Besuchsdienstes zu unterstützen. Dieser sollte aber auf der Basis der Seelsorgeeinheit organisiert werden. Vorrangig sollten bereits vorhandene Gruppen, wie Sozialfrauen und örtliche Besuchsdienste, angesprochen werden. Zudem sollen die Ehrenamtlichen ausführlich geschult und auf die neue Aufgabe vorbereitet werden.

Jens Fehrenbacher bleibt

Die Pfarrgemeinde Sankt Nikolaus ist Mitglied in der Telefonseelsorge Schwarzwald-Bodensee - einer Einrichtung, die gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirche getragen wird. Nun soll die Organisation neu strukturiert und auf eine breitere Basis gestellt werden, berichtete Pfarrer Hund aus der Mitgliederversammlung. Nach der Dekanatsreform sollen nicht mehr einzelne Pfarreien Mitglied sein, sondern die jeweiligen Dekanate. Der Pfarrgemeinderat Sankt Nikolaus stimmte einer Kündigung der Mitgliedschaft zu, sobald das Dekanat Linzgau Mitglied der Telefonseelsorge geworden ist.
Ein weiterer Beratungspunkt war der Kindergarten Sankt Nikolaus der Pfarrgemeinde. Dieser soll für die Zukunft fit gemacht werden. So will das Leitungsteam das Thema Qualitätssicherung in Angriff nehmen, berichtete Pfarrer Hund. Der Kindergarten sei eine wichtige Einrichtung der Pfarrgemeinde, hier werde es in Zukunft viele Veränderungen geben. Um die notwendigen Vorbereitungen und Aufgaben zu begleiten, will der Pfarrgemeinderat einen Kindergartenbeauftragten engagieren. In der nächsten Sitzung soll das Thema nochmals ausführlich diskutiert werden. Die gute Nachricht gab es zum Schluss: Vikar Jens Fehrenbacher wird noch ein weiteres Jahr in Markdorf bleiben.

 

Schwäbische Zeitung, 25. März 2008

Christen feiern Nelson-Messe in St. Nikolaus

MARKDORF (il) Zusammen mit einem kleinen Streichorchester und vier Gesangssolisten gestaltete der Kirchenchor Sankt Nikolaus unter dem Dirigat von Christian Ringendahl einen österlichen Festgottesdienst. Zur Aufführung kam die Messe von Joseph Haydn "In angustiis", auch Nelson-Messe genannt.

"In angustiis"-- "In der Bedrängnis" --wurde in schwierigen Zeiten geschrieben. Die Messe entstand zur Zeit der napoleonischen Kriege, und wurde 1801 in Eisenstadt aufgeführt. Ein Werk solchen Inhalts kann nur in Moll stehen. Es ist die einzige Messe Haydns, die er in Moll geschrieben hat. Sie erklingt in D und enthält viele ernste, düstere Passagen. Dennoch kommen auch immer wieder die Fanfarentrompeten mit ihren strahlenden Klängen durch. Wenn das Gloria ertönt, klingt das "Ehre sei Gott" überzeugend. Mit Kraft und dennoch erstaunlicher Leichtigkeit nimmt Monika Schmid-Jacot die Soprankoloraturen. In warmem Bass (Ulrich Frey) kommt die Osterbotschaft, das "qui tollis peccata mundi" ("der du nimmst hinweg die Sünden der Welt").

Im Sanctus bekräftigt die Pauke das "Heilig", indem sie ihren Einsatz stets erst auf den zweiten Schlag bringt. Und dann das überzeugende Chor-Tutti: "Pleni sunt coeli et terra" ("erfüllt sind Himmel und Erde von seiner Herrlichkeit"). Wie ein Filigranwerk umspielt das Orchster das Thema -- Warm und weich das "Benedictus", hingetupft die Orchstertöne beim "qui venit" (der da kommt im Namen des Herrn), "Hosanna"!

Dolce, lieblich das Instrumentalvorspiel zum "Agnus dei", das Brigitte Schweizer mit ihrer vollen Altstimme ansingt. Ein geheimnisvolles Pizzicato der Streicher leitet zum "dona nobis pacem" über. Das Thema bringt der Chor zu einem großartigen Amen. Außer den Messgesängen gibt es vom Chor noch das bekannte "Halleluja" von Georg Friedrich Händel zu hören und von der Männer-Choral-Schola zwei Kostproben. Jetzt dürfen die Kirchenbesucher auch endlich ihren anerkennenden Applaus loswerden. Pfarrer Hund predigt zum Thema Emmausjünger und wünscht sich, dass die Osterbotschaft nicht im Kirchenraum bleibe, sondern von den Gemeindemitgliedern in die Welt hinausgetragen werde.

 

Südkurier, 25. März 2008 / Jörg Büsche

Pfarrer Hund: Glauben lässt sich hören

Christian Ringendahl dirigierte Kirchenchor und das Streichorchester bei der Orchestermesse am Ostermontag. Weiterhin wurden gregorianische Tagesgesänge und Händels Halleluja geboten.

(Bild: Büsche)

 

 

Sie war ungewöhnlich, diese Messe. Ungewöhnlich war und ist die "Missa in Angustii" schon aus rein musikalischer Sicht. Denn Joseph Haydn schrieb sie in Moll, einer Tonart, in der der Komponist keine seiner anderen Messen setzte. Und dann erklingen auch noch Trompeten. Jubelnde Fanfarenstöße - dort, wo für gewöhnlich nur Holzblasinstrumente zu hören sind. All dies ist den Zeitumständen geschuldet. 1798, als Haydn seine so genannte Nelsen-Messe komponierte, herrschte Krieg. Napoleon eroberte sich ein Weltreich. Die "Missa in Angustii", die Messe in Bedrängnis, spiegelt den Schrecken jener Kriegszeit wider.

Wenn Christian Ringendahl die Trompeten im "Gloria" schmettern lässt, tut er dies dennoch mit der gebotenen Dezenz. Da schallt kein üppiges Blech. Da tost kein voreiliger Triumph, der Haydns Zeitgenossen an erste Seeniederlagen des französischen Eroberers erinnerte. Im Gegenteil: Der Leiter des Chores und Dirigent der Messe setzt auf gänzlich unkriegerisches Gepräge. Beinah klingen die Trompeten-stöße, als wolle Ringendahl an die seinerzeit vom Fürsten Esterhzazy in herrschaftlicher Willkür aus dem Orchester entlassenen Holzbläser erinnern.

Und wie hatte doch Pfarrer Ulrich Hund eben gesagt - bei seiner Predigt zu dieser Orchestermesse am Ostermontag - er hatte von Wegen gesprochen. Von Abzweigen, die allem Bisherigen eine grundlegende Wendung geben können. Von Zweifeln, die den Blick aufs Weitere trüben vor lauter Verzagtheit. Ja, von Depression, von Traurigkeit über scheinbar gänzlich eingebüßte Hoffnungen. Von solcher Hoffnungslosigkeit, wie sie die Jünger befiel, als sie sich nach der Kreuzigung nach Emmaus aufmachten.

Eine ganze Welt in Bedrängnis, in Not und auch in Gefahr. Alles scheint in Moll gestimmt. "Alles ist aus", sagte der Pfarrer, "über den Jüngern liegt tiefe Resignation, während sie unterwegs sind." Trotzdem führen sie ein Glaubensgespräch, erklärt der Geistliche. Das freut ihn - allem erkennbaren Zweifeln zum Trotz. "Und das gefällt mir", sagt Pfarrer Hund, "das ist mein Traum von unserer Seelsorgeeinheit: noch mehr Raum fürs Gespräch, auch Platz zum Zweifeln."

Zweifel klangen keine an in Haydns Messe, schon gar keine technischen. Die Solisten - Monika Schmid (Sopran), Brigitte Schweizer (Alt), Ulrich Köberle (Tenor) und Ulrich Frey (Bass) - waren bestens disponiert. Trotz der empfindlichen Kälte in St. Nikolaus, gegen die sich die gleichfalls wohl präparierten Musiker des Streichorchesters teils durch Handschuhe schützten.
Schließlich war diese Messfeier am Montag noch ungewöhnlich, weil sie das zeigte und veranschaulichte, was Pfarrer Hund als besonderes Privileg herausgestrichen hatte. "Da wird Glauben lebendig gemacht: Er lässt sich riechen, fühlen, schmecken, hören" - zum Beispiel durch den wunderbaren Gesang des Chores. Und sichtbar wird er auch - in den ergriffenen Gesichtern der Singenden.

Die Solisten bei der Haydn-Messe waren Monika Schmid (Sopran), Brigitte Schweizer (Alt), Ulrich Köberle (Tenor) und Ulrich Frey (Bass).

(Bild: Büsche)

Schwäbische Zeitung, 25. März 2008

Die Taufe klappt erst im dritten Anlauf

Die Ökumene leben die Markdorfer auch in der Osternacht: Christen beider Konfessionen haben am selben Osterfeuer ihre Osterkerzen entzündet. Das vor der Nikolauskirche entfachte Feuer leuchtet später vor der evangelischen Kirche.

Vor der Kirche segnet Pfarrer Ulrich Hund das Osterfeuer und entzündet daran die Osterkerze. "Lumen Christi", singt er und zieht in die Kirche ein. "Licht überwindet alles Dunkel", lautet seine österliche Botschaft. Die Gläubigen entzünden ihre Kerzen am Osterlicht. Hunderte Kerzen flackern und tauchen die Gesichter der Gläubigen in warmes Licht. Während der alttestamentlichen Lesungen bleiben alle anderen Lichter aus. Erst zum Gloria verkünden die am Gründonnerstag verstummten Kirchenglocken und die Orgel die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi.

Am Motiv der Osterkerze erklärt der Pfarrer, was Ostern für die Christen bedeutet. Dargestellt ist eine Samariterin. Am Jakobsbrunnen trifft sie Jesus und findet nach vielen gescheiterten Ehen den Sinn des Lebens. "Die Frau wusste nicht, was sie suchte. Jesus deckt ihre wahre Sehnsucht auf -- die Erfahrung, geliebt zu sein."

Zwei Kinder empfangen in der Osternacht die Taufe. Die schon etwas größere Lilli Müller tritt erschrocken einige Schritte zurück, als sie mitbekommt, was mit Luca Zeni geschieht. Wahrscheinlich hätte sich der Pfarrer leichter getan, wenn er das Mädchen erst getauft hätte. Es ist spät geworden. Am Ende der zweieinhalb Stunden lädt Ulrich Hund die Gläubigen ein, die Nacht am Feuer der evangelischen Gemeinde ausklingen zu lassen. Viele lassen ihre Osterkerze brennen und huschen mit ihnen durch die Nacht. (fxh)

 

Südkurier, 25. März 2008 / Jörg Büsche

Das Licht als Zeichen der Ökumene

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der evangelischen Kirche knisterte am Samstagabend ein offenes Feuer. Die Flamme der Osterkerze galt es gegen den Wind zu schützen.

(Bilder: Büsche)

 

Es ist dunkel. Es ist kalt. Und es ist schon spät an diesem Samstagabend. Draußen auf dem kleinen Platz vor der evangelischen Kirche knistert zwar ein offenes Feuer. Holzscheite, die gerade angezündet worden sind - mit einem Kienspan, angesteckt an einer Laterne. Sie kam vom Osterfeuer, drüben in der katholischen Kirche.

Es soll ein Zeichen sein für die innige Ökumene in der Gehrenbergstadt. Im Innenraum der Kirche aber herrscht Finsternis - trotz der lodernden Hölzer vor der Tür. "Bleibet hier und wachet mit mir" haben sie gesungen. Jenen Satz, mit dem Jesus in seiner schwersten Nacht die Jünger aufrief, ihn bei seinem Flehen durch Gebete zu begleiten. Seine Jünger, die der Herr schlafend fand, als er wieder zurückkam. "Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet." Sie sangen es bei der kleinen Prozession der Gemeinde ins Kircheninnere. Währenddessen hütet die weiß gewandete Pfarrerin das Licht. Sie schützt die Flamme der eben am Feuer entzündeten Osterkerze gegen die leichten Böen des Windes. Und es sieht aus, als wärme sich Pfarrerin Christiane Quincke die Hände. Als alle drinnen sind, folgt sie nach. "Christus, Licht der Welt" klingt es nun aus den besetzten Bankreihen. Wieder und wieder - bis die Pfarrerin den Altar erreicht - und die Kerzen dort mit dem Osterlicht entfacht.

Es ist die erste Osternachtsfeier der Markdorfer Protestanten in dieser Art. Das haben die beiden Pfarrerinnen eingangs erläutert. Neben Christiane Quincke wirkt auch Iris Roland mit beim fast vollständig dem Thema Licht gewidmeten Gottesdienst am Samstagabend. Weitere Unterstützung bekommt das Predigerinnen-Duo von einer Reihe Helferinnen und Helfern aus der Gemeinde.

Das Licht steht für Liebe, für Erleuchtung und für Glück. Es steht, insbesondere in der Osterzeit, auch für die Errettung des lange versklavten Gottesvolkes. Und derweil aus der Schrift die schauderhaften Passagen vorgelesen werden, bei denen der Herr ganze Heerscharen ertränkt, flackern Kerzen. Sie künden von Milde. Sie verheißen die Gnade des so ganz unzornigen Gottes im Neuen Testament. Und sie weisen den Weg, den alle Glieder der Christengemeinde beschreiten sollen, wenn sie ausgehen - "um zu Jüngern alle Völker zu machen", wie Jesus sie einst geheißen hat. Es ist dies ein friedlicher Weg. Daran lassen die Glaubensbekenntnisse jener fünf Jugendlichen keinerlei Zweifel die in dieser Osternacht ihre Taufe empfangen. "Ihr seid das Licht der Welt", werden sie mit den Worten der Bergpredigt in der Gemeinschaft empfangen.

 

Südkurier, 20. März 2008 / Jörg Büsche

Ein lautes Knattern ruft zum Gottesdienst

Führt jene Ratschen auf dem Turm von St. Nikolaus vor, an denen ihr verstorbener Mann vor 15 Jahren mitgebaut hat: Mesnerin Theresia Moser.
(Bild: Büsche)

 

Nein", antwortet Theresia Moser, "ich habe ja schon immer oben in Fitzenweiler gewohnt - da hört man sie nicht." Die Mesnerin von St. Nikolaus erzählt von den Ratschen auf Markdorfs Hauptkirche, deren lautes Knarren sie nur mitbekam, wenn sie unten in der Stadt war. Nur so weit klang das Rattern der hölzernen Lärminstrumente, die in vielen katholischen Gebieten zwischen Gründonnerstag und der Auferstehungsfeier am Ostersonntag die Glocken ersetzen.

Weil sie dann nach Rom fliegen, so sagt es die Legende. In der Heiligen Stadt werden die Glocken geweiht. In der Zwischenzeit, der freudlosesten Phase der Karwoche, laden klappernde Geräte zu den Gottesdiensten, denn die Glocken schweigen. In Erinnerung an den Tod Christi verbietet sich sämtliches festliches Gepräge.

Es war Theresia Mosers Mann, der vor zwei Jahren verstorbene Harald Moser, der mit einigen tüchtigen Helfern vor 15 Jahren die Ratschen gebaut hat, die heute auf einem Geschossboden im Kirchturm stehen. Das ganze Jahr über schützen sie weiße Tücher vor Staub und den sich hier oben tummelnden Fliegen. Drei kleine Ratschen ruhen in den Laibungen. Sie besitzen je vier Zungen mit dem darauf montierten Schlaghammer. Eine vierte Ratsche wird erst zum Abendmahlsamt des Gründonnerstags vor die tiefen Maueröffnungen geschoben. Damit zwei Ministranten - bei dann geöffneten Fenstern - an der Zweihand-Kurbel drehen können. Ihren Mit-Ratschern an den kleineren Geräten gelingt dies mit einer Hand.

In anderen Regionen ziehen Kinder klappernd durch die Gemeinden. An manchen Orten verbinden sich auch so genannte Heische-Bräuche mit diesem Dienst. Der insofern ja auch seine Beschwernisse hat, neben dem lauten nun nicht nur erlaubten sondern sogar erwünschten Krach, als es ja ebenfalls den frühen Sechs-Uhr-Gottesdienst einzuratschen gilt. Die Lärm-Gruppen dürfen immerhin mit allerlei Gaben rechnen. In Markdorf sind die Ratschen immobil; ihr glockenersetzender Ruf ertönt lediglich vom Turm. Mithin laufen sie Gefahr, überhört zu werden im kaum noch zur Ruhe kommenden Treiben während der Karwoche. "Und viele wissen ja gar nicht mehr, was das Rätschen zu bedeuten hat", erklärt Theresia Moser. Nicht, dass hier zum Gebet gerufen wird. Und schon gar nicht, dass das hässliche Tackern der Holz-Hämmer an die Schläge erinnern sollen, so erklärt die Mesnerin, mit denen die römischen Soldaten dem Gottessohn die Nägel durch Hände und Füße trieben.

 

Schwäbische Zeitung, 17. März 2008

Pfarrer Ulrich Hund segnet die kunstvollen Palmengebinde

Zur Palmweihe sind gestern viele Kinder mit ihren Palmstecken zur Markdorfer Spitalkirche gekommen. Dabei waren einige tolle Kunstwerke aus Buchs, Eiern und bunten Schleifen zu sehen. Pfarrer Ulrich Hund segnete die kleinen und großen Palmen, die an den Einzug von Jesus in Jerusalem erinnern sollen, als ihn die Menschen mit Palmzweigen begrüßten. Musikalisch wurde die Weihe vom Kirchenchor umrahmt. Anschließend zogen die Kinder gemeinsam mit Pfarrer Hund in die Pfarrkirche Sankt Nikolaus zum Gottesdienst. Auch nach dem Gottesdienst war der Palmsonntag Thema in der Stadt: Die Kinder hatten teilweise Mühe, ihre kunstvoll gesteckten Gebinde bei dem böigen Wind heil nach Hause zu bringen.

(bw/Foto: Brigitte Walters)

Südkurier, 15. März 2008

1000 Eier für Osterschmuck

In der Osterzeit ist der Ittendorfer Dorfbrunnen gegenüber der St.-Martin-Kirche seit fünf Jahren ein Blickfang für Einheimische und Gäste. Zu verdanken ist dies den tüchtigen Frauen der katholischen Frauengemeinschaft, die mit vereinten Kräften mit viel Liebe zum Detail und viel Mühe den Brunnen ehrenamtlich zum Osterbrunnen schmücken. Insgesamt über elf Stunden, schätzt Vorsitzende Hildegard Wagishauser, seien für die Vorarbeiten und Gestaltung des Brunnens aufgewendet worden. Rechne man das Färben der 200 Eier für die Buchssträuße, die es am Sonntag für 50 Cent zu kaufen gibt, hinzu, so komme man gar noch auf einige Stunden mehr, so Wagishauser. Den Brunnen selbst zieren 800 bunt bemalte Eier. Viel Arbeit wird in das Buchs holen, Kranzen und das liebevolle Verzieren des Brunnens gesteckt. Rund 15 Frauen arbeiteten Hand in Hand, damit Osterbrunnen und Buchssträuße wahre Schmuckstücke wurden.

Am morgigen Sonntag, 16. März, können nicht nur die Buchssträuße gekauft werden. Die katholische Frauengemeinschaft lädt nach dem Kirchgang gegen 9.30 Uhr zum Stehcafé mit leckerem Zopfbrot am Osterbrunnen ein. Sollte sich schlechtes Wetter ankündigen, wird das Stehcafé in das Bürgerhaus verlegt. (ala)

 

Schwäbische Zeitung, 11. März 2008

Förderverein setzt sich für beschädigte Fresken ein

BERMATINGEN (bw) Am Freitag ist der Bauförderverein Sankt Georg gegründet worden. Der Verein will die katholische Pfarrgemeinde ideell und materiell bei der Bauunterhaltung des historischen Kirchenbauwerks unterstützen. Die 21 Gründungsmitglieder wählten Werner Ströbele zum Vorsitzenden.

Die Bermatinger Pfarrkirche gehört zu den ältesten Gotteshäusern im Linzgau. Die dreischiffige Kirche und der Turm sind mehr als 650 Jahre alt. Zwei große Renovierungen in den Jahren 1972 und 2002 belasteten die Pfarrgemeinde finanziell enorm. Allein für die Sanierung der Außenhülle und des Turmes musste die Pfarrgemeinde vor sechs Jahren 500000 Euro aufbringen, damit sind die Rücklagen verbraucht. Jetzt sei die Sanierung der Fresken, Statuen und Gemälde im Innern dringend notwendig. Ebenso warten die Fenster und die Fußbodenheizung auf eine Reparatur. Vorrangig gehe es aber um den Erhalt der Fresken im Bereich des Chorraums, die teilweise durch eindringende Feuchtigkeit stark gelitten haben, so der neu gewählte Vorsitzende Werner Ströbele als eine der ersten Aufgaben des Vereins. Ferner soll ein kleines Teilstück der Fresken über der Sakristei freigelegt werden, um entscheiden zu können, was zukünftig mit ihnen passieren soll.

Bereits vor einem Jahr sei zum ersten Mal über die Gründung eines Fördervereins gesprochen worden, erklärte Ruth Karrer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Die dringend notwendigen Maßnahmen können von der Gemeinde finanziell nicht alleine geschultert werden. Ziel des Fördervereins sei es Geld einzusammeln, um notwendige Erhaltungsmaßnahmen in der Kirche zu unterstützen, sagte Bernhard Hatt deutlich. Ebenso soll das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Bedeutung des Kirchenbauwerks geweckt werden. Es sei eine Kulturstätte mit besonderen Fresken. Deshalb erhoffe sich der Förderverein auch Unterstützung von Menschen außerhalb der Kirchengemeide.

Jahresbeitrag 25 Euro
Nach ausführlicher Diskussion wurde die Satzung genehmigt. Darin ist klar festgeschrieben, dass der Förderverein die Pfarrgemeinde nur im Bereich der "baulichen Unterhaltung der Kirche" unterstützt. Es wurde ein jährlicher Mindestbeitrag pro Jahr von 25 Euro pro Mitglied festgelegt.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Werner Ströbele mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Johannes Boneberg. Die Kasse betreut Roswitha Seiler. Als Beisitzer gehören Hermann Zitzlsperger und Bernhard Hatt zum Vorstand. Auch Rudi Merk als Vertreter der Pfarrgemeinde ist nun Vorstandsmitglied.

 

Südkurier, 10. März 2008 / Christiane Keutner

Hilfsinitiative für Kirchenbauwerk

Bermatingen ist um einen Verein reicher. Mit 21 Mitgliedern trugen sich gut vier Fünftel der Anwesenden in die Liste der Gründungsmitglieder des "Bauförderverein St. Georg" ein. Sein Ziel ist die ideelle und materielle Förderung und Unterstützung des Kirchenbauwerks.

Vorstand und Befürworter des neu gegründeten Baufördervereins St. Georg (v.l.): Vorsitzender Werner Ströbele, Beisitzer Hermann Zitzlsperger und Bernhard Hatt, Kassiererin Roswitha Sailer, Pfarrgemeinderat Rudolf Merk, Pfarrer Ulrich Hund, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ruth Karrer und stellvertretender Vorsitzender Johannes Boneberg.

(Foto: Keutner)

Bermatingen - Seit einem Jahr hatte man sich schon überlegt, wie die stark durch Nässe und den Zahn der Zeit beschädigte Pfarrkirche zu retten ist. Die Projektgruppe um Bernhard Hatt, Mitglied von Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat, fällte schließlich den Beschluss, einen Förderverein zu gründen, berichtete Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ruth Karrer und freute sich über viele Besucher, darunter viele, die zum harten Kern von Helfern gehören: "Offenbar ist vielen die Kirche etwas wert."

Wertvoll ist das Bauwerk, das viele erhaltenswerte Schätze birgt, wie Bernhard Hatt schilderte: 1972 war die letzte Renovierung. In diesem Jahr wurden auch die Fresken freigelegt. 30 Jahre später hatte man für 860000 Euro brutto Turm und Fassade renoviert; nach Abzug der Zuschüsse waren es netto 500000 Euro und damit die Rücklagen komplett aufgebraucht.

Im zweiten Schritt wolle man sich nun um die Innenausstattung kümmern wie die sichtbar beschädigten Fresken. Auf 36000 Euro brutto schätzte Hatt die Wiederherstellung der Fresken im Chorraum mittels so genannter Musterachsen-Sanierung. Das habe den Vorteil, dass das Denkmalamt einbezogen werden könne. Bei den bunten Glasfenstern ist die Farbe teilweise abgeblättert und es fehlen Glasstücke. Zudem steht die Renovierung der architektonisch interessanten so genannten Hypokaustenheizung, eine Fußbodenheizung, an, mit einem Aufwand von 15- bis 20000 Euro; hier könne man auch Zuschüsse erwarten.

Absicht des Fördervereins sei es, Gelder über Mitgliedsbeiträge, von Sponsoren und sonstigen Spendern einzusammeln; vorstellbar wären auch Vermächtnisse. Gleichzeitige Aufgabe sei es, das Bewusstsein für dieses einmalige, ortsprägende Bauwerk mit seinen seltenen Fresken zu fördern. Dazu wolle man sich diverse Aktionen einfallen lassen.

Explizit wurde darauf verwiesen, dass sich der Verein auf die Kirche als Bauwerk beschränkt. Damit erwarte die Projektgruppe eine größere Identifikation. Hatt: "Wir möchten auch Personen ansprechen, denen ausschließlich das Bauwerk wegen des kulturhistorischen Hintergrunds am Herzen liegt, und Werner Ströbele fügte hinzu: "Manche fühlen sich nicht unbedingt der katholischen Kirche verbunden, aber dem Bauwerk."

Diskussionsbedarf hatten die Anwesenden stellenweise bei der Satzung. Hermann Zitzlsperger hätte sich eine präzisere Formulierung der Vereinszwecke gewünscht. Doch die Aufgaben sollten sich auch auf Fassade, Orgel, Figuren und mehr ausdehnen. Aufgegriffen wurde der Vorschlag von Alois Gohm, einen vorerst nicht vorgesehenen Kassierer in den Vorstand zu wählen, damit die Trennung zum Vorsitz gewahrt ist.

Mehrheitlich stimmten die Gründungsmitglieder für einen Mitglieds-Beitrag von 20 Euro, damit möglichst viele dem Verein beitreten, ihm die Stange halten und somit Kontinuität gewährleisten.

Vorstand

Zum Vorsitzenden des Baufördervereins St. Georg Bermatingen wurde Werner Ströbele gewählt, zu seinem Stellvertreter Johannes Boneberg. Kassiererin ist Roswitha Sailer, Beisitzer sind Hermann Zitzlsperger und Bernhard Hatt. Letzterer wird auch als Schriftführer agieren. Kraft des Amts ist Pfarrgemeinderat Rudolf Merk im Vorstand. Die Kasse werden Nadine Krug und Karin Orosz prüfen.

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro. Der Verein wird vorerst nicht beim Amtsgericht registriert. Er wird auch so vom Finanzamt akzeptiert und kann Spendenbescheinigungen ausstellen.

 

Südkurier, 7. März 2008 / Christiane Keutner

Kirche St. Georg soll gerettet werden

Sie ist ein Kleinod mit ihren wertvollen Fresken und der Ausstattung. Doch der wohl ältesten Kirche im Linzgau, der Pfarrkirche St. Georg in Bermatingen, droht der Verfall. Ihr Erhalt ist eine Herausforderung. Die Kosten wird die katholische Kirchengemeinde nicht alleine stemmen können. Deshalb hat der Pfarrgemeinderat beschlossen, einen Förderverein zu gründen, um an notwendige Gelder zu gelangen.

Am heutigen Freitag, 7. März, 20 Uhr, treffen sich alle Interessenten an einem Förderverein für St. Georg im Pfarrheim. Mitglieder des Pfarrgemeinderates wollen auf den desolaten Zustand des Gotteshauses eingehen und die Ziele der Renovierung darlegen. Schon jetzt könnte sich der eine oder andere vorstellen, im Vorstand des zu gründenden Vereins mitzuwirken.

Wie viel die Renovierung kosten wird, ist noch nicht abzuschätzen. Das Denkmalamt wird nicht nur beratend eingebunden sein - hier könnten eventuell Gelder fließen, um das Kulturgut für die Nachwelt zu erhalten. Auch die Erzdiözese Freiburg wird wohl eingebunden werden.

Die Schäden sind weitgehend auf das Eindringen von Regenwasser in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Ein Stück des Dachs war eingebrochen, deshalb hatte man es schnellstmöglich neu decken müssen. Vor vier Jahren wurde die Maßnahme beendet. Die Schäden im Inneren sind jedoch noch sichtbar: Die Fresken aus dem 16. Jahrhundert sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ob und wie sie am besten zu retten sind, muss noch geklärt werden. Eine Schätzung für die Kosten, sie mit einer bestimmten Methode wieder herzustellen, beläuft sich auf 6000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter. Der schlimmste Schaden befindet sich in der Sakristei.

Die Wiederherstellung der Fresken ist aber nicht alles. "Es stehen so viele Baumaßnahmen in und um die Kirche herum an", erklärte Pfarrgemeinderat Rudolf Merk. Die bunten Bleiverglasungsfenster sind ebenfalls durch Wasser beschädigt, genauso die Wand neben dem Marienaltar. Wegen der heutigen Informations- und Gründungsveranstaltung sollten sich alle angesprochen fühlen, denen etwas am Erhalt der Kirche liegt - unabhängig von der Konfession. Schließlich handelt es sich nicht "nur" um einen Jahrhunderte alten Ort der Glaubensverkündigung, sondern um allgemeines Kulturgut.

Damit die wertvollen Fresken in der Bermatinger Pfarrkirche auch künftig noch bewundert werden können, müssen sie renoviert werden. Heute soll ein Förderverein gegründet werden.

(Fotos: Keutner)

Hinter Gittern:
Der Schutzpatron St. Georg